Leverkusen - Bayer Leverkusen stürmt mit Riesenschritten der Champions-League-Teilnahme entgegen, 1899 Hoffenheim hat dagegen im Abstiegskampf keinen Boden gegenüber dem Konkurrenten FC Augsburg wettmachen können. Der Tabellendritte aus Leverkusen setzte sich im Duell mit dem Vorletzten aus dem Kraichgau souverän mit 5:0 (2:0) durch.

Stefan Kießling (16./65.) mit seinen Saisontoren Nummer 20 und 21, Nationalspieler Andre Schürrle (31./69.), der zum zehnten und elften Mal in dieser Spielzeit traf, sowie Stefan Reinartz (79.) sorgten für die Treffer. Die Hoffenheimer verloren in der 23. Minute außerdem Mittelfeldspieler Eugen Polanski nach einer Notbremse gegen Kießling.

Den fälligen Foulelfmeter vergab allerdings Bayer-Kapitän Simon Rolfes (24.), der am gut reagierenden 1899-Keeper Koen Casteels scheiterte. Hoffenheim blieb damit auch im zehnten Bundesligaduell mit Bayer sieglos und kassierte die neunte Pleite. Erstmals musste der neue Cheftrainer Markus Gisdol nach vier Punkten aus zwei Spielen eine Niederlage mit seinem Team hinnehmen.

"Platzverweis war der Knackpunkt"



"Das war von uns einfach schlecht. Wir hatten eine etwas bessere Phase, doch der Platzverweis war der Knackpunkt. Am Ende war die Niederlage auch in dieser Höhe verdient. Der Klassenerhalt ist aber noch nicht unmöglich. Wir müssen jetzt zusehen, dass wir unsere Heimspiele gewinnen", so 1899-Kapitän Andreas Beck nach dem Abpfiff.

Markus Gisdol pflichtete seinem Spielführer bei: "Uns ist es schwer gefallen, ins Spiel zu finden. Die Rote Karte hat dann das Ihrige dazu beigetragen. Wir sind einfach nicht stabil genug, um gegen eine Mannschaft wie Bayer Leverkusen dagegenzuhalten."

Bayer-Trainer Sascha Lewandowski war hingegen mit dem Spiel seiner Mannschaft sehr zufrieden: "Wir haben heute sehr überzeugend gespielt. Da war sehr viel Spielfreude, Power und Druck dahinter. Wenn wir auch in den nächsten Wochen so auftreten, werden wir unseren Weg machen."

Rolfes vergibt Elfmeter



Nur in der Anfangsphase konnten die Hoffenheimer mit guter Raumaufteilung und kompakter Spielweise den Gastgebern das Leben schwer machen. Nach dem 1:0, das nach herrlicher Kombination über Sidney Sam und Schürrle vom freistehenden Kießling erzielt wurde, diktierte der "Werksclub" klar das Geschehen.

Nach dem Platzverweis für Polanski war Hoffenheim nur auf Schadensbegrenzung bedacht. Der Rückstand auf die Augsburger, die am Freitag 0:1 in Mönchengladbach verloren hatten, beträgt weiter drei Zähler.

Hoffenheim ohne Zugriff



Immerhin war die Handschrift des neuen Coaches festzustellen. Allerdings konnte das Tabellen-"Kellerkind" die gut aufgelegten Bayer-Offensivkräfte wie Kießling, Schürrle oder Sam nie ganz unter Kontrolle bringen.

Mit ständigen Rochaden und gutem Spiel ohne Ball brachte Bayer, das in den letzten fünf Spielen nur einen Sieg gelandet hatte, die Gäste immer wieder in Verlegenheit. Schürrle traf per Schlenzer aus 18 Metern zum 2:0, Kießling war nach Flanke von Daniel Carvajal per Kopf zum zweiten Mal erfolgreich. Michal Kadlec bediente dann den freistehenden Schürrle, der keine Mühe hatte, zu vollstrecken und ebenfalls einen Doppelpack zu schnüren.

Immerhin zwang Andreas Beck (37.) Bayer-Keeper Bernd Leno mit einem Schuss zu einer Faustabwehr. Auf der Gegenseite verfehlte Schürrle (44.) knapp das Hoffenheimer Tor. In der zweiten Halbzeit verwalteten die Rheinländer zunächst das Ergebnis. In der 63. Minute zwang erneut Kießling Casteels zu einer Glanzparade.

Spieler des Spiels: Andre Schürrle

Andre Schürrle traf gegen 1899 Hoffenheim zum 2:0 und 4:0, bereitete außerdem das 1:0 für Stefan Kießling vor. In den letzten vier Spielen traf Schürrle damit fünfmal. Der Stürmer war gegen die TSG gewohnt lauffreudig und legte 25 Sprints hin - kein Spieler auf dem Platz mehr.