Diese Spieler stehen am 2. Spieltag im Fokus - © DFL/Getty Images (2), imago (1)
Diese Spieler stehen am 2. Spieltag im Fokus - © DFL/Getty Images (2), imago (1)
bundesliga

2. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

whatsappmailcopy-link

Der FC Bayern München zaubert auch gegen Wolfsburg, die Talente bescheren Borussia Dortmund einen perfekten Saisonstart und Timo Werner trifft beim Comeback - die Themen des Wochenendes.

1) Bayern weiter in Topform

Die Bayern legen nach! Auf die beeindruckende 6:1-Show bei Eintracht Frankfurt zum Saisonauftakt ließ der deutsche Rekordmeister am Sonntag ein 2:0 im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg folgen und führt damit die Tabelle weiterhin an. Im Mittelpunkt stand dabei wieder einmal Jamal Musiala. Der 19-Jährige präsentiert sich in der Anfangsphase der neuen Spielzeit in absoluter Topform und brachte den FCB gegen die Wölfe mit einem tollen Schuss von der Strafraumkante in Führung (33.). Musiala traf in allen drei Pflichtspielen in dieser Saison, erstmals überhaupt erzielte er in drei aufeinander folgenden Pflichtspielen für die Münchner ein Tor.

Jetzt noch mitmachen beim Bundesliga Fantasy Manager!

Noch vor dem Pausenpfiff erhöhte Thomas Müller auf 2:0 (44.), in einer besonderen Partie für das FCU-Urgestein: Müller absolvierte sein 417. Bundesliga-Spiel, überholte im Bayern-Ranking damit Katsche Schwarzenbeck und steht nun alleine auf Rang vier - nur Sepp Maier, Oliver Kahn und Gerd Müller bestritten mehr Bundesliga-Spiele für die Münchner. Thomas Müller hat zudem jetzt in 14 verschiedenen Bundesliga-Saisons getroffen und hat damit den Bayern-Rekord von Gerd Müller, Klaus Augenthaler und Mehmet Scholl eingestellt.

Im zweiten Durchgang war das Spiel deutlich ausgeglichener und arm an Höhepunkten, aber das störte die Gastgeber nicht. Sie brachten das Ergebnis problemlos über die Zeit und bejubelten den zweiten Saisonsieg.

2) BVB-Talente bescheren Dortmund einen gelungenen Saisonstart

Zwei Spiele, zwei Siege: Auch Borussia Dortmund feiert einen gelungenen Saisonstart. Doch der 3:1-Erfolg des BVB beim SC Freiburg war ein hartes Stück Arbeit. Trainer Edin Terzic bewies schließlich jedoch ein glückliches Händchen und wechselte mit Marius Wolf und den beiden Youngstern Youssoufa Moukoko und Jamie Bynoe-Gittens den Sieg ein. Alle drei trafen.

Hol' dir die Bundesliga NEXT App!

Neuzugang Anthony Modeste hatte von Beginn an die Chance bekommen. Doch irgendwie wollte es noch nicht so richtig klappen beim erfahrenen Stürmer, der erst vor wenigen Tagen vom 1. FC Köln nach Dortmund gekommen war. Trotz seiner Erfahrung tat sich der 34-Jährige schwer gegen gut spielende Freiburger, die dann auch durchaus verdient mit 1:0 zur Pause führten.

Unbekümmert und treffsicher: BVB-Talente drehen auf

Terzic griff dann in der zweiten Hälfte in die Trickkiste und stellte dem Oldie mit Moukoko (17) und Bynoe-Gittens (18) zwei Youngster zur Seite. Plötzlich lief es beim BVB. Beim 1:1 durch Bynoe-Gittens war der BVB zwar noch auf die Hilfe von Freiburgs Schlussmann Mark Flekken angewiesen, doch nach dem 1:1 kamen die Gäste dann ins Rollen. Auch Dank eines hervorragend aufgelegten Moukoko, der neben den Torbeteiligungen am 1:1 und 3:1 das 2:1 selbst beisteuerte. "Nach dem 1:1 von Jamie waren wir voll im Spiel. Ich hatte immer das Gefühl, dass wir das Spiel drehen können", erklärte der Matchwinner nach der Partie zurecht selbstbewusst.

3) Timo Werner trifft beim Comeback

"Die Rückkehr war super, das Publikum war super. Man hätte sich den Tag eigentlich nicht besser vorstellen können: Das Tor war die Krönung", freute sich Timo Werner. Der Stürmer kam nämlich exakt 777 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel für RB Leipzig wieder für die Sachsen zum Einsatz - und erzielte direkt mit seinem ersten Torschuss das 1:0 für die Mannschaft von Domenico Tedesco. Beim Spiel gegen den 1. FC Köln gab es allerdings ein großes "Aber": Die ambitionierten Leipziger spielten 2:2 gegen die Rheinländer.

Die Zahlen zum 2. Spieltag

Dass Werners Comeback nicht mit einem Dreier vollends versüßt werden konnte, lag zum einen an der zu bemängelnden Effizienz im Abschluss und zum anderen an der inkonsequenten Defensive: "Es fehlt im Moment ein bisschen die letzte Gier, Konsequenz und Konzentration, um das sauber zu verteidigen", sagte Willi Orban. Was es am Samstag zudem noch schwerer gegen den mutigen FC machte: Kurz vor dem Halbzeitpfiff sah Dominik Szoboszlai die Rote Karte. "Nach dem 1:1 und dem Platzverweis ist das ganze Spiel gekippt", sagte Leipzig-Kapitän Peter Gulacsi. Nach zwei Spielen stehen die Sachsen nun bei zwei Zählern. "Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben", betonte Gulacsi.

