Köln - Spielt er, oder spielt er nicht? - Das ist die Frage, die sich viele Fans von Hertha BSC Berlin in diesen Tagen stellen. Denn wenn Sami Allagui am 1. Spieltag gegen den SV Werder Bremen von seinem Trainer Jos Luhukay aufgestellt wird, dann ist den Herthanern ein Treffer so gut wie sicher.

Das sagt zumindest die Statistik: Allagui traf in den vergangenen sechs Jahren immer am ersten Spieltag (3 Mal in der Bundesliga, 3 Mal in der 2. Bundesliga)! Der Saisonauftakt liegt dem 28-Jährigen. Im Pokalspiel bei Viktoria Köln stand er zuletzt aber nicht einmal im Kader der Hauptstädter. "Ich bin durch die große Konkurrenzsituation dazu gezwungen, harte Entscheidungen zu treffen", begründete Luhukay die Maßnahme.

Hohe Effektivität

Dabei gehörte der Deutsch-Tunesier unter dem aktuellen Hertha-Coach in den vergangenen Jahren eigentlich immer zum Stammpersonal (Allagui spielte 54 von 68 möglichen Spielen unter Luhukay). Gerade gegen Bremen könnte er ein entscheidender Faktor werden. Er ist schnell, kreativ und flexibel einsetzbar. Alles Kriterien, die die viertschlechteste Abwehr der vergangenen Saison (66 Gegentore) ins Schwimmen bringen könnten.

Im Sturmzentrum agieren bei der Hertha außerdem mit Julian Schieber und Sandro Wagner zwei Spieler, die auf die Vorbereiterqualitäten Allaguis angewiesen sind. Genauso könnte Berlin aber auch von seinem Torriecher profitieren: Im vergangenen Jahr erzielte der Offensivallrounder mit nur 41 Torschüssen neun Tore - die zweitmeisten seines gesamten Teams.

Baut er die Bilanz aus?

Es bleibt abzuwarten, ob Luhukay auf seinen treffsicheren Flügelflitzer verzichten wird. Tut er es, könnte der Hertha die nötige Durchschlagskraft in der Offensive fehlen. Tut er es nicht, können wir gespannt sein, ob Sami Allagui seine beeindruckende Trefferbilanz am ersten Spieltag ausbauen wird.

Dennis-Julian Gottschlich