Hannover - Hannover 96 mischt dank eines späten Eigentores von Alexander Madlung im Kampf um die Europapokalplätze weiter munter mit. Im Duell der Pokalverlierer besiegte die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut Eintracht Frankfurt durch Madlungs Missgeschick zwei Minuten vor dem Abpfiff mit 1:0 (0:0) und feierte nach einer starken Leistung ihren vierten Heimsieg in dieser Saison.

Vier Tage nach dem Pokalaus beim Zweitliga-Kellerkind VfR Aalen (0:2) präsentierten sich die Niedersachsen deutlich verbessert und gewannen verdient. Bei den Hessen zeigt die Formkurve unterdessen weiter nach unten. Drei Tage nach der 1:2-Schlappe im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach verlor das ersatzgeschwächte Team von Trainer Thomas Schaaf sein drittes Ligaspiel in Folge. Die Eintracht wartet inzwischen seit fast 27 Jahren auf einen Dreier in der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Hannover dominiert

"Alle sind bereit, das Pokalspiel in Aalen vergessen zu machen", hatte H96-Coach Tayfun Korkut vor der Partie angekündigt. Auch Klub-Präsident Martin Kind forderte ein Ende der Leistungsschwankungen seines Teams, das unmittelbar vor der Pokalpleite noch überraschend bei Borussia Dortmund gewonnen hatte (1:0).

Lauffreudig, kombinationssicher, zweikampfstark - die 96-Spieler ließen den markigen Worten ihres Trainers über weite Strecken auch Taten folgen und dominierten das Geschehen lange Zeit nach Belieben. Während der Eintracht die Unsicherheit durch die jüngsten Misserfolge deutlich anzumerken war, drängten die Gastgeber auf die frühe Führung und waren vor allem nach Standardsituationen gefährlich.

Treffer von Briand nicht gegeben

Die größte Chance der ersten Minuten vergab vor 42.200 Zuschauern der Ex-Frankfurter Joselu, als er nach feiner Vorarbeit von Hiroshi Kiyotake am Fünfmeterraum einen Schritt zu spät kam (11.). Kurze später hatte 96-Coach Korkut tatsächlich schon den Torschrei auf den Lippen: Doch der wuchtige Kopfballtreffer von Jimmy Briand wurde nicht gegeben. Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied auf Foulspiel - der Kanadier hatte sich bei Bundesliga-Debütant David Kinsombi aufgestützt (19.).

Fortan wagte sich auch die Eintracht aus der Deckung, hatte plötzlich mehr Ballbesitz und kam nach einer knappen halben Stunde zu ihrem ersten Torschuss. Den 30-Meter-Freistoß von Sonny Kittel lenkte Hannovers Weltmeisterkeeper Ron-Robert Zieler aber mit den Fingerspitzen über den Querbalken. Danach war es mit der Frankfurter Herrlichkeit aber schon wieder vorbei.

Wiedwald rettet mehrfach

Nach der Pause bot sich das gleiche Bild. Hannover spielte munter nach vorne und gab weiterhin den Ton an - vergaß jedoch erneut das Toreschießen. Zunächst scheiterte der agile Kiyotake aus kurzer Distanz an Felix Wiedwald (49.) im Eintracht-Kasten, danach rettete der 24 Jahre alte Gäste-Torhüter in höchster Not gegen Joselu (56.).

In der Schlussphase ging Hannover größeres Risiko, so dass Frankfurt mehr Platz zu Kontern bekam. Die größte Gelegenheit verpasste Kittel, der freistehend an Zieler scheiterte (70.). Madlungs Fehlschuss belohnte jedoch auf der anderen Seite die Platzherren für ihren Aufwand im gesamten Spielverlauf.

sid

Spieler des Spiels:

Hiroshi Kiyotake

Fast alle Offensiv-Aktionen der Niedersachsen liefen übver den agilen Japaner. Er hatte die meisten Torschussbeteiligungen aller Spieler (fünf Torschussvorlagen, zwei Torschüsse), war laufstärkster Hannoveraner (11,4 Kilometer) und trat den Freistoß vor dem 1:0.

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