Paderborn - Im Vorfeld der Saison wurden dem SC Paderborn von vielen Experten nur geringe Chancen auf den Klassenerhalt eingeräumt. Nach den beherzten Auftritten des Aufsteigers an den ersten sieben Spieltagen hat sich die öffentliche Meinung geändert. Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

"Mit Sicherheit werden wir auch als krassester Außenseiter der Bundesliga-Geschichte keinen Mauerfußball spielen", versprach Trainer André Breitenreiter vor der Saison. Sein Team soll aus einer kompakten Grundordnung weiterhin offensiv ausgerichtet sein - genau wie beim sensationellen Aufstieg. Teamgeist und hohe Laufbereitschaft sind wichtige Komponenten des Paderborner Spiels.

So ist es gelaufen:

Breitenreiter hat sein Versprechen gehalten. Eine lange Anlaufzeit benötigte der SCP in seiner Debüt-Saison nicht. Acht Punkte aus den ersten vier Spielen verschafften Paderborn einen Auftakt nach Maß. Der Aufsteiger spielt mutig und sucht in jedem Spiel seine Chance. Dass in den Partien gegen die Spitzenteams aus München, Mönchengladbach und Leverkusen nur ein Zähler heraussprang, dürfte den Bundesliga-Neuling nicht von seinem Weg abbringen.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Paderborn traf vier Mal in der Schlussviertelstunde - Ligaspitze.
  • Kein Team erzielte mehr Weitschusstore als Paderborn (drei).

Das war schlecht:

  • Paderborn hat den geringsten Ballbesitz der Liga (40,3 Prozent).
  • Einzig Hannover 96 erspielte sich weniger Großchancen als Paderborn (fünf).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Ein Volltreffer und sinnvolle Ergänzungen:

Von den Transfers des Aufsteigers sind nur Moritz Stoppelkamp und Lukas Rupp feste Bestandteile der Paderborner Startelf. Gerade Stoppelkamp entpuppt sich immer mehr als absoluter Volltreffer. Drei Tore stehen für den schussgewaltigen Mittelfeldspieler zu Buche - darunter auch das sensationelle Rekordtor aus 82 Metern gegen Hannover 96. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten kommt auch Lukas Rupp immer besser in Fahrt. Der Neuzugang von Borussia Mönchengladbach bereitete in Leverkusen die 1:0-Führung durch Stoppelkamp vor. Die restlichen Transfers kommen bisher nicht über Mitläuferrollen hinaus. Im Sturm lauern Marvin Duksch und Stefan Kutschke auf ihre Chance, aber an Elias Kachunga führt derzeit kein Weg vorbei.

Die beste Saisonleistung

Moritz Stoppelkamp


Am 4. Spieltag gegen Hannover 96 schreibt Stoppelkamp Geschichte. Aus 82 Metern erzielt der Mittelfeldspieler das weiteste Tor aller Zeiten in der Bundesliga. Zudem ist er mit 11,7 Kilometern der läufstärkste Akteur auf dem Platz.

Der jüngste Stammspieler

Elias Kachunga, 22. April 1992

Schon mit 13 Jahren wechselte Elias Kachunga zu Borussia Mönchengladbach. Den endgültigen Durchbruch schaffte Kachunga in Mönchengladbach aber nicht, auch wenn er im Februar 2010 für die Fohlen sein erstes Bundesliga-Spiel bestritt.

2012 wechselte er auf Leihbasis zum VfL Osnabrück, wo er mit zehn Toren in 17 Drittligaspielen nachhaltig auf sich aufmerksam machte. Anschließend wechselte er im Sommer 2012 zu Bundeliga-Absteiger Hertha BSC. Bereits in der Winterpause wurde der Leihvertrag wieder aufgelöst.

In der Rückrunde 2012/13 stürmte Kachunga für den SC Paderborn. Dort stand er in elf von 14 Spielen in der Startelf - der Beginn einer wunderbaren Liebesgeschichte (zum Portrait).

Dieses Lied singt die Stadt

"Die perfekte Welle" (Juli)

Der völlig überraschende Bundesliga-Auftieg hat ganz Paderborn ins Fußball-Fieber versetzt. Im April zählten die Ostwestfalen noch knapp 2.000 Mitglieder. Mittlerweile ist die Zahl auf über 10.000 angestiegen. Der fulminante Saisonstart des Neulings hat die Euphorie noch einmal verstärkt. Gut möglich, dass die Truppe von André Breitenreiter auf der Erfolgswelle bis zum Klassenerhalt weiterreitet.

Florian Reinecke