Augsburg - Der VfB Stuttgart hat die Patzer der Konkurrenz ungenutzt gelassen und einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt verpasst. Die Mannschaft von Trainer Huub Stevens unterlag trotz starker Leistung in einem heißen schwäbischen Derby beim FC Augsburg unglücklich mit 1:2 (1:1) und bleibt damit Tabellen-Vorletzter. Augsburg dagegen gelang mit dem ersten Dreier nach vier Spielen mit nur einem Punkt ein wichtiger Sieg für die Europa-League-Qualifikation. Der FCA zog sogar vorübergehend an Schalke 04 auf Platz fünf vorbei.

Tobias Werner brachte den nur anfangs feurigeren FCA vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften SGL-Arena mit seinem siebten Saisontor in der siebten Minute in Führung. VfB-Torjäger Daniel Ginczek glich mit seinem fünften Treffer binnen vier Spielen aus (22.), ehe Raul Bobadilla 17 Minuten vor Spielende der Augsburger Siegtreffer gelang.

Kuriose Szene zum 1:0

Stuttgart brauchte nach passivem Beginn ohne Zugriff im Mittelfeld 20 Minuten, um im Spiel anzukommen. Doch da stand es nach einer kuriosen Szene schon 1:0 für die zunächst griffigeren Gastgeber. VfB-Keeper Sven Ulreich klärte weit vor dem Tor einen langen Ball gegen Bobadilla direkt vor die Füße von Alexander Esswein, dessen Zuspiel über den verdutzten Ulreich hinweg Werner ohne Mühe ins leere Gehäuse trat.

Doch Augsburg leistete sich danach einige Schludrigkeiten und baute den VfB so auf. Der starke Filip Kostic scheiterte bei einem Konter zunächst noch am aufmerksamen FCA-Torhüter Marwin Hitz (21.). Sekunden später kam der Ball nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Alexandru Maxim aber erneut zum schnellen Kostic auf links. Dessen Hereingabe vollstreckte Ginczek gegen die aufgerückte Augsburger Abwehr am langen Pfosten problemlos.

Hitz klärt mehrfach in höchster Not

Bei Augsburg machte sich nun durch viele überhastete und unkonzentrierte Aktionen die Verunsicherung der vergangenen Wochen mit nur einem Sieg aus neun Spielen bemerkbar. Stuttgart dagegen drängte auf die Führung. Nach einer Ecke von Kostic scheiterte Georg Niedermeier per Kopf an Hitz (30.). Und auch gegen Ginczek (39.) und Geoffroy Serey Dié (43.), der Stuttgart nach seiner fünften Gelben Karte am kommenden Wochenende gegen den SC Freiburg fehlen wird, war Hitz da.

Der VfB begann die zweite Hälfte abermals zögerlich, machte aber weiter den wacheren und variableren Eindruck. In einer zunehmend hektischen Begegnung ließen es nun beide Mannschaften an Passgenauigkeit und Zielstrebigkeit vor dem Tor fehlen. Im Mittelfeld entwickelte sich ein Abnutzungskampf, Torraumszenen blieben selten. Eine dieser wenigen gefährlichen Situationen nutzte Bobadilla zum glücklichen Siegtreffer der Platzherren.

SID

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Spieler des Spiels:

Tobias Werner

Tobias Werner schoss sein siebtes Saisontor und bereitete den Siegtreffer vor. Er war an fünf der zwölf Ausgburger Torschüsse beteiligt (keiner an mehr), gewann für einen Offensivspieler gute 56 Prozent seiner Zweikämpfe und war laufstärkster Augsburger.

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