Dortmund - Borussia Dortmund ist so schlecht in die Saison gestartet wie noch nie unter Jürgen Klopp. Nach sieben Spieltagen steht der BVB nur Platz 13 in der Tabelle - zu wenig für die hohen eigenen Ansprüche.Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf des Clubs.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Der BVB versucht sich in ähnlich aggressivem Pressing wie in den Vorjahren - es funktioniert aber bei weitem nicht so gut wie gewohnt.

 

So ist es gelaufen:

Zwar stimmen Aufwand und Laufbereitschaft, doch das schnelle Umschalten nach Balleroberungen - prägendes Markenzeichen der Borussia - scheint zurzeit verloren gegangen. Und ohne die überfallartig vorgetragenen Angriffe im Vollgas-Stil hat die Mannschaft deutliche Probleme, aus dem normalen Spielverlauf heraus Chancen zu kreieren. Es fehlt an Kreativität und Passgenauigkeit.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Dortmund gab die meisten Torschüsse ab, 127 Mal zielte man in Richtung Tor.
  • Dortmund ist das lauffreudigste Team der Liga, die Spieler liefen durchschnittlich 121,9 Kilometer pro Spiel.

Das war schlecht:

  • Einzig Leverkusen machte mehr schwere Fehler vor Gegentoren (vier) als Dortmund (drei).
  • Kein Team kassierte mehr Gegentore in der letzten halben Stunde als Dortmund (sieben).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Ausbaufähig:

Fast alle Neuzugänge haben ihre Spielanteile - aber keiner kann bislang die Erwartungen komplett erfüllen. Adrian Ramos und Ciro Immobile teilen sich zumeist die Rolle in der Sturmspitze, standen selten gemeinsam auf dem Platz. Mit zwei Toren bzw. einem Bundesligator ist ihre Ausbeute ebenso wie das Zusammenspiel in der Mannschaft ausbaufähig. Zur prägenden Figur in der zentralen Offensivposition soll Heimkehrer Shinji Kagawa werden, benötigt aber noch Zeit. Matthias Ginter hatte drei Startelf-Einsätze, zeigte aber ebenfalls noch Anpassungsprobleme. Dong-Won Ji spielte verletzungsbedingt noch keine Rolle. Im Bild: Eine mögliche Aufstellung mit den Neuzugängen.

Die beste Saisonleistung

Marco Reus


Am 2. Spieltag gegen den FC Augsburg erzielt Reus das 1:0 selbst und leitet es über einen Doppelpass auch noch sehenswert ein. Den zweiten Treffer von Sokratis bereitet er per Eckball vor. Reus ist an zwölf der 22 BVB-Torschüsse beteiligt und gewinnt herausragende 89 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der jüngste Stammspieler

Matthias Ginter, 19. Januar 1994

Matthias Ginter hat einen unglaublichen Sommer hinter sich. Erst feierte er mit dem SC Freiburg den Klassenerhalt. Dann wurde er in den WM-Kader berufen und streckte am Ende als jüngster Nationalspieler in der Mannschaft den goldenen Pokal in die Höhen. Als sei das alles nicht schon genug, da unterschrieb der 20-Jährige dann einen Vertrag bei Borussia Dortmund. Bei Schwarz-Gelb hat sich Ginter rasch intergriert und bereits jetzt ordentlich Eindruck hinterlassen.

Dieses Lied singt die Stadt

"Supergirl" (Reamonn)

Absoluter Gänsehaut-Moment: Nach der 0:1-Pleite gegen den HSV, nach der vierten Niederlage im siebten Spiel feierte die Südtribüne die Mannschaft minutenlang und schickte eine unmissverständliche Botschaft: Wir stehen zusammen - in guten und in schlechten Zeiten! Den passenden Text - gesungen zur Melodie von Reamonns "Supergirl" - kennt seitdem die ganze Stadt:

"Und wenn Du das Spiel gewinnst, ganz oben stehst, dann steh‘n wir hier und singen Borussia, Borussia BVB!

Und wenn Du das Spiel verlierst, ganz unten stehst, dann steh‘n wir hier und singen Borussia, Borussia BVB!

Ganz egal, was auch passiert, wir stehen Dir bei, bis in den Tod, wir für Dich, für Dich Borussia, Borussia BVB!"

Dietmar Nolte