München - Nachfolger für Draxler, Kruse und Co. gesucht: bundesliga.de stellt 18 Spieler vor, die sich in der kommenden Saison ins Rampenlicht spielen könnten.

Wer wird zum Star in der neuen Spielzeit, die am 9. August mit dem Traditionsduell zwischen dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach eröffnet wird (ab 20 Uhr im Live-Ticker)? Die Kandidaten im Kurzportrait.

1. FC Nürnberg: Daniel Ginczek (22)

Innenverteidiger Per Nilsson traf in der vergangenen Saison sechs Mal. Der Schwede avancierte damit zum gefährlichsten Torjäger des 1. FC Nürnberg. Einem ähnlichen Szenario wollten die Franken in dieser Spielzeit aus dem Weg gehen. Einer von vier neuen Stürmern ist Daniel Ginczek (Foto: © Imago). Der 22-Jährige ist robust, schnell, hat Zug zum Tor und mit rechts einen guten Schuss. 2012/13 traf "Ginni" für St. Pauli 18 Mal. "Mit seiner Schnelligkeit bekommen wir im Sturm eine neue Qualität hinzu", sagte Trainer Michael Wiesinger der "Bild". Beim Pokal-Aus in Sandhausen (3:4 n.E.) feierte er beim 1:0, einem feinen Tunnel nach einem Konter, bereits sein Pflichtspieltor-Debüt.

VfL Wolfsburg: Slobodan Medojevic (22)

Slobodan Medojevic kam beim VfL Wolfsburg nur langsam in die Gänge. Der ehemalige Kapitän der serbischen U21-Nationalmannschaft stieß im Januar 2012 von FK Vojvodina Novi Sad zum Wolfsrudel, wo er - unter Felix Magath - noch gar keine Rolle spielte. Erst Ende März dieses Jahres debütierte der 22-Jährige unter Trainer Dieter Hecking in der Bundesliga. In den letzten acht Spielen stand Medojevic sogar sechs Mal in der Startelf. Nach seinem Aufstieg zum Stammspieler macht sich der Serbe natürlich Hoffnungen auf einen Stammplatz auf der Doppel-Sechs. Beim erste Pflichtspiel, 1. Pokalrunde, gegen den Karlsruher SC kam Medojevic in der 62. Minute für Ja-Cheol Koo in die Partie und erntete Lob von Hecking: "Medo hat für Ruhe gesorgt, war präsenter als Koo."

VfB Stuttgart: Moritz Leitner (20)

Die Erwartungen an Moritz Leitner (Foto: © Imago) sind groß. Der 20-jährige Mittelfeldspieler kam per Ausleihe von Borussia Dortmund, um in Stuttgart Spielpraxis zu sammeln. Zwei Jahre wird Leitner das Trikot der Schwaben überziehen. "Mit meinem Fußball, mit meinen Qualitäten will ich dem VfB helfen, seine Ziele zu erreichen", sagt der Neuzugang. Für den BVB lief er in der vergangenen Spielzeit 25 Mal auf, davon 17 Mal lediglich als Einwechselspieler. Das soll sich nun beim VfB ändern. Leitner wird dabei die Sechser-Position bekleiden, im Pokalspiel gegen BFC Dynamo und in der Euro-League in Plovdiv spielte der gebürtige Münchener jeweils durch. Coach Bruno Labbadia plant fest mit dem Neuzugang in der Stammelf und ist "sehr gespannt, wie er die neue Herausforderung annimmt und wie er sich bei uns weiterentwickelt".

1. FSV Mainz 05: Julian Koch (22)

2010/11 war die Saison des Julian Koch. Der defensive Mittelfeldspieler war von seinem Stammverein Borussia Dortmund an den MSV Duisburg ausgeliehen, wo er sich pudelwohl fühlte, absoluter Leistungsträger war und zu einem der auffälligsten Zweitligaspieler aufstieg. Am 25. Februar 2011 verletzte sich Koch dann schwer am Knie. Eine Verletzung, die ihn bis heute nachwirkt. Nach monatelanger Pause - es drohte sogar eine Bein-Amputation - wurde der 22-Jährige in der Spielzeit 2012/13 erneut nach Duisburg ausgeliehen. Koch wurde wieder richtig gesund und spielte eine durchschnittliche Saison. Im Sommer entschied sich der Sechser für den 1. FSV Mainz 05. "Thomas Tuchel hat mich gepackt", sagt Koch. Beim FSV hat er durchaus Stammplatzpotenzial, auch wenn er im Pokal noch nicht dabei war.

