Zehn Tage bei Borussia Mönchengladbach hat Paul Stalteri inzwischen hinter sich. Und der Kapitän der kanadischen Nationalmannschaft ist sicher, dass er mit dem Wechsel von Tottenham zum VfL die richtige Entscheidung getroffen hat.

"Ich wollte einfach wieder eine realistische Chance haben, dass ich spielen kann", sagte der 31-jährige Außenverteidiger im Trainingslager des VfL in Maspalomas. In Tottenham hatte er diese Aussicht nicht mehr, nachdem er in der Rückrunde der vergangenen Saison dem FC Fulham als Ausleihspieler zum Klassenerhalt verholfen hatte, dann aber ein endgültiger Wechsel von einem Londoner Club zum anderen gescheitert war.

Rechts wie links

Die Chance, dass er nach seiner Rückkehr in die Bundesliga wieder mehr spielen wird als zuletzt in der Premier League, ist in der Tat groß. Der Kanadier kann in der Abwehrkette auf beiden Außenbahnen spielen, bevorzugt rechts, aber durchaus auch links, so wie er es unter Thomas Schaaf in Bremen häufig tat. Und bei Borussia sah man auf den Außenpositionen in der Abwehr für die Rückrunde Verbesserungsbedarf.

Paul Stalteri bringt nicht nur die Erfahrung aus sieben Jahren Bundesliga mit, sondern auch die aus einem erbitterten Abstiegskampf in der Premier League. "Als ich im Januar 2007 nach Fulham kam, hatten wir fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz", erinnert er sich. "Fünf Spieltage vor dem Saisonende boten die Buchmacher eine Quote von 100 zu 1, wenn jemand darauf gewettet hat, dass wir noch drin bleiben."

Fulham und Stalteri (und übrigens auch Borussias Ex-Keeper Kasey Keller, der inzwischen in Seattle spielt) schafften das Wunder. Von den letzten fünf Saisonspielen gewann die Mannschaft vier, darunter drei Auswärtsspiele - und das, obwohl Fulham vorher zweieinhalb Jahre ohne jeden Auswärtssieg geblieben war.

Vier Mittel gegen den Abstieg

"Vier Dinge sind in so einer Situation wichtig", weiß Stalteri: "Der Glaube, dass man es noch schaffen kann. Das Selbstvertrauen in die eigenen Stärken. Der Kampfgeist. Und die Fans, denn ohne deren Unterstützung geht es nicht. Die Mannschaft muss spüren, dass die Fans noch an sie glauben."

Aus England weiß Borussias Neuzugang auch, wie Ergebnisse aus Testspielen zu bewerten sind. "Mit Tottenham haben wir in den letzten Jahren kaum ein Vorbereitungsspiel verloren - trotzdem lief es in der Meisterschaft dann nicht so wie gewünscht. Die Resultate aus den Tests sind nicht so wichtig", sagt er.

"Natürlich will man jedes Spiel gewinnen, aber wichtig ist, dass man sich einspielt und sich gut vorbereitet. Wichtig ist für uns nur der 31. Januar." Da spielt Borussia beim VfB Stuttgart. Mit Paul Stalteri? Rechts oder links in der Abwehrkette? Man wird sehen. Noch liegen 18 Tage Vorbereitung vor dem Kanadier und seinen Teamkollegen.