Stuttgart - Aufschwung beim VfB Stuttgart mit Armin Veh? Zunächst mal nicht. Die Schwaben starten schwach in die neue Spielzeit und kämpfen noch mit einigen Problemen. Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf des Clubs.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Armin Veh wollte seiner Mannschaft eine klare Marschroute verpassen: Leidenschaft, Spielwitz und gerne auch ein wenig Risiko. Ebenfalls essentiell wichtig: der Teamgeist, der enge Spiele retten sollte.

So ist es gelaufen:

Dass die Mannschaft spielerisch dazu in der Lage ist, den von Veh angestrebten Fußball umzusetzen, deutete sie beim Auswärtsspiel in Dortmund und beim bislang einzigen Sieg gegen Hannover 96 über weite Strecken der Partie an. Allerdings sind die Probleme im VfB-Spiel weiterhin vielfältig. Der jungen Mannschaft fehlt es in schwierigen Situationen an Erfahrung und Ruhe, was vor allem in der Defensive zu teilweise groben Patzern führte, die - etwa zuletzt in Berlin - wichtige Punkte kosteten. Stuttgart schafft es auch gegen Teams auf Augenhöhe viel zu selten, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und reagiert meist nur auf das Geschehen.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Stuttgart gehört zu den laufstärksten Teams der Bundesliga, nur zwei Mannschaften liefen durchschnittlich mehr pro Spiel als Stuttgart (119,2 Kilometer).

  • Nur zwei Mannschaften haben eine geringere Fehlpassquote als Stuttgart (20,5 Prozent).

Das war schlecht:

  • Stuttgart kassierte vier Konter-Gegentore - kein Team mehr.

  • Nur zwei Mannschaften haben eine schlechtere Trefferquote als Stuttgart: Durchschnittlich landete nur jeder 15. Torschuss im Tor.

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Insgesamt gut:

Zentrale und prägende Figur im defensiven Mittelfeld sollte eigentlich Oriol Remeu sein, den der VfB vom FC Chelsea ausgeliehen hat. Die großen Erwartungen konnte der Spanier bislang nur bedingt erfüllen. Zwar ist er darum bemüht, das Spiel zu lenken, leistet sich dabei aber zu häufig kleine Fehler im Spielaufbau. Einen guten Eindruck hinterlässt bislang Florian Klein. Der österreichische Nationalspieler macht als Rechtsverteidiger viel Dampf in der Vorwärtsbewegung, muss allerdings noch eine etwas bessere Balance zwischen Offensive und Defensive finden. In der offensiven Dreierreihe sorgt derweil Filip Kostic für Schwung. Nachdem er zunächst nur Einwechselspieler war, kam er zuletzt von Beginn an zum Zug, weil der VfB im Angriffsspiel Kreativität und überraschende Ideen benötigt. Die verletzten Daniel Ginczek und Adam Hlousek spielten bislang keine Rolle.

Die beste Saisonleistung

Daniel Schwaab


Am 6. Spieltag gegen Hannover 96 brach Schwaab den Bann. Der Innenverteidiger sorgte mit seinem ersten Bundesligator für den erlösenden ersten Saisonsieg seines VfB. Ein schöner Nebeneffekt für ihn persönlich: er ist nun nicht mehr der erfolgloseste aktive Feldspieler (meiste Einsätze ohne Tor).

Der jüngste Stammspieler

Timo Werner, 6. März 1996

Rasanter ist noch keiner in die Bundesliga eingestiegen als Timo Werner vor 14 Monaten. Jüngster Bundesliga-Debütant und jüngster Torschütze des VfB, zudem jüngster Doppeltorschütze der Bundesliga-Geschichte. Und das alles mit 17 Jahren.

Werner das Supertalent des VfB. Er ist extrem schnell, schaffte 2013/14 einen Top-Speed von 34,5 Km/h. In seinen ersten 14 Bundesliga-Spielen erzielte er vier Tore, legte vier weitere auf. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten bei Werner wieder platzt.

Dieses Lied singt die Stadt

"Patience" (Take That)

Der Wille ist da, aber es hapert an der Umsetzung - so simpel ist die Situation beim VfB zu beschreiben. Da ist Geduld die Maxime, denn das Potenzial, um ins gesicherte Mittelfeld vorzurücken, hat das Team. "Ich werde versuchen, stark zu sein, glaubt mir / Ich versuche, weiterzumachen / Es ist kompliziert, aber versteht mich", sangen Take That 2006 nach ihrer Wiedervereinigung. Armin Veh könnte da auch am Mikrofon stehen.

Stefan Schinken