SV Werder Bremen: Luca Caldirola (22)

Nach dem Weggang von Abwehrchef Sokratis musste Werder Bremen reagieren. Die Norddeutschen haben Ersatz in Italien gefunden. Luca Caldirola (Foto: © Imago) wechselte von Inter Mailand an die Weser und unterschrieb einen Vierjahresvertrag. "Luca hat mit seinen 22 Jahren schon einige Spiele auf dem Buckel", sagt Bremens Geschäftsführer Thomas Eichin. "Er hat eine gewisse Cleverness und ist in der Lage, eine Abwehrreihe zu führen." Caldirola ist ein technisch starker Innenverteidiger, der mit Übersicht und Spieleröffnung besticht. In Saarbrücken (1:3) im Pokal durfte er in der Innenverteidigung ran, konnte die Blamage aber auch nicht verhindern.

FC Augsburg: Raphael Holzhauser (20)

Das 4-1-4-1-System, in dem der FC Augsburg spielt, könnte Raphael Holzhauser (l.) in die Karten spielen. Eine der beiden zentralen offensiven Mittelfeldpositionen wäre für den Österreicher maßgeschneidert. Im Pokal bei RB Leipzig (2:0) agierte der vielseitige Mittelfeldmann auf Linksaußen. "Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Schritt für meine Entwicklung ist", sagt der 20-Jährige. "Ich habe den FCA in den letzten Jahren schon verfolgt und gerade die Spielweise der Mannschaft in der Rückrunde hat mir imponiert." Holzhauser, der letzte Spielzeit 23 Mal zum Einsatz kam, ist für ein Jahr vom VfB Stuttgart ausgeliehen.

1899 Hoffenheim: Anthony Modeste (25)

Anthony Modeste (Foto: © Imago) kam vom französischen Erstligisten Girondins Bordeaux nach Hoffenheim und führte sich prächtig ein. Mit einem Doppelpack bei seinem neuen Arbeitgeber beim 9:0-Kantersieg gegen die SG Aumund-Vegesack hatte er maßgeblichen Anteil an dem Weiterkommen von 1899. Er gab sieben Torschüsse ab - vier mehr als alle Spieler des Gegners. Modeste wurde zwar in der 63. Minute für Sven Schipplock ausgewechselt, allerdings ist ihm sein Startplatz in der ersten Elf beim Ligaauftakt höchstens durch eine Prellung zu nehmen, die er im Pokal davontrug. Alexander Rosen, Leiter Profifußball bei 1899, hält große Stücke auf den Franzosen: "Anthony ist ein schneller, kopfballstarker und torgefährlicher Stürmer, der zudem aggressiv gegen den Ball arbeitet."

Hertha BSC: Sami Allagui (27)

Sami Allagui geht in seine zweite Saison mit der Hertha BSC und ist aus der Stammelf der Berliner kaum noch wegzudenken. Im Pokalspiel gegen den VfR Münster war er der Ballermann des Spiels. Der tunesische Nationalspieler gab acht der 21 Berliner Torschüsse ab, bereitete zwei Treffer der Hauptstädter vor und traf selbst per Elfmeter zum 3:2-Endstand. Allagui sollte seinen Platz auf Rechtsaußen sicher haben, gerade weil er kein typischer Außenbahnspieler ist. Der gelernte Neuner zieht immer wieder in die Mitte. "In jedem Spiel ist er auch im Strafraum, um mit seinem Gespür dort den Torabschluss zu suchen. Das war in der Zweiten Liga so und das erhoffe ich mir auch in der Bundesliga", sagte Coach Jos Luhukay.

Eintracht Braunschweig: Jan Hochscheidt (25)

Nach Herthas Ronny war Jan Hochscheidt der torgefährlichste Mittelfeldspieler der 2. Bundesliga. Für den FC Erzgebirge Aue erzielte der 25-Jährige in der letzten Saison zehn Treffer. Zudem bescherte Hochscheidt den Veilchen den Klassenerhalt, als ihm am 34. Spieltag beim SV Sandhausen das Goldene Tor gelang. Die Entscheidung pro Braunschweig ist dem Mittelfeldmotor nicht schwer gefallen. "Ich habe mich sehr über die Anfrage der Eintracht gefreut und musste nicht groß darüber nachdenken. Es war klar, dass sie mein Ansprechpartner Nummer 1 sind, wenn sie in die Bundesliga aufsteigen", sagte Hochscheidt. Im Pokal stand er bereits in der Braunschweiger Startelf, das Aus in Bielefeld (1:2) konnte aber auch er nicht abwenden.


Spieler mit Starpotenzial - Teil I