Dortmund - Robert Lewandowski ist für Borussia Dortmund derzeit Gold wert. Mit seinen Saisontreffern Nummer 18 und 19 führte der polnische Torjäger den Deutschen Meister beim 5:1 (3:1) in einem kuriosen Heimspiel schon vor der Halbzeit auf die Siegerstraße. Damit festigten die Westfalen Tabellenplatz zwei, während die Südbadener nach der zweiten Niederlage in Folge die Europacup-Ränge aus den Augen zu verlieren drohen.

In einer Partie, in der die 80.000 Zuschauer mit der Leistung ihres BVB eine Woche nach der Derby-Niederlage in Schalke (1:2) über 40 Minuten haderten und der SC durch Jonathan Schmid (28.) verdientermaßen sogar in Führung gegangen war, sorgte Lewandowski mit dem Ausgleichstreffer (41.) für den Weckruf. Nuri Sahin (44.) und erneut Polens Fußballer des Jahres (45.+1) machten noch vor der Pause innerhalb von sechs Minuten die spektakuläre Wende perfekt. Damit traf Lewandowski bereits im achten Liga-Spiel in Folge und sorgte für einen Vereinsrekord. Zudem waren erneut Sahin (72.) und der eingewechselte Leonardo Bittencourt (74.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor erfolgreich.

Freiburg gibt am Anfang den Ton an



Überraschenderweise übernahmen die Gäste in den Anfangsminuten das Kommando und sorgten in der BVB-Abwehr für Irritationen. Glück hatte der BVB, dass Marco Terrazzino (6.) freistehend den Ball vertändelte und so eine große Möglichkeit der Freiburger zum Führungstreffer leichtfertig vergab. Erst nach rund zehn Minuten agierte die Borussia ohne Kapitän Sebastian Kehl (angebrochene Rippe), Sven Bender (Erkältung) und Mats Hummels (Teilriss des Außenbandes am Sprunggelenk) wesentlich zielstrebiger.

Erstmals ernsthaft eingreifen musste SC-Torhüter Oliver Baumann in der 14. Minute nach seinem Schuss von Mario Götze aus rund 14 Metern. Es zeichnete sich jedoch schon früh ab, dass die Südbadener taktisch bestens präpariert waren. Die Borussia hatte große Mühe, ihr schnelles Umschaltspiel wirkungsvoll in Szene zu setzen.

BVB dreht noch vor der Pause auf



Das wiederum gelang den Freiburgern, als Schmid eine Flanke von Max Kruse aus kurzer Distanz zur Führung nutzen konnte. Der BVB bemühte sich in der Folge um druckvolle Angriffsaktionen, blieb dabei aber blass und in der Defensive äußerst anfällig. Die drei Treffer vor der Pause trafen die Freiburger wie aus heiteren Himmel.

Nach dem Wiederanpfiff kontrollierte der BVB die Partie weitgehend, ging jedoch mit seinen Chancen gegen offensivere Freiburger recht leichtfertig um. So vergab Götze aus nur fünf Metern frei vor dem Tor nach einer Flanke von Jakub Blaszczykowski. Besser machte es erneut Sahin zur Vorentscheidung, ehe Bittencourt in seinem zweiten Erstligaspiel den Schlusspunkt setzte.

Spieler des Spiels: Nuri Sahin



Zum zweiten Mal in der Startelf, zum ersten Mal doppelt erfolgreich: Winter-Rückkehrer Nuri Sahin war der Denker und Lenker im Mittelfeld. Bereitete den Ausgleich von Lewandowski per Freistoß vor und traf anschließend doppelt. Darüber hinaus gab Sahin sechs Torschüsse ab, hatte die meisten Ballkontakte aller Spieler (96) und gewann gute 62 Prozent der direkten Duelle. Von allen Dortmundern lief 24-Jährige am meisten (11,9 Kilometer).