Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg bleibt Bayern München nach einer erneut bärenstarken Leistung auf den Fersen. Die Niedersachsen gaben sich beim verdienten 2:0 (1:0) im Bundesliga-Heimspiel am Sonntag gegen den überforderten Hamburger SV keine Blöße und befinden sich mit vier Punkten Rückstand weiter auf Schlagdistanz zu den Bayern.

Ivica Olic (27.) und Aaron Hunt (63.) bauten mit ihren Treffern zudem den Wolfsburger Vereinsrekord auf acht Pflichtspiel-Siege in Folge aus. Die Vorarbeit zu beiden Toren gab der seit Wochen überragende Kevin De Bruyne. Der Belgier hat nun bereits neun Tore in dieser Saison eingeleitet, in den großen europäischen Ligen hat nur Chelseas Cesc Fabregas genauso viele. In Deutschland kam zuletzt der Bremer Diego vor acht Jahren nach elf Spielen auf eine solche Quote.

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs begeisterte vor allem "die Art und Weise" wie seine Mannschaft gespielt: "Wir sind hohes Tempo gegangen und waren konsequent in den Zweikämpfen, obwohl wir am Donnerstag noch ein sehr schweres Spiel hatten", sagte er bei Sky: "Wenn wir dann noch gut stehen, ist es schwer, gegen uns zu gewinnen. Hamburgs Dennis Diekmeier sprach von "blöden Toren" und meinte: "Wir wollten auftreten wie in der letzten Woche. Das ist uns leider nicht gelungen". Darüber müsse man "intern reden".

Wolfsburg weiter in Erfolgsspur

Drei Tage nach dem 5:1 in der Europa League gegen FK Krasnodar bot der VfL vor 30.000 Zuschauern offensiv wie defensiv eine äußerst souveräne Vorstellung. Beim harmlosen HSV sind dagegen die Abstiegssorgen nach der sechsten Saisonniederlage wieder ein Stück größer geworden.

Hamburgs Trainer Joe Zinnbauer vertraute der siegreichen Startelf vom 1:0 gegen Bayer Leverkusen vor einer Woche. Bei den Wolfsburgern erhielt Hunt nach seinem Europacup-Doppelpack gegen Krasnodar eine Chance von Beginn an. Der Mittelfeldspieler erwischte genau wie seine Teamkollegen einen guten Start, das gestiegene Selbstvertrauen war den kombinationsfreudigen VfL-Profis deutlich anzumerken.

Rückkehrer Olic bringt Führung

Chancen blieben anfangs aber Mangelware, weil der HSV die Räume sehr eng machte. Auch die Offensiv-Abteilung um Kapitän Rafael van der Vaart arbeitete in der Rückwärtsbewegung diszipliniert. Mit der ersten guten Chance gingen die Hausherren dennoch verdient in Führung: Olic fälschte einen Schuss von de Bruyne unhaltbar für HSV-Keeper Jaroslav Drobny ins Tor ab.

Das 1:0 gab Wolfsburg zusätzlichen Rückwind, der erneut auffällige De Brunye verpasste fünf Minuten später nur knapp den zweiten Treffer. Die Hamburger ließen sich immer mehr in die eigene Hälfte drängen. Der in der ersten Halbzeit völlig abgemeldete Stürmer Pierre-Michel Lasogga sah zudem wegen eines Frust-Fouls die Gelbe Karte (45.).

De Bruyne wieder mal bärenstark

Nach dem Seitenwechsel kam Hamburg mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine. Innenverteidiger Heiko Westermann (50.) in seinem 300. Bundesligaspiel und Lasogga (59.) köpften jedoch jeweils knapp über das Tor. Durch den Offensivdrang ergaben sich aber Räume für die Wolfsburger.

War Olic zunächst bei zwei guten Möglichkeiten (56. und 60.) gescheitert, machte es Hunt in der 63. Minute besser. Der Ex-Bremer musste den Ball nach überragender Vorarbeit von de Bruyne nur noch einschieben.

Bei den Wolfsburgern gefielen neben De Bruyne auch Innenverteidiger Robin Knoche und Vieirinha, der auf der ungewohnten Linksverteidiger-Position stark aufspielte. Bei Hamburg überzeugten mit Abstrichen Westermann Dennis Diekmeier.

SID

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Spieler des Spiels:

Kevin De Bruyne

Kevin De Bruyne machte einmal mehr ein überragendes Spiel. Er bereitete beide Tore vor, war an acht der 13 Wolfsburger Torschüsse beteiligt (vier Torschüsse, vier Torschussvorlagen) und zog mit Abstand die meisten Sprints auf dem Feld an (42).

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