München - Aachen stutzt den Mainzer Überfliegern die Flügel, Frankfurt schießt den HSV aus dem Stadion und Hoffenheim und Duisburg erledigen ihre Pflichtaufgaben - die Spielberichte im Überblick.

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 5:2 (3:1)

Theofanis Gekas hat Eintracht Frankfurt ins DFB-Pokal-Achtelfinale geführt und dem Hamburger SV die Chance auf den ersten Titel seit 1987 geraubt. Der überragende griechische Nationalstürmer war mit einem "Doppelpack" maßgeblich am 5:2 (3:1)-Sieg der Hessen gegen den Lieblingsgegner beteiligt. Damit verlor der HSV auch das dritte Pokal-Duell mit Frankfurt nach dem Achtelfinale 1970 (0:2) und dem Finale 1974 (1:3 n.V.)..

Die Führung für die Gastgeber besorgte der erst drei Minuten zuvor für den verletzten Alex Meier eingewechselte Brasilianer Caio mit einem herrlichen Schuss aus 25 Metern (13.). Nur sieben Minuten später war Gekas dann per Kopf zur Stelle. Fast im Gegenzug gelang dem HSV durch Mladen Petric (23.) der Anschlusstreffer. Dann sorgte erneut Gekas mit einem Abstauber mit dem Pausenpfiff für das vorentscheidende 3:1 (45.).

Nach dem Wechsel kam für den HSV auch noch Pech dazu. Nachdem Petric und Jonathan Pitroipa im ersten Durchgang nur Aluminium getroffen hatten, unterlief dem kroatischen Mittelstürmer ein Eigentor (65.). Im Gegenzug traf Petric dann immerhin noch zum 4:2 (66.). Den Endstand besiegelte Halil Altintop mit einem Foulelfmeter, den Gekas herausgeholt hatte.

Oenning für Veh auf der Trainerbank

Die Gäste mussten auf sieben Leistungsträger verzichten, darunter neben Rost Stürmerstar Ruud van Nistelrooy. Deshalb spielte Marcell Jansen auch mit einem gebrochenen linken kleinen Zeh. Am Morgen meldete sich dann auch noch Trainer Armin Veh ab, der wegen einer Grippe im Hotel das Bett hüten musste. Für den 49-Jährigen hatte Co-Trainer Michael Oenning die sportliche Verantwortung.

Nach einer ebenso abwechslungsreichen wie unterhaltsamen ersten Hälfte kontrollierte die Eintracht zunächst weiterhin das Geschehen und kam mit der ersten Offensivaktion nach einem Freistoß zum 4:1, als der Versuch einer Kopfballabwehr von Petric im eigenen Tor landete. Im Gegenzug war der Stürmer dann per Kopfball erfolgreich. Nach einer Stunde musste Jansen das Feld verlassen, für ihn kam der talentierte Koreaner Son Heung-Min. Elf Minuten vor dem Ende brachte Oenning dann noch Eric-Maxim Choupo-Moting für Pitroipa. Die Maßnahmen allerdings hatten nicht mehr den gewünschten Effekt.


Alemannia Aachen - 1. FSV Mainz 05 2:1 (1:0)

Die Shootingstars des 1. FSV Mainz 05 sind der 2. Runde des DFB-Pokals an "Pokalschreck" Alemannia Aachen gescheitert und können sich künftig voll und ganz auf die bisher für sie so überragende Bundesliga-Saison konzentrieren. Die Mainzer verloren beim Zweitligisten nicht unverdient mit 1:2 (0:1) und kassierten damit erst die zweite Niederlage im elften Pflichtspiel der Saison.

Der frühere Mainzer Benjamin Auer (26.) und Marco Höger (60.) hatten die Aachener, die in den letzten sechs Jahren unter anderem zwei Mal Rekordgewinner Bayern München im DFB-Pokal eliminiert und 2004 das Endspiel erreicht hatten, mit 2:0 in Führung. Die 05er kamen nur noch zum Anschlusstreffer durch den sechs Minuten zuvor eingewechselten Adam Szalai (68.).

Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel, der in der Endphase wegen Meckerns auf die Tribüne musste, gönnte mit Blick auf das Spitzenspiel am Sonntag gegen Borussia Dortmund Linksverteidiger Christian Fuchs und Szalai zunächst eine Verschnaufpause, bot ansonsten aber seine beste Formation auf. Somit auch den früheren Aachener Lewis Holtby, der seinen Ex-Club im Stadionheft immer noch als "meine Liebe" bezeichnete, nach einer schwachen Leistung aber zur Pause in der Kabine bleiben musste.

