Das Spiel gedreht, mit dem dritten Sieg in Folge den schwachen Saisonstart endgültig zu den Akten gelegt und die Herbstmeisterschaft fest ins Visier genommen.

Nach dem 2:1 (0:0) am 10. Bundesliga-Spieltag bei Eintracht Frankfurt ist beim deutschen Rekordmeister Bayern München die "Mir-san-mir"-Mentalität wieder eingekehrt.

"Nichts gegen die Herbstmeisterschaft"

"Wir wollen an die Tabellenspitze. Das ist ganz normal, das wird vom FC Bayern verlangt" sagte Trainer Jürgen Klinsmann, dessen Mannschaft auf dem vierten Tabellenplatz nur noch vier Punkte hinter Überraschungs-Spitzenreiter 1899 Hoffenheim liegt. "Ich hätte nichts gegen die Herbstmeisterschaft. Dafür bedarf es aber noch einiger Siege. Es wird nicht einfach, aber wir wollen das auch so."

Vor allem Manager Uli Hoeneß, der zuletzt den Gewinn der Herbstmeisterschaft gefordert hatte, sah sich bestätigt. "Ich gebe zu, dass diese Forderung provokant war. Aber ich musste mich melden, um zu zeigen, dass wir das "Mir-san-mir-Gefühl noch haben", erklärte der Funktionär. bundesliga.de hat mit Hilfe der Statistik-Datenbank den Aufschwung des FCB analysiert.

Defensive

Die Defensive des FC Bayern ist bei weitem noch nicht so felsenfest, wie sie es in der vergangenen Saison war. Allerdings zeigen die Münchener eine aufsteigende Tendenz, was die Arbeit nach hinten angeht: An den vergangenen drei Spieltagen ließ der FCB im Schnitt nur noch 3,0 Schüsse zu, die aufs eigene Tor kamen, nachdem es zuvor 4,3 pro Spiel waren. Dadurch konnte das Team von Trainer Jürgen Klinsmann die Anzahl der Gegentreffer enorm verringern - von 1.86 pro Partie auf 1.00 im Durchschnitt.

Michael Rensing

Es gibt sicherlich leichtere Aufgaben, als die Nachfolge von Oliver Kahn beim FC Bayern anzutreten. Auf Michael Rensing lastet ein nicht unerheblicher Druck, doch der Nachfolger des "Titans" macht seine Sache immer besser. Das belegen auch die Statistiken: Nachdem Rensing in den ersten sieben Spielen nur 53,6 Prozent der Torschüsse abwehren konnte, waren es bei den drei Siegen zuletzt 66,7 Prozent. Das Selbstvertrauen steigt, und so auch stetig die Qualität seiner Vorstellungen.

Spielerisch stärker

In der vergangenen Saison brillierte der FC Bayern phasenweise mit großartigen Leistungen, mit tollen Kombinationen. Zu Beginn dieser Spielzeit vermisste man etwas von dieser Leichtigkeit. Doch die Statistiken belegen, dass auch hier eine Besserung eingetreten ist. In den vergangenen drei Spielen erzielten die Bayern alle sieben Tore aus dem Spiel heraus. Zuvor benötigte der Rekordmeister bei jedem dritten Tor eine Standardsituation, um zum Torerfolg zu kommen (5 von 15).

Konzentration

Das A und O einer jeden Mannschaft ist die Konzentration: Auch in dieser Disziplin zeigen sich die Bayern stark verbessert. So steigerten die Münchener die Genauigkeit bei ihren Flanken aus dem Spiel heraus auf 26,8 Prozent - zuvor kamen nur 22,3 Prozent aller Hereingaben an. An den vergangenen drei Spieltagen hatte das Klinsmann-Team zudem eine Schussgenauigkeit von 45 Prozent - dies ist eine deutliche Steigerung gegenüber den 40,7 Prozent zuvor.

Miroslav Klose

Miroslav Klose hat zur alten Stärke zurückgefunden: Nach seinem "goldenen Tor" zum 1:0-Sieg in Karlsruhe, spielte der Nationalstürmer in der zweiten Halbzeit gegen den VfL Wolfsburg ganz groß auf, legte zwei Treffer beim 4:2-Sieg auf. Unter der Woche in Frankfurt legte er dann gleich noch nach - den Ausgleich erzielte er selbst und zu Franck Riberys Siegtor gab er den Assist. Miroslav Klose sammelte damit in den 2,5 Partien beinahe doppelt so viele Scorerpunkte (5) wie an den sieben Spieltagen zuvor.