Bremen - Drei Mal Aluminium, aber nur ein Punkt für Werder Bremen: Im abschließenden Hinrundenspiel verpassten die Norddeutschen mit einem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg den Sprung auf Platz 10. Gegen tapfer kämpfende Franken fehlten den bemühten Hanseaten lange Zeit Glück und Präzision vor dem Tor. Nils Petersen fälschte in der 88. Minute einen Schuss von Kevin de Bruyne zum verdienten Ausgleich ab.

Nürnberg, das sich insbesondere bei Torhüter Raphael Schäfer und Torschütze Timo Gebhart (82.) für den wertvollen Punkt bedanken konnte, vergrößerte den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf acht Zähler.

De Bruyne im Pech



De Bruyne scheiterte bei zwei Großchancen für die Hausherren, beide Male landete der Ball am Pfosten (8., 61.). Zudem traf Torjäger Petersen in der 59. Minute nur die Latte. Nürnbergs beste Chancen vor dem Führungstreffer vergaben Markus Feulner (53.) und Sebastian Polter (72.).

Aggressiv, zweikampfstark, torgefährlich: Werder übernahm von Beginn vor 38.553 Zuschauern an die Initiative und sorgte immer wieder über die linke Seite für Gefahr. Bereits in der 8. Minute hatte der agile De Bruyne die Führung auf dem Fuß. Seinen Linksschuss lenkte Schäfer mit größter Mühe an den Pfosten.

Werder wirbelt



Werder-Trainer Schaaf hatte trotz der 1:4-Pleite bei Eintracht Frankfurt in der Vorwoche auf personelle Wechsel verzichtet. Mannschaftskapitän Clemens Fritz musste zunächst erneut auf der Bank Platz nehmen und konnte erkennen, dass sich seine Mannschaftskameraden zunächst im ersten Durchgang klar verbessert zeigten.

Insbesondere De Bruyne und Eljero Elia wirbelten die "Club"-Defensive immer wieder durcheinander, es fehlte lediglich der letzte Pass. Oder wie bei Marko Arnautovic in der 36. Minute die Entschlossenheit: Der Österreicher trat freistehend am Ball vorbei, De Bruyne hatte geflankt. Kurz vor der Pause holte sich Arnautovic dann seine fünfte Gelbe Karte ab. Er fehlt zum Auftakt der Rückrunde gegen Meister Borussia Dortmund.

"Club" lange Zeit harmlos



Nürnberg konzentrierte sich im ersten Durchgang gezwungenermaßen auf die Defensivarbeit. Jegliche Bemühungen, das Werder-Tor in Gefahr zu bringen, scheiterten in der ersten halben Stunde schon im Mittelfeld am fehlerhaften Passspiel. Auch der nötige Biss und das Selbstvertrauen war den Franken zunächst nicht anzumerken. Dabei hatte der "Club" die beiden vorigen Duelle in Bremen für sich entschieden.

Doch erst in der 37. Spielminute sorgte Javier Pinola für ein ernstzunehmendes Lebenszeichen, als er aus der Ferne abzog. Sebastian Mielitz im Werder-Tor reagierte bei dem abgefälschten Schuss aber aufmerksam.

Hektische Schlussphase



Es verwunderte daher kaum, dass Nürnbergs Trainer Dieter Hecking etwas verändern wollte. Für den Japaner Hiroshi Kiyotake brachte der 48-Jährige den Slowaken Robert Mak. Und schon trat der FCN etwas zielstrebiger auf.

Erst prüfte Mak Mielitz aus spitzem Winkel, dann initierte er einen Angriff über Pinola, der genau auf Feulner flankte. Die erste Großchance der Gäste konnte Werders Torhüter mit Mühe bereinigen (53.). In der hektischen Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse.