Hamburg - Der Hamburger SV hat zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde seine vierte Heimniederlage kassiert und damit den Anschluss an die Europa-League-Plätze erst einmal verpasst. Gegen den FC Augsburg verlor das Team von Trainer Bruno Labbadia mit 0:1 (0:0). Die Fuggerstädter sind jetzt mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen das Team der Stunde.

Der kurz zuvor eingewechselte Jan Moravek überwand Hamburgs starken Keeper René Adler in der 76. Spielminute nach Vorarbeit von Raúl Bobadilla. Der FCA blieb damit im fünften Liga-Spiel in Serie ungeschlagen und überwintert über dem Strich. Die Tendenz der Elf von Trainer Markus Weinzierl, die auch in der Europa League weiter dabei ist, zeigt klar nach oben.

Mutiger Beginn des HSV

Mutig, zielstrebig und gefährlich: Die Hausherren strahlten mit Regisseur Aaron Hunt in der Startelf von Beginn an Dominanz aus. Insbesondere auf der linken Offensivseite versprühte Ivo Ilicevic anfangs Spielfreude und sorgte für viel Arbeit bei Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh.

Doch die erste Duftmarke vor 49.726 Zuschauern im Hamburger Volksparkstadion setzte der FCA drei Tage nach der Pokalniederlage gegen Borussia Dortmund (0:2). Beim Linksschuss von Alexander Esswein musste Adler seine gesamten 191 Zentimeter nutzen, um den Ball zur Ecke zu lenken (3.).

Augsburg setzt auf schnelles Umschaltspiel

Augsburg setzte vorwiegend auf Konter, der HSV drängte über die Außenpositionen auf die Führung. In der 12. Spielminute entwischte der flinke Nicolai Müller der Defensive der Weinzierl-Elf, doch der frühere Mainzer verzog aus 15 Metern. Sieben Minuten später tauchte Ilicevic nach exaktem Zuspiel von Lewis Holtby frei vor Marwin Hitz auf - der Torhüter aus der Schweiz blieb Sieger.

Der HSV erarbeitete sich im zentralen Mittelfeld mit dem emsigen Holtby und Gideon Jung Feldvorteile, den Gästen fehlte dagegen trotz des sichtbaren spielerischen Potenzials lange die Durchschlagskraft im letzten Spieldrittel - und doch brachte Dong Won Ji seine Mannschaft fast in Führung. 

Doppeltes Alupech für den FCA

Nach scharfer Hereingabe von Alexander Esswein bugsierte der Südkoreaner den Ball mit der Brust Richtung Tor und sorgte für den ersten Aluminium-Treffer (32.). Der zweite folgte acht Minuten später: Markus Feulner hämmerte einen Abpraller aus 20 Metern an den Innenpfosten. Adler wäre bei dem Linksschuss chancenlos gewesen.

Nach dem Wechsel nahm der FCA das Heft des Handelns immer mehr in die Hand. Feulner scheiterte noch am starken Adler (67.) und kurz später an seinen Nerven (75.), doch dann traf Moravek.

SID

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Spieler des Spiels: Ragnar Klavan

Ragnar Klavan ist neben Hannovers Marcelo der einzige Feldspieler der Bundesliga, der im Kalenderjahr 2015 keine Bundesliga-Minute verpasste. In Hamburg gewann der Este 60 Prozent seiner Zweikämpfe. Damit hat der Abwehrchef maßgeblichen Anteil daran, dass der FCA zum dritten Mal auswärts ohne Gegentor geblieben ist.