Hamburg - Ein bisschen Kampf, wenig Chancen, keine Tore: Nach dem Relegations-Hinspiel zwischen dem Hamburger SV und der SpVgg Greuther Fürth ist weiterhin alles offen. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka muss sich im Rückspiel in Fürth aber deutlich steigern, um nach dem 0:0 vor heimischer Kulisse den ersten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte noch zu verhindern.

HSV-Trainer Mirko Slomka dachte nach dem Abpfiff ans schnelle Regenerieren und Analysieren: "Das ist mein Job. Wir haben etwas zu lange gebraucht, um in die Partie reinzukommen, es steht jetzt eben zur Halbzeit 0:0."

Van der Vaart: "Ich denke immer positiv"

HSV-Kapitän Rafael van der Vaart bezeichnete sich am "Sky"-Mikrofon als positiven Menschen. "Ich denke immer positiv", sagte der HSV-Kapitän: "Ein Verein wie der HSV gehört einfach in die Bundesliga." Der Gegner habe von Beginn an sehr gut ins Spiel gefunden, "und wir nicht. Das müssen wir am Sonntag besser machen."

"Ich hoffe, dass wir es in Fürth besser machen", sagte auch HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga: "Ich glaube, dass wir auf jeder Position besser besetzt sind, und das müssen wir am Sonntag einfach zeigen."

Lasogga und Calhanoglu abgemeldet

Fürths Abwehrspieler Mergim Mavraj kündigte jedoch schon einmal starke Gegenwehr an: "Wir werden auch am Sonntag nicht abwarten, was der Gegner macht, sondern die Initiative ergreifen, so wie heute." 

Die Hamburger blieben im Hinspiel den Beweis ihrer Erstklassigkeit über weite Strecken schuldig. Die Hausherren wirkten von Beginn an nervös und erarbeiteten sich kaum zwingende Möglichkeiten. Die HSV-Hoffnungsträger Pierre-Michel Lasogga (13 Saisontore) und Youngster Hakan Calhanoglu waren in der gut organisierten Fürther Defensive lange Zeit vollkommen abgemeldet.

Fürth agiert von Anfang an mutig

"Wir können Historisches schaffen und den HSV in die 2. Bundesliga schießen", hatte Kleeblatt-Kapitän und Ex-HSVer Wolfgang Hesl vor der Partie gesagt - und so agierten die Gäste auch. Giftig, laufstark, selbstbewusst: Der Zweitligist versteckte sich in der Hamburger Imtech Arena keineswegs und stellte die HSV-Abwehr mit seinem schnellen Umschaltspiel immer wieder vor große Probleme.

Große Torchancen blieben zunächst zwar aus, doch Fürths Top-Torjäger Ilir Azemi (9.), der zuletzt 13 Treffer in 13 Spielen erzielt hatte, und Zoltan Stieber (17.) verzogen aus aussichtsreicher Position. Die größte Chance im ersten Abschnitt vergab Azemi in der 26. Minute, als er aus kurzer Distanz an HSV-Keeper Jaroslav Drobny scheiterte. Drobny war kurzfristig für den verletzten Stammtorhüter Rene Adler (Rückenbeschwerden) zwischen die Pfosten beordert worden.

Gießelmann köpft knapp vorbei

"Wir dürfen uns nicht so sehr den Schneid abkaufen lassen", sagte HSV-Boss Carl Jarchow in der Halbzeitpause bei "Sky": "Wir lassen die Fürther viel zu viel spielen, wir müssen sie mehr zu Fehlern zwingen. Ich hoffe, dass Fürth das Tempo in der zweiten Halbzeit nicht durchhält."

Doch Jarchows Hoffnung erfüllte sich zunächst nicht. Auch im zweiten Durchgang übernahmen die Fürther das Kommando. Zunächst köpfte Niko Gießelmann völlig freistehend am Hamburger Kasten vorbei (51.), dann spitzelte Nikola Djurdjic das Leder knapp am rechten Pfosten vorbei (53.).

Lasogga trifft - steht aber im Abseits

Erst in der Folge schalteten die Hamburger, unentwegt angetrieben vom lautstarken Publikum, einen Gang höher. Der eingewechselte Marcell Jansen brachte Sturmtank Lasogga erstmals in eine gute Kopfball-Position, doch Keeper Hesl bestand seine erste Prüfung (65.).

Nur 120 Sekunden später traf Lasogga zwar das Tor - stand bei seinem Kopfball allerdings im Abseits. Wiederum Lasogga scheiterte in der 85. Minute an Fürths Keeper Hesl, der den Schuss aus kürzester Distanz mit dem Fuß abwehrte.