München - Borussia Dortmund hat sich in der ersten Pokalrunde keine Blöße gegeben und ist nach einem souveränen Erfolg über den SV Sandhausen eine Runde weiter. Zweitligist Cottbus erlebte hingegen einen rabenschwarzen Tag. Die späten Partien des DFB-Pokal-Samstags in der Zusammenfassung:

SV Sandhausen - Borussia Dortmund 0:3

Der deutsche Meister Borussia Dortmund hat den "Drittliga-Fluch" der vergangenen Jahre besiegt und ist souverän in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Sechs Tage vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV setzten sich die Westfalen mit 3:0 (1:0) beim SV Sandhausen durch. In den vorherigen beiden Spielzeiten war der BVB im Cup-Wettbewerb jeweils früh an Drittligisten gescheitert.

Im ausverkauften Hardtwaldstadion besiegelten die starken Robert Lewandowski (10. und 90.) und Shinji Kagawa (56.) das Weiterkommen des Favoriten. Die Gäste hatten von Beginn an die Initiative übernommen und drängten Sandhausen in die Defensive. Dabei war Mittelfeldspieler Kagawa Dreh- und Angelpunkt des Dortmunder Spiels. Bezeichnend war, dass der 22-jährige Japaner auch die frühe Führung des Meisters mustergültig vorbereitete. Mit einem sehenswerten Pass spielte Kagawa im Strafraum Lewandowski frei. Der als einzige Spitze aufgebotene Pole ließ sich die Chance nicht entgehen und traf völlig unbedrängt aus rund zehn Metern.

Kagawa und Lewandowski fast an jeder gefährlichen Szene des klar überlegenen Klopp-Teams beteiligt. Der Stürmer hätte bereits kurz vor der Pause für die Vorentscheidung sorgen können, doch völlig freistehend scheiterte Lewandowski nach einem Pass von Nationalspieler Mats Hummels an Sandhausens Keeper Daniel Ischdonat (42.). Die Gastgeber mühten sich, tauchten aber nur sporadisch vor dem Tor der Borussen auf. Nach dem Wechsel erhöhte Sandhausen kurzzeitig den Druck, doch ausgerechnet in der Drangphase der Hausherren verwertete Regisseur Kagawa, der in der vergangenen Saison vor seinem Mittelfußbruch eine überragende Hinrunde gespielt hatte, einen gechippten Pass von Gündogan und erzielte das 2:0.

Holstein Kiel - Energie Cottbus 3:0

Holstein Kiel aus der Regionaliga Nord hat den Zweitligisten Energie Cottbus in der Auftaktrunde des DFB-Pokals bis auf die Knochen blamiert und ist nach einem hochverdienten 3:0 (2:0)-Erfolg in Runde zwei eingezogen. Fiete Sykora (15.), Rafael Kazior (32.) und Patrick Herrmann (59.) erzielten die Treffer für die "Störche", für die in den vergangenen Jahren im Pokal zumeist schon nach dem ersten Auftritt Endstation war.

Der aktuelle Tabellenzweite der 2. Bundesliga aus Cottbus ließ es in der Anfangsphase äußerst gemächlich angehen, während sich die Kieler mit einem aggressiven Forechecking schon im Mittelfeld um frühen Ballbesitz bemühten. Belohnt wurden sie nach dem ersten Torschuss mit dem Führungstreffer durch Sykora, der den Ball aus spitzem Winkel hoch in das Gehäuse der Lausitzer wuchtete. Gegen die gut organsierten Gastgeber tat sich Energie, Halbfinalist des letzten Wettbewerbs, sehr schwer und vermochte sich mit seinem ideenlosen Spiel kaum eine Torchance zu erspielen.

Die Passivität wurde erneut bestraft, als Kazior sträflich freistehend per Kopfball zum 2:0 traf. Die Führung für die Kieler war zu diesem frühen Zeitpunkt auch in der Höhe verdient. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit war beim Zweitligisten ein Hauch von Aufbäumen zu spüren. Doch brisante Szenen im Kieler Strafraum blieben auch weiterhin Mangelware. Nach dem Wechsel versuchte Cottbus, den Anschlusstreffer zu erzielen und öffnete folglich seine Abwehr. Kiel verlegte sich aufs Kontern und kam schließlich durch Herrmann zum vorentscheidenden dritten Treffer.

