Köln - Während das Thema Integration im Moment in Deutschland heiß diskutiert wird, ist es für den FC St. Pauli ein alter Hut. Seit dem Jahr 2001 gibt es mittlerweile unter der Leitung des "Fanladen St. Pauli" den sogenannten "Kiezkick".

Einmal pro Woche können Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren unter dem Motto "Fußball der Kulturen" nach Herzenslust bolzen und tricksen. Außerdem gibt es noch einen zusätzlichen Termin, der ausschließlich für Mädchen gilt.

"...etwas für die Kinder im Viertel zu machen"

"St. Pauli ist ein vielschichtiger Stadtteil, und das spiegelt sich auch bei unseren Teilnehmern wider", sagt Elin Wagner, Ansprechpartnerin des Fanladens für das Projekt. "Die Idee war, etwas für die Kinder im Viertel zu machen, sie für den Fußballsport zu begeistern."

Dies ist bei 40 Teilnehmern pro Trainingseinheit zweifellos gelungen. Acht Übungsleiter sind im Einsatz, um den Ansturm zu bewältigen. Die Kinder und Jugendlichen werden in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt, je nach Alter und Intention der Teilnahme. Die einen wollen "nur" kicken, andere ein fachmännisches Training, um die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Beides ermöglicht der "Kiezkick".

Benefizspiel der Profimannschaft gegen eine Prominentenauswahl

Damit dieses Projekt überhaupt ins Leben gerufen und finanziert werden konnte, organisierte der Fanladen in Kooperation mit dem FC St. Pauli 2002 ein Benefizspiel der Profimannschaft gegen eine Prominentenauswahl. Am Ball waren unter anderem Detlev Buck, Jürgen Vogel, Peter Lohmeyer, Fettes Brot und Die Ärzte.

Der Erlös ermöglichte den Aufbau von "Kiezkick", und auch heute noch finanziert sich das Projekt aus Spendengeldern. Doch "Kiezkick" geht über die reine sportliche Arbeit hinaus. So flitzen die Kids mit selbstgestalteten "Kiezkick"-Shirts durch St. Pauli - möglich gemacht durch fleißige Spender. Außerdem werden Kinder ohne eigene Sportkleidung mit Schuhen und Trikots versorgt.

Profis schauen schon mal beim "Kiezkick" vorbei

Darüber hinaus organisiert der "Fanladen St. Pauli" derzeit eine Auswärtstour zu einem Spiel der Bundesliga-Profis. So werden Ende November die großen von den kleinen Kiezkickern beim Auswärtsspiel in Bremen unterstützt. Die Profis revanchieren sich auf ihre Art und Weise. Ab und zu schauen sie bei den Trainingseinheiten vorbei und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Und wer weiß: Vielleicht haben sie in ein paar Jahren einen Kollegen in ihren Reihen, der auf dem Bolzplatz im Schatten der Reeperbahn das Kicken gelernt hat.

Florian Reinecke