London - Der starke Manuel Neuer und der überragende Torschütze Toni Kroos haben den FC Bayern München auch in Europa in der Erfolgsspur gehalten: Der Triple-Sieger hat sich durch das 2:0 (0:0) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Arsenal eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am 11. März verschafft. Nach dem Führungstor von Kroos (54.) legte der eingewechselte Thomas Müller zwei Minuten vor dem Ende nach.

Neuer hielt bereits in der 9. Minute einen schwach geschossenen Foulelfmeter seines Nationalmannschaftskollegen Mesut Özil und sorgte mit weiteren Paraden dafür, dass das Team von Trainer Pep Guardiola wohl erneut für das Viertelfinale in der Königsklasse planen kann.

"Es geht immer um Ballbesitz. Das habe ich auch während des Spiels gesagt. Es ist eine Sache der Persönlichkeit, immer den Ball haben zu wollen. Wir haben nicht die Physis, um dagegenzuhalten, deshalb müssen wir immer spielen", sagte Guardiola, der sich sehr zufrieden zeigte: "Ein großes Ergebnis auf einem schwierigen Feld, gegen einen schwierigen Gegner." 

"Schritt in die richtige Richtung"

Ausruhen will man sich darauf dennoch nicht: "Es ist überhaupt noch nicht entschieden, das haben wir im letzten Jahr gesehen. Da wurde es nochmal ganz eng", sagte Kroos im "ZDF": "Von daher war es ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange nicht das Weiterkommen." 

In der 40. Minute vergab David Alaba allerdings die große Chance auf ein noch besseres Ergebnis, als er einen Strafstoß an den Außenpfosten schoss. Arsenal-Keeper Wojciech Sczczesny hatte zuvor Arjen Robben zu Fall gebracht und dafür von Schiedsrichter Nicola Rizzoli die Rote Karte gesehen.

Traumtor durch Kroos

In Überzahl machte der glänzend aufgelegte Kroos mit einem wunderbaren Schuss aus 20 Metern alles klar. Arsenal mit dem schwachen Özil, dem soliden Kapitän Per Mertesacker und ohne Lukas Podolski hatte in der zweiten Hälfte nichts mehr entgegenzusetzen und verlor so zum vierten Mal in Serie in der Königsklasse zuhause gegen ein deutsches Team.

Schon im vergangenen Jahr hatten die Münchner, in der Liga zuletzt mit 13 Siegen in Folge und seit 46 Spielen ungeschlagen, auf ihrem Weg zum Gipfel in der Champions League die Gunners ausgeschaltet (3:1/0:2). Dabei hatten sie aber im Rückspiel zuhause noch zittern müssen.

Guardiola stellt um - Neuer hält Elfmeter

Guardiola überraschte mit seiner Aufstellung. Kapitän Philipp Lahm, der in den vergangenen Wochen vor der Abwehr überzeugend gespielt hatte, übernahm in der ersten Hälfte wieder seine angestammte Position als rechter Verteidiger. Rafinha musste zunächst auf die Bank.

Die Bayern, die zuletzt im Oktober 2012 ein Auswärtsspiel verloren hatten (1:3 in Borissov), begannen stürmisch. Bereits in der 3. Minute verhinderte Szczesny bei einem sehenswerten Schuss von Kroos mit einer Glanzparade eine frühe Bayern-Führung.

Doch Arsenal konterte prompt. Yaya Sanogo (7.) und Santi Carzola (8.) scheiterten an Neuer, der dann nur eine Minute später die größte Tat vollbrachte und den Schuss von Özil in die Mitte parierte. Jerome Boateng hatte Özil gefoult.

Alaba scheitert vom Punkt

Nach der schwungvollen Anfangsphase waren beide Teams bemüht, die Kontrolle im Mittelfeld zu übernehmen. Klare Vorteile wie in der Liga konnten sich die Bayern jedoch erst einmal nicht erspielen.

Sie hatten sogar Glück, dass Neuer erneut auf dem Posten war und auch bei einer zu kurzen Rückgabe von Alaba noch in höchster Not vor Alex Oxlade-Chamberlain klärte (23.).

Erst zum Ende der ersten Hälfte wurde das Spiel der Münchner dominanter. Arsenal hielt dem Druck jedoch auch mit etwas Glück stand, weil Alaba die Nerven versagten. Der Attacke an Robben war ein Traumpass von Kroos vorausgegangen.

Bayern lässt Chancen liegen

Nach dem Wechsel stellte Guardiola wieder um, brachte Rafinha, Lahm rückte ins Mittelfeld. Die Münchner waren mit einem Mann mehr nun klar überlegen. Sie belagerten Arsenals Abwehr um Mertesacker nun regelrecht.

Der eingewechselte Lukasz Fabianski verhinderte aber Schlimmeres, auch weil die Bayern im Abschluss einige Male nicht konsequent genug waren. Müller beseitigte nach maßgerechter Flanke von Lahm per Kopf aber alle Zweifel am Sieg. Kroos traf in der Nachspielzeit noch einmal den Außenpfosten.

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