Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach hat seine furiose Aufholjagd fortgesetzt. Die Mannschaft von André Schubert bezwang den FC Schalke 04 zum Abschluss des zehnten Spieltags in der Bundesliga dank eines Traum-Freistoßes von Raffael mit 3:1 (1:1) und verbesserte sich nach dem fünften Sieg in Serie mit 15 Punkten auf Rang sieben. Nach fünf Spieltagen lag der Champions-League-Teilnehmer noch auf dem letzten Platz.

Die Schalker, bei denen Johannes Geis nach einem groben Foul an dem eingewechselten André Hahn die Rote Karte sah (80.), bleiben trotz der dritten Saisonniederlage mit 19 Zählern Dritter.

Elfmeter, Eigentor und Rote Karte

Lars Stindl brachte die Borussia in Führung (32.), zuvor war er mit einem umstrittenen Foulelfmeter an Schalkes Torhüter Ralf Fährmann gescheitert. Ein Eigentor von Andreas Christensen (44.) bescherte den Gästen kurz vor der Pause den glücklichen Ausgleich. Raffael (70.) entschied mit seinem Kunstschuss nach einer ebenfalls umstrittenen Freistoßentscheidung die temporeiche Partie. Den Schlusspunkt setzte Julian Korb (84.). Bereits am Mittwoch bietet sich den Schalkern in der heimischen Arena in der zweiten Runde des DFB-Pokals die Chance zur Revanche.

Vor 54.010 Zuschauer im zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauften Borussia-Park war den Gastgebern die Belastung durch den Europacup in der ersten Halbzeit deutlich weniger anzumerken. Die Schalker störten zwar früh, doch die Borussia fand immer wieder Lösungen für einen konstruktiven Spielaufbau. Besonders die rechte Schalker Abwehrseite mit Sascha Riether bot immer wieder Lücken, in die Fabian Johnson oder Oscar Wendt hineinstießen.

Fährmann erneut stark

Nach einer Hereingabe des US-Nationalspielers Johnson bot sich den Gladbachern auch die erste große Möglichkeit zur Führung. Julian Korb scheiterte aber am starken Schalker Schlussmann Fährmann (8.).

Gladbach hielt das Tempo hoch und kombinierte sich immer wieder durch die Abwehr der Gäste, während Schalke bei eigenem Ballbesitz viel zu behäbig agierte. Stürmer Franco Di Santo wurde kaum in Szene gesetzt. Die Führung für Gladbach war daher verdient. Schiedsrichter Wolfgang Stark pfiff nach einem Zweikampf zwischen Dennis Aogo und Korb Elfmeter. Fährmann hielt gegen Stindl, doch den Abpraller verwandelte der Ex-Hannoveraner per Kopf.

Stindl vergibt den Elfer - zunächst

Auch nach dem Rückstand gaben die Gäste, bei denen die Zukunft von Manager Horst Heldt weiter ungeklärt ist, ihre passive Haltung nicht auf. Dennoch kamen sie kurz vor der Pause zum Ausgleich. Der seit Wochen stark spielende Innenverteidiger Christensen lenkte eine scharfe Hereingabe von Max Meyer ins eigene Tor.

Beflügelt durch den Ausgleichstreffer kam Schalke deutlich verbessert aus der Pause, ging aggressiver in die Zweikämpfe und agierte bei eigenem Ballbesitz zielstrebiger. Pierre-Emile Höjbjerg hätte fast für die Führung gesorgt, scheiterte aber am gut reagierenden Yann Sommer (55.).

Auf der anderen Seite verpasste Stindl seinen zweiten Treffer zweimal knapp (59./60.). Sommer musste hingegen gegen Di Santo sein ganzes Können aufbieten (64. und 66.). Nach dem erneuten Rückstand setzte Breitenreirer alles auf eine Karte und wechselte Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach überstandenen Hüftproblemen ein.

SID

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Spieler des Spiels: Lars Stindl

Stach in einer überragenden Gladbacher Offensive noch einmal heraus: Stindl erspielte sich viele Chancen, war ungemein torgefährlich und erzielte nach seinem vergebenen Elfemter das 1:0 im Nachfassen. Allein S04-Keeper Ralf Fährmann verhinderte, dass er nicht öfter traf. Gab auf dem Platz die meisten Torschüsse ab (6) und war der laufstäkste Spieler der Partie (12,2 Kilometer).