Sinsheim - Edeljoker Claudio Pizarro hat Werder Bremen einen Sieg beim Lieblingsgegner beschert. Der in der 82. Minute eingewechselte Rückkehrer bereitete in der Nachspielzeit das entscheidende Tor von Anthony Ujah (90.+2) zum 2:1 beim 3:1 (1:0) bei der TSG Hoffenheim mustergültig vor. 

"Wir haben gesagt: Wir wollen die drei Punkte mitnehmen. Wir wollten nach vorne spielen. Deshalb habe ich auch Pizarro gebracht", sagte Werder-Trainer Viktor Skripnik: "Claudio reichen auch zehn Minuten."

Hoffenheim mit Fehlstart

Zlatko Junuzovic hatte Werder (7 Punkte) in Führung gebracht (45.) und setzte auch den Schlusspunkt (90.+3). Der eingewechselte Chilene Eduardo Vargas sorgte mit seinem ersten Bundesligator (49.) für den Ausgleich. Für die Hoffenheimer (1 Zähler), die erst eins von 16 Pflichtspielen gegen Bremen gewonnen haben, ist es der schlechteste Punktestand nach vier Spieltagen in ihrer Bundesliga-Historie.

Vor 28.312 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena, darunter DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, nahm Pizarro zunächst auf der Reservebank Platz. Die Bremer hatten den 36 Jahre alten Routinier am vergangenen Montag unter Vertrag genommen. Das dritte Engagement des Peruaners bei Werder löste einen Hype rund um den Klub aus. Der erfolgreichste ausländische Torschütze der Bundesliga, der bis Juni bei Bayern München spielte, wurde von den Fans als Heilsbringer gefeiert - auch in Sinsheim gab es schon vor dem Anpfiff Pizarro-Sprechchöre aus dem Bremer Block.

Johannsson und Lukimya verpassen

Die Gäste, die ohne den angeschlagenen Philipp Bargfrede auskommen mussten, hatten bereits in der 7. Minute die große Chance zur Führung. Nach einem Freistoß von Spezialist Junuzovic köpfte US-Nationalspieler Aron Johannsson den Ball neben den Pfosten. Auch in der Folge machte Werder den besseren Eindruck. Nach einer Ecke von Junuzovic verfehlte Innenverteidiger Assani Lukimya ebenfalls per Kopf nur knapp sein Ziel (20.).

Von Hoffenheim war bis Mitte der ersten Hälfte kaum etwas zu sehen. Die Offensive um Kevin Kuranyi fand so gut wie nicht statt, die Defensive offenbarte Schwächen - Trainer Markus Gisdol war sichtbar unzufrieden mit der Vorstellung seiner Schützlinge. In der 27. Minute sorgte Junuzovic mit einem Distanzschuss erneut für Gefahr vor dem Hoffenheimer Tor. 

Gisdols Doppelwechsel

Wenige Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit machte es der Österreicher besser und erzielte sein erstes Saisontor. Die Führung der Gäste war verdient, die schwachen Kraichgauer wurden mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet.

Gisdol reagierte und wechselte zu Beginn des zweiten Durchgangs doppelt. Die Neuzugänge Vargas und Jonathan Schmid kamen, die schwachen Kuranyi und Steven Zuber mussten weichen. Die Maßnahme hatte prompt Erfolg. Vargas nutzte die Unordnung in der Bremer Abwehr mit seinem zweiten Ballkontakt zu seinem Premierentreffer.

Und dann kommt Pizarro

Das Tor gab den Gastgebern Auftrieb. Hoffenheim drängte auf die Führung, Werder-Torwart Felix Wiedwald stand mehrfach im Brennpunkt. Der Treffer für die Kraichgauer schien nur eine Frage der Zeit. Aber dann. Dann kam Claudio Pizarro.

SID

Liveticker mit Aufstellungen und Statistiken

Spieler des Spiels: Zlatko Junuzovic

Zlatko Junuzovic erzielte in seinem 108. Bundesliga-Spiel seinen ersten Doppelpack. Er gab fünf Torschüsse ab, lief 11,7 Kilometer und sprintete 30 Mal, jeweils Höchstwert im Spiel.