Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach bleibt auf Europapokal-Kurs, Kellerkind FC Augsburg muss weiter zittern: Dank Kapitän Filip Daems hat die Mannschaft von Trainer Lucien Favre zum Auftakt des 30. Spieltags der Bundesliga die zuletzt starken bayerischen Schwaben verdient mit 1:0 (1:0) bezwungen und zumindest für eine Nacht den 6. Rang erobert. Der mehr als eine Stunde in Unterzahl spielende FCA verpasste dagegen die Gelegenheit, im Kampf gegen den Abstieg weiter Boden gutzumachen.

Der Belgier Daems, einer von vier Neuen in der Startelf der Borussia, erzielte in der 27. Minute per Foulelfmeter sein erstes Saisontor. FCA-Verteidiger Kevin Vogt hatte zuvor nach einer Notbremse an Peniel Mlapa die Rote Karte gesehen (26.). Für die Borussia war es bereits der dritte 1:0-Heimsieg in Folge.

Gladbach baut Heimserie aus



"Wir haben zu viele Torchancen ausgelassen. Wir hatten viele Möglichkeiten, ein zweites Tor zu machen. Ich habe aber sehr viele positive Sachen gesehen. Wir haben verdient gewonnen", sagte Favre.

Während der fünfmalige Deutsche Meister seine Heimserie auf neun Partien ohne Niederlage ausbaute, mussten sich die erst nach der Pause aufopferungsvoll kämpfenden Fuggerstädter nach zuvor vier Siegen aus sieben Spielen geschlagen geben. Schon am Samstag kann der FCA vom Relegationsplatz verdrängt werden.

Gladbach lässt viele Chancen liegen



50.175 Zuschauer im Borussia-Park sahen von Beginn an eine überlegene Heimelf, die nach zuletzt blutleeren Vorstellungen und Pfiffen der eigenen Fans mit großem Einsatz zu Werke ging. Einzig die letzte Konsequenz ließen die Fohlen zunächst vermissen: Die neben Daems und Mlapa in die Startelf gerückten Granit Xhaka (4.) und Mike Hanke (6./9.) vergaben in einer munteren Anfangsphase jeweils aus guter Position.

"Wir haben uns vorgenommen anders aufzutreten als in den letzten beiden Spielen", sagte Stürmer Hanke nach der Partie. "Wir waren sehr aggressiv. Und so sind wir ins Spiel gekommen. Wir haben uns sehr viele Chancen erarbeitet. Leider haben wir nicht mehr Tore geschossen, aber wir hatten die Chancen dazu und das ist erst einmal wichtig."

Augsburg zu zaghaft



Die von Markus Weinzierl trainierten Gäste zogen sich dagegen überraschend weit zurück und lauerten auf Konter. Ohne Erfolg: Mehr als harmlose Distanzschüsse von Tobias Werner (12.) und Matthias Ostrzolek (15.) sprangen für die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl nicht heraus.

Die zaghaften Bemühungen der Gäste erhielten nach einer knappen halben Stunde einen herben Dämpfer. Der für den gesperrten Ragnar Klavan in die Startelf gerückte Vogt konnte Mlapa nur mit einem Foul stoppen und flog vom Platz, Daems verwandelte sicher vom Punkt. Im Gegenzug vergab Sascha Mölders die beste Augsburger Chance im ersten Durchgang (28.).

Musona vergibt kurz vor Schluss den Ausgleich



In der Folge spielte Gladbach seine Überzahl clever aus und hatte noch vor der Pause mehrfach die Gelegenheit zum 2:0: Zunächst traf Mlapa nach Traumpass von Hanke den Pfosten (30.), dann vergaben Patrick Herrmann (38.) nach einem Konter und Roel Brouwers mit einem Kopfball (43.).

Ohne Stürmer Luuk de Jong, der überraschend nur auf der Bank saß, blieben die Gladbacher auch nach dem Seitenwechsel die deutlich agilere und bessere Mannschaft. Angetrieben von den starken Xhaka und Hanke bestimmten die Hausherren das Geschehen, schnürten die Gäste phasenweise ein, verpassten aber bei Chancen von Xhaka (51.) und Alvaro Dominguez (66.) die Vorentscheidung. Gleiches galt für Hanke, der in der 73. Minute nur den Pfosten traf, sowie den eingewechselten Branimir Hrgota (75.).

Der eingewechselte Knowledge Musona vergab für den FCA in der 90. Minute die Ausgleichschance. "Leider haben wir am Ende nicht das Glück gehabt, das 1:1 zu machen. Wenn man nur mit zehn Mann spielt, muss so ein Ball eigentlich rein und dann nehmen wir hier einen Punkt mit", sagte FCA-Kapitän Paul Verhaegh nach dem Schlusspfiff.

Spieler des Spiels: Peniel Mlapa

Peniel Mlapa bereitete von allen Spielern die meisten Torschüsse vor (fünf), holte den Elfmeter heraus und hatte zum Zeitpunkt seiner Auswechslung so viele Zweikämpfe gewonnen wie kein anderer Akteur (15).