Mainz anfällig in der Abwehr

Nach langweiligen ersten 20 Minuten wirkte ein gefährlicher Außenrist-Schuss von Andreas Ivanschitz als Weckruf. Vor allem für die Aachener, die nun ganz starke zehn Minuten hatten. Zunächst scheiterte Auer nach einem groben Schnitzer von Routinier Miroslav Karhan mit einem Lupfer an 05-Keeper Christian Wetklo (25.), wenige Sekunden später gelang dem Ex-Mainzer dann doch die Führung. Nach einer schönen Hereingabe von Tolgay Arslan ließ Auer Wetklo aus abseitsverdächtiger Position keine Abwehrchance.

Nur langsam erholten sich die Mainzer von dem Schock. Nach dem Wechsel war der Bundesliga-Tabellenführer bemüht, den Druck zu erhöhen, war nun aber anfällig in der Defensive. Zunächst parierte Wetklo einen Volleyschuss von Zoltan Stieber glänzend (50. ), dann setzte der Ungar nach einem Stellungsfehler von Nikolce Noveski den Ball auf die Latte (59.). Nun spielte sich Aachen in einen kleinen Rausch. Höger gelang mit einem unhaltbaren 22-Meter-Schuss das 2:0, Stieber verfehlte nur um Zentimeter die endgültige Entscheidung (61.). Dies rächte sich, Szalai brachte die Rheinhessen nach einer schönen Flanke von Andre Schürrle noch einmal heran.


1899 Hoffenheim - FC Ingolstadt 04 1:0 (0:0)

1899 Hoffenheim hat sich in Unterzahl ins Achtelfinale des DFB-Pokals gezittert. Die Kraichgauer setzten sich mit 1:0 (0:0) gegen den Zweitliga-Vorletzten FC Ingolstadt durch. Das entscheidende Tor erzielte Demba Ba (63.). Stürmer Vedad Ibisevic hatte wegen Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte gesehen (39.). Nach einer harmlosen Aktion rief der bosnische Nationalspieler dem Unparteiischen Tobias Stieler (Obertshausen) etwas zu. Der Referee stellte Ibisevic daraufhin vom Platz.

In der Rhein-Neckar-Arena von Sinsheim tat sich Hoffenheim zu Beginn aber auch mit elf Spielern schwer. Vom sonst häufig vorgetragenen Angriffswirbel war nicht viel zu sehen. Chinedu Obasi (3.) scheiterte in der Anfangsphase mit einem Kopfball an Ingolstadts Torhüter Sascha Kirschstein. Ibisevic (7. und 23.) verfehlte ebenfalls per Kopf zwei Mal knapp das Tor. In der 33. Minute rettete Kirschstein bei einem Distanzschuss von Obasi glänzend.

Rangnick verändert seine Startformation

Die Gäste versteckten sich keineswegs und spielten phasenweise gefällig nach vorne. Bei einem Freistoß des Ex-Hoffenheimers Sebastian Hofmann (13.) musste 1899-Schlussmann Tom Starke auf der Hut sein.

Rangnick hatte gegenüber dem 1:1 am vergangenen Sonntag bei Borussia Dortmund vier Änderungen vorgenommen. Ibisevic rückte ebenso in die Startelf wie Neuzugang Gylfi Sigurdsson, Christian Eichner und Obasi. Damit gab der Nigerianer Obasi in dieser Saison nach langer Verletzung sein Debüt in der Anfangsformation. Nach dem Seitenwechsel agierte Hoffenheim trotz Unterzahl aggressiver. Der zur Pause eingewechselte Ba sorgte für frischen Schwung, scheiterte aber zunächst ebenso an Kirschstein (46.) wie Sejad Salihovic (52.) mit einem Freistoß. Auf der Gegenseite blockte Marvin Compper einen Schuss von Fabian Gerber (58.) in höchster Not ab.


Hallescher FC - MSV Duisburg 0:3 (0:2)

Der MSV Duisburg hat seinen Siegeszug auch im DFB-Pokal fortgesetzt. Der Tabellenzweite der 2. Bundesliga zog mit einem 3:0 (2:0) beim Regionalligisten Hallescher FC ins Achtelfinale ein. Für die "Zebras" war es der vierte Pflichtspielsieg in Serie.

Stefan Maierhofer (7./33.) machte der Hoffnung des Viertligisten auf eine Pokalsensation in der WM-Arena Leipzig ein schnelles Ende. Der österreichische Nationalspieler verwandelte zunächst einen Freistoß aus 27 Metern zum 1:0, anschließend traf er per Kopf. Zwei Minuten vor seinem zweiten Treffer hatte Maierhofer einen Handelfmeter verschossen - Darko Horvat im Tor der Gastgeber parierte. Den Schlusspunkt setzte Ivica Grlic (85.)

Das Spiel war dennoch früh so gut wie gelaufen. Der MSV agierte eiskalt, sparte Kraft und hatte nur selten Probleme mit den bemühten Gastgebern, die spielerisch limitiert waren.