Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg taumelt scheinbar unhaufhaltsam dem achten Abstieg aus der Bundesliga entgegen. Auch im 15. Spiel seit Beginn der Saison blieb der "Club" am Freitagabend beim 1:1 (1:0) gegen den 1. FSV Mainz 05 ohne Sieg - ein Negativ-Rekord.

Nürnberg war durch Per Nilsson früh in Führung gegangen (5.), danach besaßen die Franken weitere Chancen, ihre Nerven zu beruhigen - ehe Shinji Okazaki für die ansonsten harmlosen Gäste zum Ausgleich traf (75.).

Nürnberg bleibt sieglos und schreibt Geschichte

Für die guten, nach dem neunten Unentschieden aber fassungslosen Nürnberger verheißt ihre schlimme Serie nichts Gutes. Bislang teilte sich der "Club" die traurige Bilanz von 14 Spielen ohne Sieg seit Saisonbeginn mit 1860 München (1977/78) und dem MSV Duisburg (1994/95), für beide Mannschaften reichte es trotz eines Sieges am 15. Spieltag nicht zum Klassenverbleib. Für Nürnberg wäre es schon der achte Abstieg - ebenfalls Negativ-Rekord. Mainz rückt durch den Punktgewinn zunächst auf Rang 7 der Tabelle vor.

In der Nachspielzeit sah der für Okazaki eingewechselte Petar Sliskovic noch eine kuriose Rote Karte. Der 22-Jährige war mit gestrecktem Bein in Torhüter Raphael Schäfer gesprungen und verletzte sich dabei selbst. Schiedsrichter Manuel Gräfe hielt die Rote Karte minutenlang in der Hand und zeigte sie Sliskovic schließlich, als dieser mit der Trage vom Feld gebracht wurde.

Nilsson trifft, Okazaki gleicht eiskalt aus

Der "Club" suchte zunächst den schnellen und direkten Weg zum Tor und hatte gegen anfänglich träge Mainzer früh Erfolg. Auf Vorlage von Hiroshi Kiyotake köpfte der aufgerückte Nilsson den Ball auf das Mainzer Tor. Der schwedische Nationalspieler hatte dabei Glück, dass Torhüter Loris Karius auf dem rutschigen Rasen nicht mehr richtig an den von Zdenek Pospech abgefälschten Ball kam. Daniel Ginczek verpasste in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit die große Gelegenheit, die Nerven beim "Club" zu beruhigen - Stefan Bell klärte knapp vor der Torlinie (55.).

Als wolle er den ersten Saisonsieg erzwingen, hatte "Club"-Trainer Gertjan Verbeek neben dem Schweizer Josip Drmic den letztjährigen Zweitliga-Torjäger Ginczek von Beginn an aufgeboten. Darüber hinaus attackierten die Nürnberger früh und störten den Spielaufbau der Mainzer damit zunächst wirkungsvoll. Torhüter Schäfer vereitelte bei der ersten guten Chance der Gäste den Ausgleich durch Okazaki (23.) - es blieb lange die beste Gelegenheit für Mainz.

"Unsere Spieler wussten offenbar nicht, dass man auch bei Schnee Fußball spielen kann", monierte der Mainzer Manager Christian Heidel in der Pause bei "Sky". In der Tat wirkten die Gäste auch nach der Halbzeit nicht wie eine Mannschaft, die mit aller Macht zu einem Treffer kommen will. Die wenigen Mainzer Möglichkeiten resultierten eher aus Unachtsamkeiten der mit zunehmender Spielzeit fahriger werdenden Nürnberger. Und so fiel auch der Ausgleich mehr oder weniger aus dem Nichts.

 

Spieler des Spiels: Raphael Schäfer

Der Nürnberger Schlussmann hielt einmal mehr den Franken einen Punkt fest. Er wehrte drei Torschüsse ab und war gegen Choupo-Moting in der Schlussphase hellwach. Der Mainzer Stürmer stürmte frei auf den Franken-Keeper zu, doch Schäfer blieb standhaft und parierte den Schuss sehenswert per Fußabwehr.