München - Der Hamburger SV gegen 1899 Hoffenheim ein Derby? Zumindest für einen. 1899-Coach Holger Stanislawski reist am Sonntag in seine hanseatische Heimat, um mit den Kraichgauern auswärts in die Erfolgsspur zurückzukehren und die Punkte mitzunehmen.

Der ehemalige St. Pauli-Coach nähme einen Erfolg gerne mit, denn nach einem zwischenzeitlichen 4. Rang stagniert Hoffenheim derzeit im Mittelfeld der Bundesliga. Die Hamburger allerdings brauchen den "Dreier" (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) dringend, um sich aus dem Tabellenkeller herauszuarbeiten. Zudem wartet Thorsten Fink immer noch auf seinen ersten Bundesliga-Sieg als HSV-Trainer.

HSV beweist Moral

Drei Remis hat Fink bislang auf seinem Bundesliga-Konto, doch das 2:2 gegen Vizemeister Bayer Leverkusen nach 0:2-Rückstand macht dem 41-Jährigen Mut, dass gegen Hoffenheim der erste "Dreier" und insbesondere der erste Heimsieg gelingen könnte.

"Das Spiel in Leverkusen hat der Mannschaft viel Selbstvertrauen gegeben", erklärte der Trainer, der seiner Mannschaft eine gute Moral attestierte. "Die Spieler haben gesehen, was sie können."

Berg ist eine Option für Fink

Gegen Leverkusen sind mit Heiko Westermann und Marcell Jansen zwei Abwehrspezialisten in die Bresche gesprungen, als es ums Toreschießen ging. Gegen Hoffenheim könnte diese Aufgabe auf Stürmer Marcus Berg zukommen, denn Mladen Petric ist noch nicht wieder fit genug für einen Einsatz.

Dafür sind aber Jeffrey Bruma und Ivo Ilicevic wieder Optionen, für Bruma wäre sogar ein Einsatz in der Startelf möglich. Ilicevic könnte von der Reservebank aus ins Spiel kommen. Fink erklärte, der Kroate komme für 20 bis 30 Minuten in Frage.

Große Auswahl für Stanislawski

Holger Stanislawski kann dagegen personell aus dem Vollen schöpfen, denn bis auf Matthias Jaissle und Andreas Ibertsberger stehen dem Coach alle Spieler zur Verfügung - auch Kapitän Andreas Beck, der vor der Länderspielpause Oberschenkelprobleme hatte.

Empfohlen hat sich Peniel Mlapa, denn der U-21-Nationalspieler traf gegen Griechenland beim 5:4-Erfolg drei Mal. "Penny hat sich wieder in den Fokus gespielt. Er hat sein Tief überwunden, sich nie hängen lassen und einfach weiter Gas gegeben. Das hat mir imponiert", sagte Stanislawski über den Stürmer.

Der Trainer, der mit seinem Team nach drei Auswärtsniederlagen in Folge die Wende schaffen will, warnte aber gleichzeitig vor den Hamburgern. "Sie stehen mehr unter Druck als wir", erklärte Stanislawski, "wenn du im Tabellenkeller stehst, brauchst du zu Hause Siege."

Mit Blick nach vorne

Mit 17 Punkten steht Hoffenheim momentan im sicheren Mittelfeld der Tabelle. Zur Abstiegszone haben die Kraichgauer ein paar Punkte als Puffer, doch der Blick richtet sich nach vorne, denn der Weg zu Platz 6, der in dieser Saison auch zur Europa-League-Qualifikation reicht, ist nicht weit. "Wir müssen auf uns schauen und auf Sieg spielen, wenn wir den Blick nach oben richten wollen", meinte daher auch Abwehrspieler Edson Braafheid.

1899-Trainer Stanislawski würde mit einem Sieg zudem das Gesetz der Serie zwischen den beiden Teams brechen, denn noch nie gewann die Auswärtsmannschaft in diesem Duell. Vielleicht passt es da ganz gut, dass "Stani" auch in Hamburg heimisch ist.

Jessica Pulter