Kickers Emden - FSV Frankfurt 1:5 n. V.

Der FSV Frankfurt ist mit einem Arbeitssieg bei einem Fünftligisten in die zweite DFB-Pokal-Runde eingezogen. Der Zweitligist musste lange zittern, bis er Kickers Emden am Ende noch deutlich mit 5:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung niedergerungen hatte.

Zafer Yelen (37.) verwandelte für Frankfurt einen direkten Freistoß, dies gab dem Favoriten allerdings keine Sicherheit. Kurz vor der Pause gelang Steven Janssen mit einem Foulelfmeter, den Julian Bennert herausgeholt hatte, bereits der Ausgleich. Babacar Gueye (94. und 112.) und Karim Benyamina (111. und 118.) sorgten in der Verlängerung mit ihren Toren für die Entscheidung.


Rot-Weiß Oberhausen - FC Augsburg 1:2 n.V.

Bundesliga-Neuling FC Augsburg hat mit viel Glück die 2. Runde erreicht. Der Pokal-Halbfinalist von 2010 gewann beim Drittligisten Rot-Weiß Oberhausen nach hartem Kampf 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung. Jonas de Roeck erlöste den FCA mit seinem Tor in der 120. Minute. Christopher Kullmann hatte RWO in Führung gebracht (24.), Augsburgs Paul Verhaegh (31.) ausgeglichen.

Vor dem ersten Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte am kommenden Wochenende gegen den SC Freiburg muss sich Augsburg deutlich steigern. Der FCA war von Beginn um Kontrolle bemüht, das Spiel nahm aber nur langsam Fahrt auf. Die Führung für den Außenseiter besorgte Kullmann nach einem Fehler von FCA-Kapitän Uwe Möhrle, der am eigenen Strafraum über den Ball trat. Kullmann nahm das Geschenk dankend an und schob aus kurzer Distanz an Jentzsch vorbei zum 1:0 ins Tor (24. ).

Der Favorit zeigte sich allerdings nur kurz geschockt und schlug bereits sieben Minuten später zurück. Jan-Ingwer Callsen-Bracker schickte Verhaegh, und der FCA-Rechtsverteidiger jagte den Ball aus halbrechter Position am Fünfmeterraum unhaltbar in den Winkel (31.). Nach dem Ausgleich plätscherte die umkämpfte, aber mäßige Partie vor sich hin. Es ging in die Verlängerung, in der Oberhausen am Ende die Kraft ausging.

Hansa Rostock - VfL Bochum 3:5 n.E.

Hansa Rostock ist zum dritten Mal nacheinander in der Auftaktrunde des DFB-Pokals gescheitert. Das Team von Trainer Peter Vollmann verlor gegen den VfL Bochum mit 3:5 nach Elfmeterschießen. Nach Verlängerung hatte es 2:2 (2:2, 1:0) gestanden. Gefeierter Held bei den Gästen war Torwart Andreas Luthe, der im Nervenspiel vom Punkt den Schuss von Michael Wiemann parierte. Alle seine Teamkollegen verwandelten sicher.

Tobias Jänicke (36.) hatte Hansa in Führung gebracht. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich der Bochumer durch den eingewechselten Mirkan Aydin (52.) erzielte Pavel Kostal per Kopf die erneute Führung der Rostocker. Neuzugang Daniel Ginczek rettete den VfL dann in die Verlängerung.

Die Hausherren waren besonders vor der Pause die bessere Mannschaft und gingen nach einer sehenswerten Kombination über Mohammed Lartey und Björn Ziegenbein nicht unverdient in Führung. Nach dem überraschenden Ausgleich und der erneuten Führung erhöhte Bochum zwar etwas den Druck, blieb aber meist zu einfallslos und bot dem Aufsteiger viel Platz zum Kontern. Jänicke (67.) verfehlte aber die große Chance zur Vorentscheidung.