Freiburg - Wer es positiv formulieren will, der kann darauf verweisen, dass der Sport-Club Freiburg in dieser Saison erst zwei Spiele verloren hat. Allerdings haben die Breisgauer noch keine Partie gewonnen, weshalb die Situation angespannt ist.Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Christian Streich beabsichtige vor allem eine Sache: schnelle Balleroberungen. Die sollten dem SC Freiburg dabei helfen, blitzschnell in die Spitze zu spielen und den Gegner auf diese Weise zu überrumpeln.

So ist es gelaufen:

Das ist bisher besser gelungen als der Tabellenstand vermuten lässt. Vladimir Darida, Maximilian Philipp, Jonathan Schmid und Felix Klaus bringen Tempo ins Spiel. Die Probleme liegen anderswo: beispielsweise im Abschluss, der SC braucht zu viele Chancen für den Torerfolg. Verunsichern lässt sich der Club aber nicht: Mit Ruhe und Akribie arbeitet Christian Streich mit seinem Team weiter.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Nur bei Schalke ist der Anteil der nach ruhenden Bällen erzielten Tore höher als bei Freiburg (42,9 Prozent).
  • Nur Mönchengladbach gestattete den Gegnern weniger Großchancen (fünf) als Freiburg (sechs).

Das war schlecht:

  • Freiburg kassierte die meisten Gegentore nach Steilpässen (drei).
  • Freiburg ist die Mannschaft mit den wenigsten Kontertorschüssen (zwei, kein Tor).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Sehr unterschiedlich:

Marc-Oliver Kempf ist ebenso ein Volltreffer wie Torwart Roman Bürki, der den nach Hoffenheim abgewanderten Oliver Baumann vergessen macht. Großartig auch Youngster Maximilian Philipp, der der SC-Offensive guttut. Stefan Mitrovic, der am siebten Spieltag in Bremen sein Debüt gab, gewöhnt sich immer besser ans Freiburger Spiel, genau wie Marc Torrejon. Fragezeichen stehen hinter Rückkehrer Sascha Riether und Dani Schahin, die nach Verletzungen noch nicht in Schwung gekommen sind. Mike Frantz erwischte gegen Hoffenheim einen starken Tag, hat ansonsten aber auch noch eine Menge Luft nach oben.

Die beste Saisonleistung

Roman Bürki


Am 6. Spieltag gegen Bayer 04 Leverkusen zeigte der Schweizer seine ganze Klasse - und das war auch nötig! Leverkusen hätte den Sieg angesichts von 13:2 Torschüssen in Hälfte zwei verdient gehabt, aber der famose Roman Bürki, der acht Torschüsse parierte (davon sieben nach der Pause) rettete dem SC Freiburg den Punkt.

Der jüngste Stammspieler

Marc-Oliver Kempf, 28. Januar 1995

Marc-Oliver Kempf hatte niemand richtig auf dem Zettel, als er im Sommer seine ersten Testspiele für den SC Freiburg bestritt. Ein junger Ergänzungsspieler, so dachten die meisten Beobachter von dem Mann, der von Eintracht Frankfurt an die Dreisam gewechselt war. Kempf, so der Tenor, würde wohl noch ein paar Monate brauchen, ehe er den Platzhirschen ernsthaft Konkurrenz machen würde. Die Beobachter haben sich getäuscht: In allen sieben Saisonspielen war der 19-Jährige in der Stammelf, in der er mit seiner Zweikampfstärke und einer starken Spieleröffnung auf sich aufmerksam machte.So hat er sich im Breisgau binnen kürzester Zeit etabliert.

Dieses Lied singt die Stadt

"The Bare Necessities" (Terry Gilkyson)

Geschrieben für den Disney-Film "Das Dschungelbuch" wurde der in Deutschland unter dem Titel "Probier's mal mit Gemütlichkeit" bekannte Song weltberühmt. Nun ruht sich in Freiburg freilich niemand aus angesichts der gefährlichen Situation in der Tabelle, aber dennoch ist es eine gewisse Gemütlichkeit und vor allem Ruhe, die seit Jahren Teil des Freiburger Erfolgsrezeptes ist. Dass der Saisonstart nicht optimal verläuft, hat fast schon Tradition, doch in Freiburg arbeiten sie einfach konzentriert weiter, denn: "Mit Ruhe und Gemütlichkeit vertreibst du deinen ganzen Sorgenkram."

Christoph Ruf