Christoph Kramer nimmt Maß und rettet der Borussia einen Punkt
Christoph Kramer nimmt Maß und rettet der Borussia einen Punkt
Bundesliga

Kramer rettet für Gladbach Punkt in letzter Minute

Mönchengladbach - Lucien Favre drehte sich nach Schlusspiff erleichtert zu seiner Bank um und atmete erst einmal tief durch. Der Trainer von Borussia Mönchengladbach hatte beim Spiel gegen den VfB Stuttgart durch die Hereinnahme von Weltmeister Christoph Kramer so gerade einen Fehlstart vermieden, der Nationalspieler traf beim 1:1 (0:0) in der 90. Minute zum Ausgleich.

Kramer zunächst auf der Bank

"Der Punkt war enorm wichtig, das ist eine enorme Erleichterung", sagte Favre. Der Treffer von Alexandru Maxim (51.) hatte die Gladbacher zuvor an den Rande einer Auftakt-Niederlage gebracht. Trotz einer über weite Strecken ordentlichen Leistung bleibt allerdings auch noch viel Raum nach oben, bevor am Donnerstag das immens wichtige Rückspiel in den Play-offs zur Europa League gegen FK Sarajevo (Hinspiel 3:2) ansteht.

"Wir haben lange Zeit richtig gut gespielt und sind dann ein bisschen müde geworden", analysierte VfB-Coach Armin Veh, der von 1979 bis 1983 für die Gladbacher gespielt hatte.

Vor 50.203 Zuschauern im Borussia Park hatte Favre Kramer, der noch Trainingsrückstand hat, zunächst erwartungsgemäß auf der Bank gelassen und erst in der zweiten Halbzeit gebracht. Veh gab weitgehend seinen Pokal-Verlierern noch eine Chance, lediglich Maxim rückte für Filip Kostic in die Startelf.

Die Borussia trat in der Anfangsphase sehr engagiert auf und entwickelte über die Flügel mit den Neuzugängen Ibrahima Traore und Andre Hahn Druck. Traore, der in der Vorsaison noch das Stuttgarter Trikot getragen hatte, war dann auch an der ersten großen Torchance beteiligt. Bei einem blitzartigen Konter legte er auf den einschussbereiten Branimir Hrgota ab, Stuttgarts Daniel Schwaab rettete in höchster Not (20.).

Ibisevic mit wenigen Aktionen

Defensiv und im Aufbau leistete sich Gladbach allerdings wie schon gegen Sarajevo einige Nachlässigkeiten, die der VfB aber nicht ausnutzen konnte. Zu umständlich agierte Stuttgart im Spiel nach vorne, Torjäger Vedad Ibisevic hing zumeist in der Luft. Den vermeintlicher Führungstreffer durch den Bosnier nach einem Freistoß erkannte Schiedsrichter Christian Dingert zurecht nicht an (32.).

Von Gladbachs Regisseur Raffael war bis auf einen Kopfball kurz vor der Pause (44.) wenig zu sehen, zudem fehlte den Fohlen ohne Nationalspieler Max Kruse (Nieren-OP wegen eines Harnleitersteins) die Durchschlagskraft. Dennoch hätte die Borussia schnell nach Wiederanpfiff in Führung gehen müssen, doch Hrgota, gegen Sarajevo noch zweifacher Torschütze, verstolperte den Ball vor dem leeren Tor (48.).

Maxim eiskalt vor dem Tor

Dies rächte sich keine 180 Sekunden später, als Stuttgarts Ex-Nationalspieler Christian Gentner sehenswert auf Maxim ablegte und der Rumäne eiskalt ins lange Eck verwandelte (51.). Gladbachs Keeper Yann Sommer, der als Nachfolger des nach Barcelona gewechselten Marc-Andre ter Stegen sein erstes Bundesliga-Spiel bestritt, sah bei Gentners Hereingabe nicht gut aus.

Erst danach wachte Gladbach richtig auf und blies zum Angriff. In der 67. Minute traf Hrgota - Dingert entschied korrekterweise auf Abseits. Der kurz zuvor eingewechselte Gladbacher Neuzugang Thorgan Hazard hatte bei einem Pfostentreffer (74.) Pech. Kramer bewahrte die Gastgeber dann doch noch vor einer Auftaktpleite. Eine kluge Heriengabe von Alvaro Dominguez verwertete der Nationalspieler trocken mit einem Flachschuss in die linke Ecke.

sid

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