Gelsenkirchen - Kein Sieger im 88. Revierderby: Trotz zweimaliger Führung kam Borussia Dortmund beim Lokalrivalen FC Schalke 04 in einem vor allem nach der Pause packenden Duell nicht über ein 2:2 (0:0) hinaus und liegt fünf Spiele vor Schluss sieben Punkte hinter Spitzenreiter FC Bayern München.

Drei Tage nach dem 1:1 im ersten Europa-League-Viertelfinale gegen Jürgen Klopps FC Liverpool und vier Tage vor dem Rückspiel am Donnerstag an der Anfield Road gönnte BVB-Trainer Thomas Tuchel den meisten Stammspielern eine Pause und änderte seine Mannschaft auf acht Positionen. Zum dritten Derbysieg in Folge reichte es dann auch trotz zweimaliger Führung durch die Tore von Shinji Kagawa (49.) und Matthias Ginter (56.) nicht. 

Für die Gelsenkirchener, die im Rennen um die Europapokalplätze einen wichtigen Punkt verbuchten, glichen jeweils Leroy Sané (51.) und Klaas-Jan Huntelaar per Foulelfmeter (66.) aus. In der ereignislosen ersten Halbzeit hatten die Königsblauen gegen die Dortmunder noch Offensivgeist und Spielstruktur vermissen lassen, erst nach dem Seitenwechsel nahm der Ruhrpott-Klassiker richtig Fahrt auf. 

Acht Wechsel in der Startelf

Tuchel hatte sein Team fast komplett umgekrempelt und die vielleicht bestbesetzte Bank der Clubgeschichte zusammengestellt: Dort fanden sich neben Rückkehrer Ilkay Gündogan unter anderem das Sturmduo Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus, das in den letzten beiden Derbys drei Tore erzielt hatte, sowie Henrikh Mkhitaryan wieder. Nur drei Spieler vom 1:1 gegen Liverpool standen erneut in der Startelf. Kräfteschonen für das Rückspiel war angesagt.

Schalke-Coach André Breitenreiter tauschte sein Personal aus anderen Gründen aus. Nach dem 0:3 bei Aufsteiger FC Ingolstadt holte der Ex-Paderborner gleich fünf neue Spieler in die Anfangsformation, unter anderem Torjäger Huntelaar, der im Hinspiel beim 2:3 beide Schalker Treffer erzielt hatte. Dabei setzte Breitenreiter wie schon beim sehr glücklichen 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach in der Defensive auf eine Fünferkette.

Dortmund hat die ersten Chancen

Dortmund nutzte die Überzahl im zentralen Mittelfeld und dominierte das Spiel. Einen Kopfball von Adrian Ramos wehrte Torhüter Ralf Fährmann mit den Fingerspitzen ab (4.). Beim Alleingang von Christian Pulisic hatte der Schalker Keeper Glück, dass dessen Schuss um Zentimeter am Pfosten vorbeistrich (23.). Den Königsblauen fehlten im Vorwärtsgang Ideen und Präzision, erst ein 20-Meter-Schuss von Leroy Sané an den Außenpfosten weckte die Zuschauer (33.).

Es dauerte bis zur 40. Minute, ehe die Gastgeber erstmals bis zum Dortmunder Tor durch kombinierten, Junior Caicara verfehlte allerdings das Ziel. Was in der ersten Hälfte völlig gefehlt hatte, lieferten die Erzrivalen in den ersten Minuten nach der Pause nach: Plötzlich ging es zwischen den Toren hin und her. Der BVB, nun mit Mkhitaryan, ging nach einer sehenswerten Kombination in Führung.

Huntelaar verwandelt sicher

Vor dem ersten Ausgleich wehrte BVB-Keeper Roman Bürki nach vorne ab. Nach dem Dortmunder 2:1 durch Ginters Kopfball holte Sokratis Huntelaar im Strafraum von den Beinen, der Niederländer verwandelte selbst. Nach fünf Wochen Pause gab Gündogan in der Schlussphase in seiner alten Heimat Gelsenkirchen sein Comeback.

SID

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Spieler des Spiels: Klaas-Jan Huntelaar

Klaas-Jan Huntelaar war nach zuvor zwei Spielen als Reservist wieder von Beginn an dabei und rechtfertigte seine Aufstellung. Er war an der Hälfte der Schalker Torschüsse beteiligt (an fünf von zehn), gab die meisten Torschussvorlagen der Partie (drei) und bestritt auch die meisten Zweikämpfe auf dem Feld (30). Huntelaar haute sich vor allem nach der Pause voll rein. Der Oldie rackerte unermüdlich (nach der Pause tolle 71 Prozent gewonnene Zweikämpfe) und hatte mit seinem neunten Saisontor maßgeblichen Anteil am Schalker Punkt.