Hamburg - Es war die 88. Minute im ersten Bundesliga-Heimspiel des FC St. Pauli seit achteinviertel Jahren. Die meisten Zuschauer im ausverkauften Millerntor-Stadion hatten sich gerade mit dem 0:0 abgefunden.

Dann stocherte Isaac Vorsah den Ball nach einem Eckball zum 1:0-Erfolg für 1899 Hoffenheim über die Linie. Als St. Paulis Max Kruse nur eine Minute später aus sechs Metern freistehend vergab, sahen sich die Trainer bestätigt.

Keiner mit Remis zufrieden

"Wer das Spiel genau beobachtet hat, hat gesehen, dass beide Mannschaften nicht mit dem Unentschieden zufrieden sind und auf jeder Seite bis zum Schluss noch was passieren kann", so St.-Pauli-Coach Holger Stanislawski: "Leider hat es dann uns erwischt."

"Es war ein intensives Spiel von beiden Seiten", analysierte Stanislawskis Gegenüber Ralf Rangnick auf Nachfrage von bundesliga.de: "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt und nicht verhindern können, dass St. Pauli immer wieder sein Spiel aufziehen konnte."

"Mehr Kampf und Wille als Spielkultur"

In der Pause hat Hoffenheims Trainer seine Spieler wachgerüttelt - mit Erfolg: "In der zweiten Hälfte haben wir uns deutlich gesteigert und hatten bessere Phasen." Nach dem überzeugend herausgespieltem 4:1 über Werder Bremen am 1. Spieltag haben die Hoffenheimer auf St. Pauli auch kämpferisch überzeugen können - und müssen. "Das Spiel war eine kämpferische Leistung, von vielen Zweikämpfen geprägt. Es war mehr Kampf und Wille als Spielkultur", lautete das Fazit von Nationalspieler Andreas Beck.

"Wir haben immer an uns geglaubt, waren bis zum Schluss bissig", begründete Becks Verteidiger-Kollege Josip Simunic das späte Erfolgserlebnis. "Am Ende haben wir glücklich gewonnen", gesteht Rangnick ein und lobt den Gastgeber: "St. Pauli wird die Klasse halten. Ich glaube nicht, dass hier viele Mannschaften gewinnen werden."

Jürgen Blöhs