Dortmund - Borussia Dortmund bleibt das beste Team der Rückrunde. Der Tabellenzweite feiert gegen den Hamburger SV beim 3:0 (2:0) den insgesamt 22. Saissonsieg und kann den Rückstand auf die Bayern bei sieben Punkten halten.

Vor dem DFB-Pokal-Halbfinale bei Hertha BSC am Mittwoch hellten der 17-jährige Christian Pulisic (38.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor und Doppeltorschütze Adrian Ramos (44./86.) die Stimmung auf und verschärften die Abstiegssorgen des HSV. Der Bundesliga-Dino schien längst gesichert, zittert aber doch wieder kräftig mit. Vor dem Derby gegen Werder Bremen am Freitag trennen den HSV drei Punkte vom Nordrivalen und dem Relegationsplatz. Zudem müssen die Hamburger auf Torhüter René Adler verzichten, der wegen einer Notbremse die Rote Karte sah (52.).

200. Bundesliga-Spiel von Tuchel

BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte seine Mannschaft vor seinem 200. Spiel als Bundesliga-Trainer völlig umgestellt. Nur Mats Hummels, Gonzalo Castro und Shinji Kagawa blieben nach der Niederlage an der Anfield Road gegen den FC Liverpool (3:4) im Viertelfinale der Europa League in der Mannschaft, dafür spielten vor 81.359 Zuschauern unter anderem Felix Passlack und Pulisic.

Pierre-Emerick Aubameyang und Julian Weigl saßen hingegen auf der Bank, Marco Reus, Erik Durm (Knieprobleme) und Henrikh Mkhitaryan waren zwecks Schonung nicht im Kader. Beim HSV musste der angeschlagene Pierre-Michel Lasogga früh von Sven Schipplock ersetzt werden (34.), der Sekunden später eine Großchance vergab.

Zunächst Abstimmungsprobleme

Der BVB hatte dem HSV in den vergangenen Jahren prächtig gelegen, und so begann es wieder. Bis zu ihrem ersten Warnschuss durch Nicolai Müller (14.) ließen die Gäste die Dortmunder anlaufen, dann war Ivo Ilicevic (17.) per Kopf der Führung ganz nahe.

Die Stimmung der BVB-Fans war angesichts des Spiels in Liverpool arg geknickt. Das Absingen der Reds-Hymne "You'll never walk alone" fiel schwer, einige Sitzplätze blieben unbesetzt - trotz Tuchels Ansage, Selbstmitleid innerhalb der Mannschaft wäre "Verrat".  Die Abstimmungsprobleme nach der großen Rotation blieben offensichtlich. Dies besserte sich nach dem 1:0, das die Dortmunder Spielfreude weckte und den HSV lähmte. 

Adler sieht Rot

Adlers Platzverweis nach Notbremse an Kagawa raubte den Gästen die Hoffnung auf eine Wende. Ramos (62.) hatte kurz darauf Adlers Ersatz Jaroslav Drobny bereits ausgespielt, rutschte aber weg.  Der HSV versuchte, Schlimmeres zu verhindern, der BVB kombinierte, häufig begünstigt von Hamburger Abspielfehlern. Weil Albin Ekdal verletzt vom Feld humpelte, musste der HSV die Schlussphase mit acht Feldspielern überstehen.

SID

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Spieler des Spiels: Adrian Ramos

Adrian Ramos hat einen Lauf und erzielte in den letzten acht Bundesliga-Spielen sechs Tore, gegen den HSV gelang ihm erstmals ein Doppelpack für den BVB in der Bundesliga. Er gab die meisten Torschüsse der Partie ab (fünf) und gewann für einen Stürmer starke 56 Prozent seiner direkten Duelle.