Wolfsburg – Der VfL Wolfsburg rettet am Samstagnachmittag noch einen Punkt gegen den SV Darmstadt 98. Das Team von Trainer Dieter Hecking, dem am Freitag Real Madrid als Viertelfinalgegner in der Königsklasse zugelost worden war, kam gegen den Aufsteiger nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und hat nun bereits sechs Punkte Rückstand auf Platz vier. 

Sandro Wagner (82.) hatte die Gäste in einer spannenden Schlussphase 1:0 in Führung gebracht, André Schürrle gelang in der Nachspielzeit (90.+3) der Ausgleich für den Favoriten.

Wölfe früh gefordert

Die Gäste aus Hessen setzten mit dem Unentschieden zwar ihre Sieglos-Serie fort und sind nun bereits seit sieben Begegnungen ohne Dreier - ärgerten aber erneut einen der Großen der Bundesliga. Dennoch bleibt das Team von Trainer Dirk Schuster weiter in Abstiegsgefahr.

Vor 26.422 Zuschauern musste Hecking erneut auf Weltmeister Julian Draxler (Oberschenkelprobleme) verzichten. Auf den Außenverteidigerpositionen spielten zudem Vieirinha und Marcel Schäfer, der sein 300. Pflichtspiel für den VfL absolvierte, für Christian Träsch und Ricardo Rodriguez, der wegen Bauchmuskelproblemen nicht im Kader stand. 

Und die neuformierte Wolfsburger Abwehr war gleich zu Beginn gefordert. Nur vier Minuten dauerte es, bis die Gäste das erste Mal gefährlich vor das Tor kamen. Zunächst scheiterte Marcel Heller, nach der anschließenden Ecke schoss Slobodan Rajkovic aus wenigen Metern über das Tor.

Kompakte Darmstädter Defensive

Gegen die gewohnt kompakt stehende Defensive der Darmstädter fanden die Wolfsburger dagegen zunächst kein Mittel. Zwar rotierten die Offensivspieler um Max Kruse, Schürrle und Maximilian Arnold viel, im Spielaufbau leisteten sich die VfL-Akteure aber viele Ungenauigkeiten.

Gefährlich wurde es deshalb meist nur nach Standards. Nach einer Ecke verfehlte Daniel Caligiuri genauso knapp das Tor von Christian Mathenia (28.) wie wenig später Schürrle mit einem direkten Freistoß. Zur mäßigen Partie kam zudem für das Hecking-Team noch Verletzungspech hinzu: Caligiuri musste noch vor Pause ausgewechselt werden.

Sandro Wagner trifft für Lilien

In der zweiten Halbzeit blieb das Spiel zerfahren. Viele Spielunterbrechungen, wenige gelungene Kombinationen: Beide Mannschaften taten sich enorm schwer. Zwar erspielten sich die Wolfsburger im weiteren Verlauf nun deutliche Feldvorteile, gegen die dicht gestaffelten Abwehrreihen fehlten aber zündende Ideen. Torchancen blieben Mangelware.

Erste Gefahr brachte erneut nach einer guten Stunde Schürrle. Erst wurde ein Schuss des Nationalspielers von einem Abwehrspieler noch zur Ecke abgefälscht, wenig später parierte Mathenia. Auf der Gegenseite hatte Mario Vrancic die Chance zur Führung, Dante rette jedoch noch vor der Linie. Seine erste gute Chance nutzte dann Wagner zu seinem elften Saisontor, nachdem er von Marcel Heller hervorragend bedient worden war. Schürrle sorgte dann noch für eine halbwegs versöhnliches Ende aus Sicht der Gastgeber. 

SID

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Spieler des Spiels: André Schürrle

Andre Schürrle wurde mit dem späten Treffer für seinen großen Aufwand belohnt. Er sprintete am häufigsten (39 Mal) und gab auch die meisten Torschüsse der Partie ab. Mit sieben Abschlüssen stellte Schürrle seinen Rekord im Wolfsburger Trikot ein. Der Nationalspieler ist eindeutig im Aufwind, in der Rückrunde traf er in acht Partien fünf Mal.