Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat sich kurz vor Weihnachten beschenkt und den letzten Tabellenplatz der Bundesliga verlassen. Die Schwaben um den starken Doppeltorschütze Daniel Didavi bezwangen einen fahrlässig agierenden VfL Wolfsburg verdient mit 3:1 (2:1).

Für den VfB war es der erste Sieg im vierten Bundesliga-Spiel unter Jürgen Kramny und zugleich der erste gegen die Wölfe seit mehr als dreieinhalb Jahren. Das Team von Trainer Dieter Hecking kann nun zum Hinrundenende sogar noch aus den Europacup-Rängen rutschen und weist mit 26 Punkten eine Bilanz auf, die nicht den hohen Ansprüchen genügt. Der Vizemeister und Pokalsieger aus der Autostadt blieb erneut vieles schuldig und hat nur eines der letzten sechs Bundesligaspiele gewonnen.

Arnold bringt Wölfe in Führung

Dabei brachte ein frühes Tor von Maximilian Arnold (14.) den Champions-League-Achtelfinalisten zunächst in Führung. Aber Stuttgarts genesener Kreativkopf Didavi (22.) glich wenig später mit einem Distanzschuss in den Winkel aus, bevor Filip Kostic (31.) einen glänzenden Gegenstoß nach Zuspiel von Timo Werner zum 2:1 vollendete. Didavi (47.) erhöhte dann erneut mit einem satten Linksschuss und krönte die bislang beste VfB-Saisonleistung, daran änderte die Gelb-Rote Karte für Toni Sunjic (70.) nichts.

Nach zuletzt fünf Ligaspielen ohne Dreier feierte der VfB den ersehnten vierten Saisonsieg, steht nun bei 15 Punkten und hat sich auf den 15. Rang verbessert.

VfL ohne Zielstrebigkeit

Die Wölfe, die ohne Vieirinha (muskuläre Probleme) auskommen mussten, waren vor allem in der Defensive nicht bei der Sache. Timm Klose, der für den zuletzt wackligen Dante in der Innenverteidigung beginnen durfte, machte es keineswegs besser als der Brasilianer. Vor dem 1:1 verlor der Schweizer unnötig den Ball und durch schlechtes Stellungsspiel eröffnete er dem VfB immer wieder Räume. Aber auch nach vorne fehlte der Hecking-Elf oft die Zielstrebigkeit.

Stuttgart war von Beginn an lauffreudiger und engagierter als der Gast. Vor dem Tor allerdings sündigte der fünfmalige Meister immer wieder. Lukas Rupp (34.) bei einem Pfostenschuss und Werner (42.) bei einem Alleingang hätten für klare Verhältnisse sorgen können. Doch nicht zuletzt die Rückkehrer Didavi (nach Hüftblessur) und Florian Klein (nach Bandscheibenvorfall) waren belebende Elemente im VfB-Spiel, wodurch der Ausfall von Geoffroy Serey Dié (Zerrung) nicht übermäßig ins Gewicht fiel.

Werner scheitert an Benaglio

Auch von der unterirdischen Bilanz gegen die Niedersachsen - die letzten sechs Duelle waren verlorengegangen - und dem Rückstand ließ sich Kramnys Elf nicht verunsichern. Mit dem Blitzstart in die zweite Hälfte, als Klein auf Didavi durchsteckte, verschaffte sich Stuttgart zusätzlichen Auftrieb. Dazu kam die nötige Portion Glück bei einem Pfostentreffer des eingewechselten VfL-Torjägers Bas Dost (55.). Werner ließ dann im Gegenzug, wiederum allein vor VfL-Torwart Diego Benaglio, noch eine dicke Gelegenheit liegen.

SID

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Spieler des Spiels: Daniel Didavi

Zwei Schüsse, zwei Tore: Daniel Didavi war die Effektivität in Person. Sowohl beim spektakulären 1:1 als auch beim 3:1 hämmerte der Mittelfeldspieler den Ball kompromisslos in den Winkel. Sein dritter Bundesliga-Doppelpack war zugleich sein erster für Stuttgart in einem Heimspiel. Er überzeugte zudem mit einer ordentlichen Zweikampfquote von 50 Prozent. Musste leider nach dem Platzverweis von Toni Sunjic aus taktischen Gründen bereits in der 70. Minute geopfert werden.