München - Bei Borussia Mönchengladbach ist Logan Bailly unumstritten die Nummer eins im Tor. In der belgischen Nationalmannschaft musste er sich bislang einen Zweikampf mit dem 31-jährigen Jean-Francois Gillet vom AS Bari liefern, doch nun entschied sich Belgien-Coach Georges Leekens für den "Fohlen"-Keeper.

Denn Bailly gehört die Zukunft bei den "Roten Teufeln", wie die Belgier auch genannt werden. Vor dem Auftaktspiel der EM-Qualifikation gegen Deutschland stellte sich der Gladbacher Torhüter den Fragen von bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Bailly, was bedeutet es Ihnen, gegen Ihre "Wahlheimat" Deutschland zu spielen?

Logan Bailly: Spiele gegen den Nachbarn Deutschland sind für Belgien immer etwas Besonderes. Durch die gute WM, die Deutschland gespielt hat, wird das Spiel für uns noch weiter aufgewertet. Und, na klar, für mich ist es eine interessante Aufgabe - schließlich kenne ich alle meine Gegenspieler aus der Bundesliga.

bundesliga.de: Die Vorzeichen vor der Partie sind klar: Deutschland ist der große Favorit. Oder sehen Sie das anders?

Bailly: Nein, das sehe ich ganz genauso. Deutschland ist nicht nur in diesem Spiel der Favorit, sondern auch in unserer Qualifikationsgruppe. Vielleicht wird die Türkei das Land, mit dem wir um den 2. Platz kämpfen. Vielleicht werden wir ja auch Erster und schaffen die direkte Qualifikation, wenn alles perfekt läuft. Wer weiß das jetzt schon?

bundesliga.de: Der belgische Fußball konnte sich seit der WM 2002 nicht mehr für ein großes Fußball-Turnier qualifizieren. Was ist mit den "Roten Teufeln" los?

Bailly: Ich bin vielleicht noch ein wenig zu jung und noch nicht lange genug bei der Nationalmannschaft dabei, um das zu beurteilen. Im Moment findet jedenfalls ein Umbruch im Nationalteam statt.

bundesliga.de: Was zeichnet die Mannschaft von heute aus?

Bailly: Es ist eine neue Generation von Spielern herangewachsen, es sind viele neue, junge und gute Spieler dabei. Im letzten Länderspiel gegen Finnland waren die meisten Spieler zwischen 17 und 24 Jahre alt. Viele Talente spielen bei großen Vereinen wie Ajax Amsterdam, Manchester City, Arsenal London - oder Borussia Mönchengladbach...

bundesliga.de: Und vor welchem deutschen Spieler haben Sie den meisten Respekt?

Bailly: Die deutsche Mannschaft ist gespickt mit Klasse-Leuten, da kann ich gar keinen speziellen nennen. Ich kann nur sagen, dass ich mich sehr freue, Marko Marin wiederzutreffen. Er ist ein lustiger Typ und ein sehr guter Fußballer.

bundesliga.de: Haben Sie Ihrem Trainer Georges Leekens schon Tipps über Schweinsteiger, Klose, Podolski und Co. gegeben?

Bailly: Nein, aber das brauche ich glaube ich auch nicht. Unser Trainer kennt die deutsche Nationalmannschaft, da mache ich mir keine Sorgen. Und was die DFB-Elf kann, hat sie ja erst vor wenigen Wochen eindrucksvoll in Südafrika demonstriert.

bundesliga.de: Traditionell noch die Frage nach dem Ergebnis am Freitag: Wie geht die Partie aus?

Bailly: Surprise, surprise - das kann ich nun wirklich nicht vorhersagen!

Das Gespräch führte Michael Reis