Kommende Woche geht es zu Union Berlin. Was gegen die starken Köpenicker zuversichtlich stimmt? Timo Werner! "Mit Timo auf dem Platz ist es etwas ganz anderes: Die Gegner haben Respekt vor ihm und seiner Schnelligkeit. Das ist eine große Waffe", lobte Orban seinen Kollegen. Obwohl er nur zwei, drei Mal mit dem Team trainieren konnte, stand Werner direkt in der Startelf, traf und riss immer wieder Räume für seine Mitspieler. Mit nun 79 Treffern in 128 Bundesliga-Spielen ist die alte und neue Nummer 11 der Leipziger der unangefochtene Rekord-Torschütze des Champions-League-Teilnehmers. "Mit meinem Einstand bin ich ganz zufrieden, daraus kann ich Selbstvertrauen ziehen." Und mit noch mehr Trainingseinheiten unter Tedesco dürfte der Nationalspieler noch besser, wertvoller und gefährlicher werden. "Wir werden noch sehr viel Spaß mit Timo haben", ist sich Gulacsi sicher.

4) Schalke feiert Punkt bei Kramers Heim-Debüt

Mit einer eindrucksvollen Choreographie hatten die Fans des FC Schalke 04 beim ersten Bundesliga-Heimspiel nach 455 Tagen ihre Mannschaft empfangen. Und so spektakulär, wie der Abend in der Arena in Gelsenkirchen begonnen hatte, so endete er schließlich auch. Simon Terodde fasste bei Sky die Gefühlswelt der Anhänger seines Clubs zusammen: "Die Leute hier haben das vermisst, es ist schön, dass wir denen in der 93. Minute einen Punkt bescheren konnten."

Sein Sturmpartner Marius Bülter hatte die Arena mit dem verwandelten Handelfmeter in der vierten Minute der Nachspielzeit in Ekstase versetzt und Trainer Frank Kramer damit einen Punkt in dessen erstem Heimspiel beschert. Das 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach fühlte sich aus Schalker Sicht - vor allem aufgrund der Genese des Ergebnisses - an wie ein Sieg. "Wir haben eine geile Stimmung gehabt, ein gutes Spiel gemacht und leidenschaftlich gefightet", sagte der Schalker Coach, der nach dem späten Ausgleichstreffer in einem Höllen-Tempo an der Seitenlinie entlang gesprintet war. "Das musste raus. Die Fans haben uns reingepeitscht in dieses Spiel. Unfassbar und unglaublich."

Das ist die Transfer-Top-11 dieses Sommers

Schalke hatte seinen Fans eine echte Achterbahn der Gefühle beschert. Zunächst hatte Rodrigo Zalazar mit einem Fernschuss die 1:0-Führung erzielt (23.). Dann drehte Borussia Mönchengladbach die Partie binnen sechs Minuten. Zunächst traf Jonas Hofmann (72.), dann nutzte Marcus Thuram einen Fehler von Schalke-Torhüter Alexander Schwolow zum zwischenzeitlichen 2:1 für die Fohlenelf (78.). Beim finalen Schlusspunkt leistete Patrick Herrmann unfreiwillig Hilfe. Der Gladbacher spielte den Ball mit der Hand ins Aus - der Video-Assistent entschied auf Strafstoß. Der Rest ging im königsblauen Jubel unter.

5) Augsburg überrascht in Leverkusen

Das wohl überraschendste Ergebnis des 2. Spieltags war der 2:1-Auswärtssieg des FC Augsburg bei Bayer 04 Leverkusen. Während die Werkself einen Fehlstart in die neue Saison hinlegte und auch das zweite Spiel verlor, hat sich der FCA durch diesen Erfolg nach dem 0:4 gegen Freiburg zum Auftakt rehabilitiert. Fredrik Jensen (15.) und Geburtstagskind Andre Hahn (82.) erzielten die Treffer für die Fuggerstädter.

Im Mittelpunkt stand aber ein anderer Augsburger: Schlussmann Rafal Gikiewicz, der in mehreren Szenen die gegnerischen Spieler mit überragenden Paraden zur Verzweiflung brachte. Nur einmal musste er hinter sich greifen, als Charles Aranguiz zum zwischenzeitlichen 1:1 traf (43.). "Wir sind glücklich, dass wir einen geilen 2:1-Sieg geschafft haben. Natürlich war etwas Glück dabei, weil Leverkusen viele Chancen hatte, aber es war eine richtig gute Teamarbeit von allen", lobte Gikiewicz seine Mannschaft.

Die Trainerstimmen

Im 23. Anlauf hat Augsburg damit erstmals gegen Leverkusen gewonnen. Keine andere Partie der Bundesliga-Geschichte fand so oft statt, ohne dass eine Mannschaft jemals gewann. "Der erste Dreier gegen Leverkusen fühlt sich einfach nur schön an. Darauf werde ich sicherlich mit einem Bierchen anstoßen, besser kann man sich seinen Geburtstag nämlich nicht vorstellen", freute sich Andre Hahn nachher.