Freiburg - Kein Sieg im Jubiläumsspiel, kein Selbstvertrauen für die Königsklasse: Nach 50 Minuten in Unterzahl ist Bayer 04  Leverkusen im 1200. Punktspiel seiner Clubgeschichte nicht über ein 0:0 beim sieglosen SC Freiburg hinausgekommen. Das Remis am 6. Spieltag wirft die Werkself in der Tabelle zurück, die Hoffnungen auf Rückenwind vor der Champions-League-Partie am Mittwoch gegen Benfica Lissabon erfüllten sich nicht.

Innenverteidiger Emir Spahic brachte die Leverkusenern, die gegen Lissabon nach dem 0:1 zum Auftakt der Königsklasse beim AS Monaco schon gewaltig unter Druck stehen, mit seinem frühen Platzverweis durch eine Gelb-rote Karte (28.) in große Gefahr. Die Freiburger, die seit dem 19. April auf einen Sieg warten, konnten die Überzahl aber nicht zu einem Dreier nutzen. SC-Verteidiger Pavel Krmas sah in der 78. Minute ebenfalls wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

Zwei Platzverweise

Die 23.500 Zuschauer im Schwarzwald-Stadion, darunter der neue Bundestrainer-Assistent Thomas Schneider, sahen bereits in der zweiten Minute die erste Chance der Gastgeber. Innenverteidiger Krmas vergab nach einer Ecke per Kopf für die Freiburger, die auf Vladimir Darida, Admir Mehmedi, Dani Schahin und kurzfristig auch auf ihren erkälteten Torjäger Mike Frantz verzichten mussten.

Danach passierte zunächst nicht viel. Die Begegnung war zerfahren, zudem störten viele Fouls und Verletzungsunterbrechungen den Spielfluss. Dennoch hätte Heung Min Son die Leverkusener, bei denen Gonzalo Castro, Kyriakos Papadopoulos und Simon Rolfes fehlten, in Führung bringen müssen. Der Südkoreaner vergab aber (19.).

Kurz darauf dezimierten sich die Gäste wie schon bei ihrem zurückliegenden Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg (1:4) selbst. WM-Schiedsrichter Dr. Felix Brych (München) zeigte dem Bosnier Spahic wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Kapitän Lars Bender rückte für Spahic in die Abwehr.

Bürki der Retter für Freiburg

Keine zehn Minuten später hatte Felix Klaus den ersten Treffer für den Sport-Club auf dem Fuß (37.), der Mittelfeldspieler brachte den Ball aus kurzer Distanz aber nicht im Tor unter. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte scheiterte Maximilian Philipp mit einem Freistoß an Bayer-Torwart Bernd Leno.

Kurz nach dem Seitenwechsel hielt SC-Torwart Roman Bürki das torlose Remis gegen Stefan Reinartz fest (49.). Von einer Freiburger Überzahl war in dieser Phase nichts zu merken, ganz im Gegenteil: Die Gäste waren dem ersten Treffer sehr nahe, fast hätte ihn Hakan Calhanoglu erzielt. Der Distanzschuss des Spielmachers ging nur knapp über das Tor (54.).

Im Anschluss verflachte das Niveau. Beide Teams schienen erst einmal mit dem Remis zufrieden zu sein. In der 68. Minute musste Bürki erneut retten, diesmal gegen Karim Bellarabi.

Leverkusen trifft zweimal die Latte

Auch danach stand der Schweizer Keeper immer wieder im Mittelpunkt und zeigte mehrere tolle Paraden. Als Bellarabi in der 73. Minute die Unterkante der Latte traf, hatte Bürki das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite: Der Ball landete genau auf der Torlinie. In der 88. Minute traf Son mit einem Freistoß nur die Latte des SC-Gehäuses.

sid

Statistiken und Aufstellungen im Live-Ticker

Spieler des Spiels:

Roman Bürki

Leverkusen hätte den Sieg angesichts von 13:2 Torschüssen in Hälfte zwei verdient gehabt, aber der famose Roman Bürki, der acht Torschüsse parierte (davon sieben nach der Pause), sowie zweimaliges Aluminium-Glück retteten dem SC den Punkt.