Mönchengladbach - Zwölf Pflichtspiele hat Borussia Mönchengladbach in der noch jungen Saison in allen Wettbewerben bestritten und noch kein einziges verloren. Das Zwischenzeugnis fällt gut aus - und könnte doch noch besser sein.Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf die bisherigen Auftritte der Fohlenelf.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Lucien Favre wollte den Konterfußball weiterentwickeln und seine Spielphilosophie, die Ballbesitz, Dominanz, anspruchsvolle Kombinationen und schnellem Umschaltspiel beinhaltet, besser zur Geltung bringen.

So ist es gelaufen:

Die taktischen Optionen für Trainer Lucien Favre sind vielfältig. Doch in erster Linie setzt die Borussia auf ein auf Ballsicherheit bedachtes Kombinationsspiel - und fährt damit gut. Defensiv steht die Favre-Elf bei nur vier Gegentoren gewohnt stabil. Im Mittelfeld hat sich Weltmeister Christoph Kramer zu einem echten Leader entwickelt. Und in der Offensive hat Favre die Qual der Wahl und viele Rotationsmöglichkeiten. Auffällig ist zudem, dass die schnellen Flügelspieler, die im Sommer gekommen sind, mehr Belebung auf den Außenbahnen bringen. Was mitunter noch fehlt ist die letzte Abstimmung im direkten Kombinationsspiel.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Einzig Bayern hat eine geringere Fehlpassquote (13 Prozent) als Mönchengladbach (17,2 Prozent).

  • Nur der Rekordmeister ließ weniger Gegentore zu (zwei) als Gladbach (vier).

Das war schlecht:

  • Kein anderes Team nutzte seine Großchancen so schlecht wie Gladbach, nur 18,2 Prozent aller hundertprozentigen Möglichkeiten hatten ein Tor zur Folge.

  • Die Borussia ließ nach Standardsituationen 31 Torschüsse zu, nur Bremen mehr (37).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Positiv, mit Abstrichen:

Die Neuzugänge der Fohlen haben sich überwiegend positiv ins Mannschaftsgefüge eingepasst. Unangefochtene Nummer 1 ist der Schweizer Nationalkeeper Yann Sommer, der bislang solide, unspektakulär und ohne nennenswerte Patzer die nicht einfache Nachfolge von Marc-Andre ter Stegen meistert. Er wurde in allen Punktspielen ebenso eingesetzt wie der schwungvolle Andre Hahn, der mit zwei Treffern und einem Assist einen guten Einstand feierte, zuletzt aber zweimal von der Bank kam. Fabian Johnson stand dreimal in der Startelf und wurde dreimal eingewechselt, fiel dabei aber nicht weiter auf. Ibrahima Traore ist mit seinen erst drei Einsätzen sicher nicht zufrieden. Und Thorgan Hazard fiel bislang die etwas glücklose Jokerrolle zu.

Die beste Saisonleistung

Max Kruse


Am 3. Spieltag gegen den FC Schalke 04 feierte der zuvor verletzte Kruse eine glanzvolle Rückkehr auf den Platz. Der Angreifer bereitete die beiden Treffer von Andre Hahn vor und erzielte das Tor zum 3:1 selbst. Er war an acht Torschüssen der Borussia beteiligt und unterstrich seine Bedeutung für das Team.

Der jüngste Stammspieler

Granit Xhaka, 27. September 1992

Kaum ein Spieler ist bei Borussia Mönchengladbach derzeit so gesetzt wie Granit Xhaka. Im defensiven Mittelfeld ist der Schweizer geradezu unverzichtbar für Trainer Lucien Favre, weil er neben Weltmeister Christoph Kramer als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive operiert. Das war freilich nicht immer so, diesen Status musste sich der Youngster erst hart erarbeiten.

Dieses Lied singt die Stadt

"No Limit" (Scorpions)

Wohin kann die Reise der Borussia gehen? Diese Frage stellen sich gerade viele Fans und Experten. Am Limit ist die Borussia ganz sicher noch nicht angekommen, dass es sogar "No Limit" gibt, ist allerdings unwahrscheinlich. Aber mit einer Zeile in dem 2010 entstandenen 17. Album trifft die Hannoveraner Band den Nagel auf dem Kopf: "We've got the future on our hands" - Wir haben die Zukunft in unseren Händen.

Tobias Gonscherowski