Hoffenheim - Im Vorjahr noch die Schießbude der Liga, nun mit einer gestärkten Defensive und der gewohnt gefährlichen Offensive ein Spitzenteam: Die TSG 1899 Hoffenheim befindet sich im Höhenflug, ist noch ungeschlagen und aktuell sogar erster Verfolger des FC Bayern München. Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf die bisherigen Auftritte der Kraichgauer.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Die Flut der Gegentreffer eindämmen und ansonsten einfach so spielen wie im Vorjahr, sprich: nach vorne. Schnelle Balleroberungen, blitzschnelles Umschaltspiel und aggressives Gegenpressing - Hoffenheim ist und bleibt Offensivfußball.

So ist es gelaufen:

Geradezu perfekt! Wie im Vorjahr schießt die TSG noch immer viele Tore (elf), derzeit treffen nur Bayern München, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt öfter. Und von der Schießbude der Liga (letzte Saison 70 Gegentreffer) ist keine Rede mehr. Nur sechs Gegentore in sieben Ligaspielen zeugen
davon, dass die angestrebte Balance zwischen Offensive und Defensive keine Utopie ist. Noch ist die TSG ungeschlagen. Und das Beste aus Sicht der Hoffenheimer: Es ist sogar noch Luft nach oben erkennbar.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Nur zwei Mannschaften kassierten weniger Gegentore als Hoffenheim (sechs).

  • Hoffenheim nutzte sechs Mal einen gegnerischen Ballverlust zum Torerfolg - Ligaspitze. Keine andere Mannschaft erspielte sich so viele Großchancen wie Hoffenheim (16).

Das war schlecht:

  • Allerdings ließ nur Mönchengladbach mehr Großchancen ungenutzt (neun) als Hoffenheim (sieben).

  • Nur Hertha foulte häufiger (134 Mal) als Hoffenheim (131 Mal).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Richtig gut:

Die Zugänge helfen alle weiter auf dem Weg, Verletzungen besser kompensieren zu können und den Kader qualitativ breiter aufzustellen. Torwart Oliver Baumann ist schon so etwas wie ein Publikumsliebling, bis zu seiner Verletzung war "Eisen-Ermin" Bicakcic - eigentlich uneingeschränkter Stammspieler - der Stabilisator in der Innenverteidigung. Pirmin Schwegler sorgt immer besser im Mittelfeld für die richtige Balance und Stürmer Adam Szalai traf zuletzt gegen seinen ehemaligen Club Schalke zum zweiten Mal in der Bundesliga. Die Königstransfers passen. Außerdem kommt Linksverteidiger Jin-Su Kim aus Südkorea als frischgebackener Asienmeister nach der Länderspielpause und Offensivmann Steven Zuber überzeugte bislang bei Kurzeinsätzen.

Die beste Saisonleistung

Jannik Vestergaard


Am 5. Spieltag gegen den SC Freiburg läuft Vestergaard im defensiven Mittelfeld auf. Mit 83,3 Prozent gewonnener Zweikämpfe rechtfertigt er eindrucksvoll seine Aufstellung und erzielt darüber hinaus in der Nachspielzeit mit seinem ersten Saisontor den Ausgleich.

Der jüngste Stammspieler

Niklas Süle, 3. September 1995

20 Jahre wird dieser Baum von einem Kerl im nächsten Jahr erst alt. Wer diesen hünenhaften Innenverteidiger aber in dieser Saison bei der TSG 1899 Hoffenheim spielen sieht, könnte denken, Niklas Süle kickt schon jahrelang in der ersten Bundesliga.

Schon in der letzten Saison deutete der in Frankfurt
geborene Süle an, was für ein großes Potenzial in ihm steckt. In Hoffenheim wissen sie das, weshalb der Abwehrspieler bei Gisdol allerhöchste Wertschätzung genießt.

Dieses Lied singt die Stadt

"Sieben Tage lang" (von Bots)

Das Lied wird schon lange in Hoffenheim gespielt, klingt aber in dieser Saison fast wieder so wie in der ersten Spielzeit in der Bundesliga 2008. Nach jedem Tor ertönt das 1980 entstandene Lied der niederländischen Band Bots. 2008 klang das nach Erfolg, nach Herbstmeisterschaft. Und wenn heute der Titel des Liedes mit der Frage "Was wollen wir trinken...?" eingeleitet wird, klingt das auch deshalb so gut, weil die TSG hinten viel weniger Tore kriegt, als sie vorne schießt.

Tobias Schächter