London - Der in der Bundesliga kriselnde Vizemeister Borussia Dortmund ist nun auch in der Champions League aus der Erfolgsspur geraten. Die bereits zuvor für das Achtelfinale qualifizierte Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp unterlag beim FC Arsenal nach einer über weite Strecken schwachen Leistung mit 0:2 (0:1) und verpasste damit den vorzeitigen Gruppensieg, der nun im abschließenden Spiel gegen den RSC Anderlecht am 9. Dezember perfekt gemacht werden soll.

Yaya Sanogo (2.) und Alexis Sanchez (57.) trafen für die Mannschaft von Teammanager Arsène Wenger, die damit zum 15. Mal in Folge in der K.o.-Phase des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs steht. Vor dem letzten Spieltag trennen Arsenal zwei Punkte von Spitzenreiter Dortmund.

"Der Start ins Spiel war denkbar ungünstig", sagte Klopp bei "Sky": "Ich fand, das wir in allen Phasen, in denen wir einen Fuß im Spiel hatten, gefährlich waren, aber die Phasen waren zu kurz." Ilkay Gündogan ergänzte: "Wir haben zwei Gegentore bekommen, die man nicht bekommen muss."

Schnellster Rückstand für den BVB

Die Gäste wurden vor 59.902 Zuschauern im Emirates Stadium eiskalt erwischt. Santi Cazorla spazierte nach einem Einwurf nahezu unbehelligt durch die Dortmunder Abwehr und bediente Sanogo, der Roman Weidenfeller aus kurzer Distanz tunnelte.

Der schnellste Rückstand in seiner Champions-League-Geschichte zeigte beim BVB Wirkung. Der Tabellen-16. der Bundesliga hatte durch das aggressive Pressing der Gastgeber große Probleme im Spielaufbau, der verletzte Marco Reus (Außenbandriss im Sprunggelenk) wurde an allen Ecken und Enden vermisst.

Zudem bekam Dortmund das Sturm-Duo des Tabellen-8. der Premier League mit Sanogo und Sanchez zunächst überhaupt nicht in den Griff. Matthias Ginter verhinderte gegen Sanogo aber so gerade noch den zweiten Gegentreffer in der Anfangsphase (9.).

Chance durch Mkhitaryan

Arsenal gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe, der BVB suchte lange nach seiner spielerischen Linie. Ilkay Gündogan war in seinem ersten Champions-League-Spiel seit dem verlorenen Finale gegen den FC Bayern München 2013 zwar um Struktur bemüht, doch nach seiner langen Verletzungspause ist er immer noch ein Stück weit von seiner Bestform entfernt. Ciro Immobile und Pierre-Emerick Aubameyang, die Torschützen beim 2:0-Hinspielsieg, verloren zudem im Angriff immer wieder zu schnell die Bälle. Besonders der Italiener Immobile blieb vieles schuldig.

Dennoch wäre die Borussia fünf Minuten vor der Halbzeit beinahe zum Ausgleich gekommen. Henrikh Mkhitaryan scheiterte freistehend aus kurzer Distanz an Keeper Damian Martinez. Die Pausenführung der Gastgeber, bei denen Weltmeister Per Mertesacker wie gewohnt in der Innenverteidigung agierte und Lukas Podolski wie meist in dieser Saison zunächst auf der Bank Platz nahm, war aber verdient. Podolski kam erst in der 79. Minute unter großen Applaus der Zuschauer zum Einsatz.

BVB mit wenig Zugriff auf die Partie

Nach dem Wechsel versuchte Dortmund den Druck zu erhöhen, Klopp trieb seine Mannschaft von der Seitenlinie immer wieder lautstark an. Doch die erste Chance hatte erneut Arsenal. Weidenfeller parierte aber gegen Sanchez (51.). Drei Minuten später wäre der Nationaltorhüter geschlagen gewesen, doch der Schuss von Alex Oxlade-Chamberlain traf nur die Latte.

Doch die Borussia hatte auch in der Folge wenig Zugriff auf die Partie. Lukasz Piszczek ließ Gegenspieler Sanchez zu viel Platz und der Chilene traf mit einem sehenswerten Schlenzer aus 18 Metern. Danach hatte Klopp genug gesehen und brachte in Adrian Ramos und Shinji Kagawa für die enttäuschenden Immobile und Aubameyang frische Kräfte, ohne die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Am Ende stand dann die erste Champions-League-Niederlage für den BVB in dieser Saison.

SID

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