Augsburg - Hertha BSC Berlin kann einfach nicht mehr gewinnen. Die Hauptstädter kamen in einem schwachen Spiel trotz eines couragierten und mutigen Auftritts beim FC Augsburg nicht über ein 0:0 hinaus und warten damit jetzt schon seit neun Spielen auf einen Erfolg.

Mit dem zweiten Unentschieden in den vergangenen drei Spielen beraubte die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay dessen früheren Arbeitgeber aber wohl der letzten Chance auf einen Platz im Europapokal. Luhukay wurde an alter Wirkungsstätte mit freundlichem Applaus begrüßt - und auch die Leistung seiner Mannschaft dürfte ihm gefallen haben.

Zähes Spiel in der Anfangsphase

So äußerte sich der Hertha-Trainer auch zum großen Teil zufrieden über die Auswärtsreise: "Ich habe einige altbekannte Gesichter gerne wiedergesehen und habe hier nur positive Gefühle. Ich finde es fantastisch, wie sich Augsburg weiterentwickelt hat. Der Punkt ist für uns ein kleines Erfolgserlebnis. In der ersten Halbzeit haben wir Augsburgs Spiel fast völlig neutralisiert." 

Auf der anderen Seite war auch der Augsburgs Trainer Markus Weinzierl nicht enttäuscht: "Es war ein zähes Spiel, Hertha hat es uns sehr schwer gemacht, wir sind kaum zur Entfaltung gekommen und haben es nicht geschafft, uns hundertprozentige Torchancen zu erarbeiten. Mit den Kontern in der zweiten Halbzeit hätten wir das Tor erzielen können, aber wir können mit dem Punkt leben," so der FCA-Trainer im Anschluss an das Spiel. 

Lustenberger verletzt sich beim Aufwärmen

Die Zuschauer in der Augsburger SGL-Arena sahen jedoch ein von Fehlern und mangelnder Feinabstimmung geprägtes Spiel - das lag allerdings in erster Linie am FCA. Den Schwaben gelang es zu selten, die gut gestaffelte Hertha aus dem Spiel heraus in Verlegenheit zu bringen. Berlin stellte die Räume meist clever zu und erspielte sich gute Gelegenheiten. Doch vor dem Tor fehlte die Kaltschnäuzigkeit - oder ein Goalgetter wie der verletzte Adrian Ramos.

Neben dem Top-Torjäger musste die Hertha kurzfristig auf Kapitän Fabian Lustenberger verzichten. Der Abwehrchef, der nach zweieinhalbmonatiger Verletzungspause sein Comeback hätte geben sollen, verletzte sich beim Aufwärmen erneut. Für ihn rückte John Anthony Brooks ins Team.

Werners Freistoß trifft den Außenpfosten

Augsburg benötigte fast eine halbe Stunde, ehe es eine Lücke in der Berliner Mauer fand. Alexander Esswein düpierte Johannes van den Berg, der Schlenzer des Außenstürmers strich aber am linken Torpfosten vorbei (27.). Kurz darauf traf Sturmspitze Sascha Mölders das Außennetz; Augsburg reklamierte in dieser Szene vergeblich Handspiel im Strafraum von Sebastian Langkamp.

Ein Freistoß von Tobias Werner, der nach seinem Augenhöhlenbruch mit Maske spielte, verfehlte knapp das Ziel (34.). Auf der Gegenseite hatte Langkamp die beste Berliner Möglichkeit, als er nach einem Freistoß von Tolga Cigerci an die Unterkante der Latte köpfte (11.). Marcel Ndjeng (22., 45.) und Sandro Wagner (30.) scheiterten am guten Augsburger Torwart Marwin Hitz.

Berlin verteidigt geschickt

Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich an der Ungenauigkeit der FCA-Angriffe zunächst nichts, weshalb Trainer Markus Weinzierl den müden Werner durch Augsburgs besten Torschützen Andre Hahn ersetzte (57.). Auch die Offensiven Raul Bobadilla (72. für Mölders) und Dong-Won Ji (78. für Halil Altintop) kamen noch. Doch Berlin ließ nun kaum mehr etwas zu, bestimmte phasenweise sogar das Geschehen gegen immer fahrigere Augsburger.

In der 75. Minute hatte Bobadilla bei einem Konter nach feinem Pass von Daniel Baier die Chance zum 1:0, doch der Angreifer vertändelte den Ball fahrlässig. Bei einem weiteren Gegenstoß verfehlte Bobadilla das Tor (77.). 

Spieler des Spiels:

Tolga Cigerci

Tolga Cigerci war bei der Hertha ein guter Ballverteiler, auch an acht der 13 Torschüsse der Berliner beteiligt. Läuferisch war er gewohnt stark: Cigerci lief von allen Spielern am meisten (11,7 Kilometer) und legte bei der Hertha auch die meisten Sprints hin (29).