Gelsenkirchen - Das "Kopfball-Ungeheuer" Kevin-Prince Boateng hat Schalke 04 zu einem wichtigen Sieg im Kampf um die Champions-League-Plätze geführt. Der Neuzugang drehte mit seinen beiden Toren beim 3:1 (0:1) der Königsblauen gegen Werder Bremen das Spiel.

Den dritten Schalker Treffer erzielte Jefferson Farfan (90.) bei seinem Comeback nach sechswöchiger Verletzungspause. Drei Tage nach dem 0:3 in der Königsklasse beim FC Chelsea nahmen die Gelsenkirchener wieder den 4. Tabellenrang ins Visier.

Felix Kroos (22.) hatte in der ersten Halbzeit die Führung für die Hanseaten erzielt, die nur einen Punkt aus den letzten sieben Duellen mit den Gelsenkirchenern geholt haben. Bremen liegt mit 15 Punkten weiter im Mittelfeld der Tabelle.

Die Hausherren verschlafen die Anfangsphase



Die Schalker Mannschaft von Trainer Jens Keller hatte enorme Mühe, ins Spiel zu finden. In der von vielen Fehlpässen geprägten Anfangsphase hatte Werder die erste Chance: Nach Zuspiel von Cedrick Makiadi verfehlte Aaron Hunt allerdings das Schalker Tor (13.). Es dauerte bis zur 17. Minute, ehe Königsblau erstmals gefährlich vor Bremens Schlussmann Sebastian Mielitz auftauchte. Julian Draxler scheiterte nach der ersten wirklich gelungenen Kombination aber am Werder-Keeper.

Ein individueller Fehler leitete den Führungstreffer der Gäste ein: Roman Neustädter verlor vor dem eigenen Strafraum den Ball, Kroos schlenzte ihn zu seinem ersten Bundesliga-Tor ins lange Eck. Schalke fehlten Struktur und vor allem Tempo im Spiel, während Werder zielstrebig konterte: Torhüter Timo Hildebrand rettete in letzter Sekunde vor Zlatko Junuzovic (30.) und nach Eljero Elias Schuss (34.).

Auf der Gegenseite verpasste Adam Szalai knapp eine Hereingabe von Dennis Aogo (33.). Erst kurz vor der Pause wurde es wirklich gefährlich für Werder: Mielitz parierte einen Neustädter-Schuss (39. ), und Szalai verfehlte knapp das Tor (43.).

Boateng erlöst Schalke mit zwei Kopfbällen



Auch nach dem Wiederbeginn wurde das Schalker Spiel nicht besser. Im Mittelfeld enttäuschten Draxler und Boateng lange, ehe ihre Ko-Produktion den Ausgleich brachte: Nach Draxlers Flanke köpfte Boateng den Ball ins Tor und legte nochmals per Kopf kurz vor dem Ende nach. Lange Zeit hatte einzig der 18-jährige Max Meyer für offensive Akzente gesorgt.

Keller hatte gegenüber dem Chelsea-Spiel das offensive Mittelfeld umsortiert. Meyer kehrte in die Startelf zurück und spielte auf der rechten Seite. Draxler, der trotz einer Schienbeinprellung auflaufen konnte, rückte nach links. Der ebenfalls in London angeschlagene Boateng (Schlag aufs Knie) blieb auf der "Zehn". Christian Fuchs musste weichen.

Werder-Coach Robin Dutt musste erneut auf einen echten Stürmer verzichten. Der Argentinier Franco di Santo gehörte nach weitgehend ausgeheiltem Muskelfaserriss noch nicht wieder zum Kader. Torjäger Nils Petersen fehlt weiterhin wegen eines Innenbandrisses im Knie.

Spieler des Spiels: Kevin-Prince Boateng

Schalkes Hoffnung, Schalkes Erlösung: Kevin-Prince Boateng drehte das Spiel für Schalke fast im Alleingang. Er gab drei Torschüsse ab (Bestwert im Spiel) und traf zwei Mal per Kopf - für Boateng war es der erste Doppelpack in der Bundesliga.