Braunschweig - Werder Bremen hat die vergangenen sechs Wochen mit einem Schlag vergessen lassen. Die Norddeutschen feierten nach einer durchwachsenen Saisonvorbereitung und der Pokalniederlage beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken zum Bundesliga-Start ein 1:0 (0:0) beim Aufsteiger Eintracht Braunschweig. Den entscheidenden Treffer zum schmeichelhaften Sieg erzielte Zlatko Junuzovic (82.). Für die Eintracht war es vor 23.000 Zuschauern eine ernüchternde Rückkehr nach 28 Jahren ohne Bundesliga-Spiel.

"Für uns alle ist es eine Erleichterung, denn wir warten schon so lange auf ein Erfolgserlebnis. Wir haben gezeigt, dass bei uns nicht alles so schlimm und negativ ist wie es oft dargestellt wurde. Wir sind in der Drangphase von Braunschweig cool geblieben und haben den entscheidenden Nadelstich gesetzt", sagte Werder-Sportdirektor Thomas Eichin.

Viel Sicherheit, wenig Spielfluss



Unübersehbar viel Respekt vor der obersten Spielklasse lähmte über weite Strecken viele Aktionen der Gastgeber. Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht hatte acht Erstliga-Debütanten in seine Startformation berufen, entsprechend vorsichtig gingen die Niedersachsen in der Anfangsphase zu Werke.

Insbesondere in der ersten Halbzeit beschränkte man sich weitgehend auf eine solide Deckungsarbeit und traute sich nur gelegentlich in die Nähe des Bremer Strafraums. Bei beiden Teams kam kaum ein Spielfluss zustande, immer wieder machten technische Schwächen erfolgversprechende Aktionen schon im Ansatz zunichte.

Nach ihrer Negativserie von 14 Pflichtspielen ohne Sieg wirkten aber auch die Hanseaten nicht sonderlich selbstbewusst. Dennoch hätte eine zielstrebige Aktion in der siebten Minute beinahe zum Führungstreffer geführt: Torjäger Nils Petersen setzte aus sechs Metern Entfernung einen Kopfball knapp neben den rechten Torpfosten. Kurz vor der Pause scheiterte Petersen (41.) am gut reagierenden Marjan Petkovic.

Lattenkracher von Reichel



Vier Minuten nach dem Seitenwechsel hatte der Ex-Münchner erneut einen Torerfolg auf dem Fuß, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an Eintracht-Torhüter Petkovic, dem Lieberknecht nach einer längeren Zeit des Überlegens den Vorzug vor Daniel Davari gegeben hatte.

Glück brauchte der SV Werder in der 64. Minute, als Außenverteidiger Ken Reichel mit einem wuchtigen Distanzschuss nur die Latte traf. Acht Minuten später verzog Ermin Bicakcic nur knapp. Quasi im Gegenzug traf Petersen in der 73. Minute aus spitzem Winkel lediglich das Außennetz.

Caldirola verhindert Ausgleich



Nach einem Befreiungsschlag von Prödl tauchte plötzlich Junuzovic allein vor Petkovic auf. Mit einem satten Schuss in den linken Winkel ließ er dem Braunschweiger Keeper keine Abwehrmöglichkeit. In der 88. Minute vergab Jan Hochscheidt die Riesenchance zum Ausgleich. Aus kurzer Distanz scheiterte der Neuzugang am Neu-Bremer Luca Caldirola, der auf der Linie klärte.

Spieler des Spiels: Luca Caldirola

Luca Caldirola wurde bei seinem Bundesliga-Debüt nur in wenige direkte Duelle verwickelt, gewann aber starke 75 Prozent seiner Zweikämpfe. Kurz vor Schluss rettete der Italiener den knappen Bremer Sieg, als er gegen Jan Hochscheidt auf der Linie klärte.