Stuttgart - Aufwärtstrend fortgesetzt: Der VfB Stuttgart feierte mit dem 2:0 (0:0) gegen den Tabellendritten Hertha BSC Berlin den fünften Bundesliga-Sieg hintereinander. Berlin, das am vergangenen Mittwoch den ersten Halbfinaleinzug im Pokal seit 35 Jahren bejubelt hatte, verlor nach acht Pflichtspielen erstmals wieder.

Der überragende Mittelfeld-Arbeiter Geoffroy Serey Dié (51.) schoss den VfB mit seinem ersten Bundesliga-Tor in Führung. Filip Kostic (84.) sorgte für den Endstand. Herthas Abwehrchef John Anthony Brooks hatte Pech mit einem Pfostentreffer (56.).

Von Beginn an unterhaltsam

45.465 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen eine umkämpfte Begegnung auf schwer zu bespielendem Untergrund. Sinnbildlich für die Einsatzfreude der Akteure war eine Szene Mitte der ersten Halbzeit, als VfB-Kapitän Christian Gentner Herthas Spielführer Fabian Lustenberger die Binde am linken Oberarm Arm zerriss.

Stuttgart bestimmte das Geschehen lange, kam gegen die von Brooks gut organisierte Gäste-Abwehr aber selten zum Abschluss. Filip Kostic (1.) und Timo Werner (27.) vergaben die besten Gelegenheiten in Hälfte eins. Insgesamt fehlte Stuttgarts Offensivspiel aber Esprit - und der gesperrte Daniel Didavi, den Alexandru Maxim nur unzureichend ersetzte.

Hertha mit Problemen im Spielaufbau

Die Hertha, der kurzfristig Mitchell Weiser (muskuläre Probleme) fehlte, tat sich ihrerseits schwer im Spielaufbau. Die langen Bälle aus der Abwehr fanden selten ihr Ziel. Vorne rackerte sich Ex-Stuttgarter Vedad Ibisevic ab, seine Mitspieler setzten ihn aber kaum in Szene - bis Tolga Cigerci ihn doch mal gekonnt freispielte. Ibisevic scheiterte aber mit Herthas erstem Torschuss am stark reagierenden Przemyslaw Tyton (37.).

Der beim VfB im Sommer aussortierte Ibisevic war einer der wenigen Aktivposten im Angriffsspiel des Tabellen-Dritten, wirkte in seinem Eifer aber bisweilen übermotiviert. So, als er am Mittelkreis mit Teamkollege Genki Haraguchi ins Luftduell ging. Kurz nach der Pause scheiterte er erneut an VfB-Torwart Tyton.

Traumtor von Serey Dié

Drei Minuten später nutzte Serey Dié die zu kurze Abwehr von Herthas Keeper Rune Jarstein per Außenrist-Schuss zur Führung. Mit dem 1:0 wurde das Spiel hektischer, die Hertha wagte sich nun mehr aus der Deckung. Mit Angreifer Julian Schieber für den ausgepumpten Lustenberger brachte Trainer Pal Dardai einen weiteren früheren Stuttgarter (60.). Während der noch die Bindung zu seinen Kollegen suchte, hätte Kostic beinahe auf 2:0 erhöht (66.). 18 Minuten später machte er es besser.

SID

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Spieler des Spiels: Geoffroy Serey Dié

Geoffroy Serey Die brachte den VfB auf die Siegerstraße, mit seinem 19. Torschuss traf er erstmals in der Bundesliga. Der Ivorer war bei Stuttgart am zweithäufigsten am Ball (72 Ballbesitzphasen), gewann die Mehrzahl seiner Zweikämpfe (54 Prozent) und hatte eine Fehlpassquote von nur sechs Prozent - die niedrigste aller Spieler.