Bremen - Die Auswärtsschwäche überwunden und nach einer Zitterpartie dicht ans erste Tabellendrittel herangerückt: Der 1. FSV Mainz 05 hat sich im Weser-Stadion für einen phasenweise sehenswerten Auftritt belohnt und bei Werder Bremen für Ernüchterung gesorgt. Nach einer starken Vorstellung in den ersten 30 Minuten und unnötigen Patzern in der Schlussphase setzten sich die Gäste bei den Hanseaten verdient mit 3:2 (2:0) durch und verbesserten sich auf den 7. Platz.

Die Hausherren hingegen müssen nun wieder verstärkt Richtung Tabellenende schauen - zumal bis zur Winterpause noch Partien gegen Bayern München und Bayer Leverkusen auf dem Spielplan stehen.

Pospech-Bogenlampe gegen die Latte leitet das 2:0 ein



Bei den ersten beiden Toren für die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel half Werder-Torhüter Sebastian Mielitz kräftig mit. In der siebten Minute verließ er sein Gehäuse und wurde durch einen Heber von Nicolai Müller überrascht. Zehn Minuten später unterschätzte der Keeper der Grün-Weißen eine Bogenlampe von Zdenek Pospech, die an die Latte ging, den Abpraller verwandelte Shinji Okazaki. Der Japaner traf aus kurzer Distanz in der 70. Minute nach einem Konter zum 3:0, ehe Eljero Elia (85.) und Neuzugang Franco di Santo (90.) für Bremen noch verkürzten.

Schon vor dem Führungstreffer hatten die Mainzer die Norddeutschen zweimal in Verlegenheit gebracht. Bei einem Freistoß von Johannes Geis (4.) offenbarte Mielitz erste Probleme, in der neunten Minute konnte er gerade noch mit einer Fußabwehr gegen Sebastian Polter klären. In dieser Verfassung sind die 05er auch im Heimspiel gegen Vize-Meister Borussia Dortmund am Samstag durchaus nicht chancenlos.

Lukimya trifft den Pfosten, Kroos muss früh raus



Erst Mitte der ersten Hälfte kamen die Platzherren zu ersten nennenswerten Entlastungsangriffen. Assani Lukimya traf mit einem Kopfball in der 22. Minute nur den Pfosten. Mainz zog sich ein wenig zurück und überließ nun dem Team von Coach Robin Dutt mehr und mehr die Initiative. Doch zum Anschlusstreffer, den Dutt wild gestikulierend am Spielfeldrand einforderte, reichte es bis zum Halbzeitpfiff nicht mehr.

Nach dem Seitenwechsel blieb in Felix Kroos der bis dahin beste Bremer verletztungsbedingt in der Kabine und wurde durch Mehmet Ekici ersetzt. Der Türke, zuletzt selten zum Einsatz gekommen, setzte bereits in der 47. Minute mit einem gefährlichen Distanzschuss ein erstes Ausrufezeichen. Werder bemühte sich um Offensivdruck, doch mehr als zwei Großchancen für Aaron Hunt binnen weniger Sekunden in der 67. Minute sprang dabei zunächst nicht heraus.

Immerhin kämpfte Werder vorbildlich weiter, der Ausgleich wollte in der nervenaufreibenden Schlussphase aber nicht mehr gelingen.

Spieler des Spiels: Shinji Okazaki

Shinji Okazaki schnürte in seinen letzten vier Bundesliga-Spielen zwei Doppelpacks (gegen Braunschweig und nun in Bremen), in seinen ersten 71 Bundesliga-Spielen war ihm das nie gelungen. In Bremen verstand er es, sich immer wieder in Szene zu setzen: Er legte 34 Sprints hin - so viel wie kein anderer auf dem Platz . Kein FSV-Akteur gab mehr Torschüsse ab (vier) als der Japaner.