München - Traditionsgemäß läutet am Freitag der Deutsche Meister höchstpersönlich den Bundesliga-Start ein. Im Signal Iduna Park empfängt Borussia Dortmund den Tabellen-Achten der letzten Saison, den Hamburger SV (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Dortmund gegen Hamburg - in der Bundesligageschichte blieb diese Begegnung im Ruhrpott bislang nie torlos. Überhaupt waren die 101 Partien zwischen den beiden Kontrahenten die torreichsten der Bundesliga-Historie: 309 Treffer sind ein Rekordwert. Zum Ligaauftakt am Freitag kann man den Torjubel da schon beinahe fix einplanen.

Bonus beim Eröffnungsspiel

Für die Hansestädter ist es übrigens schon das fünfte Bundesliga-Auftaktspiel gegen einen amtierenden Meister. Dabei holten sie immerhin drei Siege und ein Unentschieden heraus. Mit der Saison 2002/03 wurde durch die DFL am 1. Spieltag ein so genanntes Saisoneröffnungsspiel eingerichtet. Dies gestattet dem Deutschen Meister, noch vor allen anderen Mannschaften das erste Heimspiel auszurichten. Und in eben diesen Eröffnungsspielen war noch nie eine Gastmannschaft am Ende siegreich.

Vor heimischer Kulisse erwartet Dortmunds Coach Jürgen Klopp einiges von seinen Fans: "Es wäre schön, wenn jede Balleroberung, jeder gewonnene Zweikampf oder einfach jede geile Torszene wie ein Tor bejubelt würde"

Zwei "Unbekannte"

Der BVB geht als klarer Favorit in diese Begegnung. Schon beim Finale des Liga Total! Cups verwiesen die Westfalen den HSV mit einem klaren 2:0 auf die Plätze. "Ein bisschen konnten wir sie kennen lernen. Natürlich ist Michael Oenning gerade dabei, die Mannschaft kräftig umzubauen", wehrt Meister-Trainer Klopp die hohen Erwartungen ab: "Am 1. Spieltag weißt du über den Gegner nichts, egal, ob die Spieler vom letzten Jahr da sind oder nicht. Dementsprechend sind wir genau so unbekannt für den HSV wie sie für uns."

Für frischen Wind auf Seiten der Dortmunder werden die beiden Neuverpflichtungen Chris Löwe und Ilkay Gündogan sorgen. Ob Sven Bender oder Sebastian Kehl zusammen mit Gündogan die Doppelsechs bilden werden, steht noch nicht fest. Aus der "schwarz-gelben" Stammelf werden Marcel Schmelzer und Lucas Barrios am Freitag verletzungsbedingt fehlen.

"Nadelstiche setzen"

Michael Oenning, Trainer des HSV, hat momentan ganz andere Sorgen. Die durchwachsene Vorbereitung macht Spielern und Trainer zu schaffen. Das wacklige 2:1 gegen den VfB Oldenburg im DFB-Pokal enttäuschte vor allem den ehemaligen Dortmunder Mladen Petric: "Das war ein echter Denkzettel vor Dortmund. Wenn wir bei der Borussia so auftreten, gehen wir da unter!"

Auch Oenning weiß um die Rollenverteilung: "Wir können nicht sagen: Wir stürmen die Festung Dortmund mit Hurra. Aber ich glaube, dass wir topfit sind, und ich erwarte, dass wir mutig sind. Aber man darf nicht den Fehler machen, Dinge zu erwarten, die wir noch nicht leisten können." Er fordert von seinen Profis vor allem viel Einsatz: "Wir setzen auf Nadelstiche, werden kompakt auf dem Platz stehen und unsere Spielidee umsetzen." Die Umstrukturierung der Mannschaft fordert also ihren Tribut. Mit Gökhan Töre, Jacopo Sala, Michael Mancienne und Jeffrey Bruma holte man gleich vier neue Spieler vom FC Chelsea.

Auch aus England kommt nämlich der neue Sportdirektor beim HSV, Frank Arnesen. Der blickt positiv auf seine neue Aufgabe: "Es ist ein Verein, der in der Bundesliga oben dabei sein muss. Ich finde es spannend hier zu sein - in Hamburg und in dieser Liga. Es ist eine Liga, deren Spannung seinesgleichen sucht."