Hamburg/Kaiserslautern - Kasachstans Trainer Miroslav Beranek hatte vor der Partie noch die leise Hoffnung gewagt, dass für sein Team beim großen Favoriten mit etwas Glück eine kleine Sensation möglich ist - wenn die erste halbe Stunde denn ohne Gegentor überstanden würde.

Doch Miroslav Klose sorgte im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern bereits nach drei Minuten für große Ernüchterung bei den Gästen - und für einen ruhigen Abend für die DFB-Auswahl.

Lahm sieht "genug Qualität"

Nach dem 4:0 gegen die kasachischen Außenseiter zieht Deutschland in der EURO-Qualifikation in der Gruppe A weiter einsam seine Kreise an der Spitze. Mit fünf Siegen aus fünf Spielen hat das Team um Bundestrainer Joachim Löw zumindest bis Dienstag acht Punkte Vorsprung auf die Verfolger aus der Österreich und Belgien.

"Wir haben noch schwere Spiele vor uns und da kann noch einiges schief gehen", drückte Kapitän Philipp Lahm nach dem Schlusspfiff zwar ein wenig auf die Euphoriebremse. Doch diese Aussage gebührt wohl eher dem Respekt an die kommenden Gegner. Denn Lahm zeigte sich auch überzeugt, "dass die Mannschaft genug Qualität hat, um die Qualifikation zu meistern."

Klose jagt Müllers Rekord

Bevor das Spiel so richtig anfing, war die Anspannung durch den frühen Treffer von Klose auch schon wieder verflogen. In der Folge verwaltete die DFB-Elf die Partie gegen ein schwaches Kasachstan, das gegen die gut organisierten Hausherren nicht den Hauch einer Chance hatte.

Thomas Müller schraubte das Ergebnis mit einem "Doppelpack" auf 3:0, ehe Klose mit seinem 60. Treffer im 108. Länderspiel sein zehnjähriges Dienstjubiläum im Trikot mit dem Adler krönte und nur noch acht Tore vom Rekordhalter Gerd Müller entfernt ist.

"Ein Tor fast in der ersten und in der letzten Minute. Dass es so läuft, hätte ich mir nie erträumen lassen. Jetzt will ich natürlich auch ganz nach oben in der Torjägerliste. Und ich habe das mit Gerd Müller auch schon besprochen - er wäre nicht böse, wenn ich das schaffe", erklärte Klose mit einem Lächeln im "ZDF".

In der zweiten Hälfte "zu viel quer gespielt"

Doch auch wenn das Ergebnis deutlich ausgefallen ist, so waren die Spieler nicht wirklich zufrieden mit ihrer Leistung. "Phasenweise haben wir die Anweisungen vom Bundestrainer gut umgesetzt. Aber was wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, war einfach zu wenig", analysierte Lahm.

Löw sah man schon während der Partie an, dass ihm die vier Tore nicht wirklich zu überschwänglichem Jubel veranlassen. "Es war klar, dass wir uns in diesem Spiel an uns selbst messen müssen. In der ersten Halbzeit haben wir uns mehrere Chancen herausgespielt und drei Tore geschossen. Danach haben wir das Tempo vermissen lassen und ein wenig zu viel quer gespielt", meinte er.

Im Freundschaftsspiel gegen Australien wird dem DFB-Team am Dienstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) aller Voraussicht nach wohl mehr abverlangt werden. Bei der WM 2010 in Südafrika fertigte Deutschland die "Socceroos" im Auftaktspiel mit 4:0 ab. Lukas Podolski schoss damals bereits nach acht Minuten das 1:0.

Michael Reis