München - Der FC Bayern München muss auf den historischen vierten Deutschen Meistertitel in Folge noch mindestens eine Woche warten: Die Münchner kamen gegen Borussia Mönchengladbach nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und verpassten die große Chance, sich erstmals seit 2000 mit einem Heimsieg die 26. Deutsche Meisterschaft zu sichern. Der Rekordmeister hat bei zwei ausstehenden Spieltagen aber immer noch komfortable fünf Punkte Vorsprung auf Dortmund.

Bereits am Dienstag haben die Münchner nach dem 0:1 bei Atlético Madrid im Halbfinal-Rückspiel der Champions League die Chance, ihren Traum vom Triple fortzuführen. Wie wichtig die Champions League vor allem für Trainer Pep Guardiola ist verdeutlichte auch die Aufstellung gegen Gladbach. Gleich auf acht Positionen veränderte Guardiola sein Team im Vergleich zu Madrid. Immerhin feierte Weltmeister Jerome Boateng nach über dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback. Gegen die auswärts seit einem halben Jahr sieglosen Gladbacher lag die Bayern-Elf trotzdem lange auf Meisterkurs. Bereits in der 6. Minute erzielte Thomas Müller per Kopf die Führung.

Müller erzielt sein 20. Saisontor

Der Weltmeister war von Guardiola in Madrid überraschend nicht berücksichtigt worden, zeigte aber nicht nur wegen seines 20. Ligatreffers wie wichtig er für die Bayern ist. André Hahn vermieste den Münchnern mit dem Ausgleich in der 72. Minute aber die Feier.

Für Gladbach war es im Kampf um die Champions-League-Plätze ein Achtungserfolg, auch wenn es nicht zum Sieg reichte. Die Mannschaft von Trainer André Schubert hat seit dem 4:1 bei Hertha BSC (31. Oktober 2015) auswärts siebenmal verloren und nur drei Remis geholt.

Offensive Gladbacher

Die Bayern legten engagiert los. Nach Eckball von Joshua Kimmich war Müller zur Stelle. Gladbach wäre durch Hahn fast zum Ausgleich gekommen (17.). Manuel Neuer parierte den Kopfball aber glänzend.

Auch wenn die Münchner Defensive um Boateng, dem man die fehlende Spielpraxis anmerkte, und Serdar Tasci nicht unbedingt einen sicheren Eindruck machte, konnte Gladbach dies nicht ausnutzen. Gladbach spielte überraschend offensiv und verhinderte dadurch die gewohnte Bayern-Dominanz, die Gäste hatten lange Zeit sogar mehr Ballbesitz als die Münchner.

Hahn macht den Ausgleich

Auch nach dem Wechsel setzte sich das ausgeglichene Spiel fort. Die Bayern schalteten einen Gang zurück und wurden durch Hahns platzierten Schuss nach Vorlage des eingewechselten Lars Stindl bestraft.

SID

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Spieler des Spiels: André Hahn

André Hahn unterstrich seine tolle Form auch gegen den FC Bayern: Er erzielte den 1:1-Endstand und war damit in seinen letzten fünf Bundesliga-Spielen drei Mal erfolgreich. In der Allianz Arena gab der 25-Jährige die Hälfte der Mönchengladbacher Torschüsse ab (vier von acht) und spulte ein großes Laufpensum ab (12,2 Kilometer).