München - Stars aus dem Ausland bereichern die Bundesliga schon seit ihren Anfängen. Aus allen Kontinenten sind sie nach Deutschland gekommen, um die Fans mit ihren Paraden, Tricks und Toren zu begeistern. Manche blieben nur kurz, andere viele Jahre. Wer in den vergangenen 49 Jahren zu den erfolgreichsten zählte, verrät der Blick in die bundesliga.de-Datenbank.

In den 60er Jahren brachte es der Jugoslawe Petar Radenkovic zu Kultstatus. Der Torhüter, der für seine weiten Ausflüge außerhalb des Strafraums ebenso bekannt war wie für seine große Klasse im Kasten, spielte acht Jahre für die Münchener "Löwen", bestritt 245 Bundesliga-Spiele und wurde im Jahr 1966 Deutscher Meister. Nebenbei nahm der heute 77-Jährige Schallplatten auf und wurde zum populären Volkshelden. Radenkovic zählte übrigens zu den nur fünf Ausländern, der Bundesliga-Premierensaison.

In den 60er und 70er Jahren spielte sich der Niederländer Willi Lippens in die Herzen der Fans. Mit seinen Vereinen Rot-Weiss Essen und Borussia Dortmund konnte der wegen seines Watschelgangs "Ente" gerufene Angreifer zwar keine Titel gewinnen, doch unvergessen blieb der um einen lustigen Spruch nie verlegene Trickser dennoch.

"Geißböcke" knacken die Millionen-Marke



Die Titel holten in dieser Zeit Stars wie der Mönchengladbacher Allan Simonsen (Däenmark), der Hamburger Kevin Keegan (England), Bayerns Johnny Hansen (Dänemark) und viele andere. Den ersten spektakulären Millionentransfer eines ausländischen Stars stemmte der 1. FC Köln, der 1976 den Belgier Roger van Gool verpflichtete.

Drei Jahre später holte der FC für damals unglaubliche 2,5 Millionen D-Mark auch den Engländer Tony Woodcock vom Europapokalsieger Nottingham Forest. Für die Rheinländer spielte mit einem gewissen Zeze auch der erste Brasilianer sowie mit Yasuhiko Okudera der erste Japaner der Bundesliga-Geschichte. Zeze brachte es allerdings auf gerade einmal fünf Bundesliga-Spiele, Okudera dagegen auf beachtliche 234. In den Rekordlisten fehlen diese Namen dennoch. Dort haben sich andere Stars eingetragen.

Dauerbrenner Kobiashvili und Ze Roberto



Die meisten Bundesliga-Spiele der insgesamt 5.306 für die verschiedenen Clubs spielenden Ausländer absolvierten der Georgier Levan Kobiashvili (Freiburg, Schalke, Hertha) und der Brasilianer Ze Roberto (Leverkusen, Bayern, Hamburg), die jeweils 336 Mal aufliefen. Ihnen dicht auf den Fersen ist Claudio Pizarro mit 333 Einsätzen für Bremen und die Bayern. Er dürfte in der kommenden Saison die Führung übernehmen.

Acht weitere Spieler aus dem Ausland haben die 300-Spiele-Marke geknackt: Sergej Babarez (330 Spiele für Rostock, Dortmund, Hamburg und Leverkusen), Ole Björnmose (323 Spiele für den HSV), Dede (322 Spiele für Dortmund), Hasan Salihamidzic (321 Spiele für den HSV, die Bayern und Wolfsburg), David Jarolim (318 Spiele für die Bayern, Nürnberg und den HSV), Bum-Kun Cha (308 Spiele für Darmstadt, Frankfurt und Leverkusen) sowie Zvonimir Soldo (301 Spiele für Stuttgart).

Pizarro vor Rekord



Vier Partien fehlen also dem Peruaner Pizarro, um alleiniger ausländischer Rekordspieler der Bundesliga zu werden. Die meisten Tore hat er schon seit geraumer Zeit erzielt. Bei 160 Treffern liegt er und damit auf Platz 11 der ewigen Bestenliste aller Torjäger der Bundesliga. Drei weitere Spieler haben die 100-Tore-Grenze gepackt: Giovane Elber (133 Tore für Stuttgart und Bayern), Stephane Chapuisat (106 Tore für Uerdingen und Dortmund) sowie Ailton (106 Tore für Bremen, Schalke, den HSV und Duisburg), dem ersten Ausländer überhaupt, der in Deutschland zum "Fußballer des Jahres" gewählt wurde.

Drei ehemalige Bayern-Spieler sind Rekordhalter in Sachen Deutsche Meisterschaften. Samuel Kuffour, Bixente Lizarazu und Hasan Salihamidzic konnten mit den Münchnern jeweils sechs Titelgewinne feiern, Roque Santa Cruz kam auf fünf Meisterschaften an der Isar.

Eiskalter Polster



Die meisten Elfmeter aller Ausländer verwandelte Toni Polster, der bei 22 Versuchen für Köln und Mönchengladbach 19 Mal traf. Krassimir Balakovs Quote ist sogar noch besser, er netzte ebenfalls 19 Mal ein, bei allerdings einem Versuch weniger. Platz 3 geht an Ailton, der 17 von 21 Strafstößen im Netz unterbrachte.

In der Statistik der meisten gelben Karten sicherte sich David Jarolim den Spitzenplatz mit 96 Verwarnungen, gefolgt von Sergej Barbarez (86), Jiri Nemec (78), Tomasz Hajto (75) und Josip Simunic (69).

Die meisten ausländischen Profis stammten bislang aus Brasilien (122), gefolgt von Dänemark (105), Kroatien (90), Polen (89), Jugoslawien (81), der Niederlande (81), Österreich (75), Tschechien (62), der Türkei (58) und Schweden (57). Aus dem "Mutterland des Fußballs", England, wagten nur acht Stars den Sprung nach Germany, auch Italiener (19) und Spanier (16) machten sich rar.