Berlin - Hannover 96 steuert trotz eines kleinen Achtungserfolgs auch unter Neu-Trainer Daniel Stendel dem Abstieg aus der Bundesliga entgegen. Beim Debüt des Nachfolgers von Thomas Schaaf kam das Schlusslicht bei Hertha BSC Berlin zu einem 2:2 (1:1), hat aber noch immer neun Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Bei nur noch fünf ausstehenden Begegnungen käme eine Rettung einem kleinen Wunder gleich.

Für den Hauptstadtclub erzielten die beiden Angreifer Vedad Ibisevic (3.) und Salomon Kalou (72.) die Treffer, allerdings hatten Artur Sobiech (18.) und Manuel Schmiedebach (58.) die Begegnung zwischenzeitlich gedreht.

Die Berliner von Coach Pal Dardai verpassten derweil einen wichtigen Schritt in Richtung der direkten Qualifikation für die Champions League und müssen als Tabellendritter mehr denn je die starken Verfolger fürchten. Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen (beide 45 Punkte) könnten an diesem Wochenende bei eigenen Siegen jeweils bis auf einen Zähler an den Hauptstadtclub (49) heranrücken.

Hannover spielt mutig nach vorne

Vor 45.229 Zuschauern im Olympiastadion legten die Gastgeber zum Auftakt des 29. Spieltags unter Flutlicht einen Blitzstart hin. Marvin Plattenhardt nutzte seinen Raum auf der linken Seite und flankte bereits im ersten Angriff perfekt auf Ibisevic, der den Ball nur noch einzuschieben brauchte. Fast im Gegenzug traf Hannovers agiler Schmiedebach den Pfosten, ehe die zunächst hitzige Begegnung etwas abflachte.

Hannover spielte nach zuvor fünf Niederlagen in Serie in der Anfangsphase mutig nach vorne und wurde durch Sobiechs Treffer früh belohnt. Nach dem Rauswurf von Thomas Schaaf in der Vorwoche wirbelte der bisherige U19-Coach Stendel (42) die Mannschaft dabei gehörig durcheinander. Bei seiner Bundesligapremiere verbannte der Aufstiegsheld von 2002 einstige Stammkräfte auf die Bank und brachte unter anderem Youngster Noah-Joel Sarenren-Bazee (19) von Anfang an.

Schieber kommt - Kalou trifft

Die klar favorisierten Herthaner starteten zwar ordentlich, taten im Spiel nach vorne anschließend bis zur Pause aber viel zu wenig und wurden von den enttäuschten Fans mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet. Nach dem bitteren 0:5 am vergangenen Sonntag in Mönchengladbach haperte es an Ideen im Mittelfeld, allerdings verteidigten die Gäste auch kompakt und zeigte eine ordentliche Vorstellung.

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte 96 weiterhin das Geschehen. Der eingewechselte Kenan Karaman nutzte einen Fehler in Herthas Defensive und spielte Schmiedebach frei. Der ehemalige Herthaner musste gegen seinen Jugendclub nur noch ins rechte Toreck einschieben, sah wenig später aber auch, wie Kalou nach Vorarbeit von Julian Schieber zum Ausgleich traf.

Spieler des Spiels: Hiroshi Kiyotake

Der Japaner gab vier Torschussvorlagen (kein Spieler mehr), eine davon führte zum Ausgleichstreffer von Sobiech. Hannovers Spielmacher hatte die meisten Ballbesitzphasen seiner Mannschaft und gewann für einen Offensiven überragende 73 Prozent seiner Zweikämpfe, Bestwert der Partie.

SID

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