Freiburg - Drei Tage nach dem Ausrutscher in der Champions League ist Schalke 04 auch in der Bundesliga gestolpert. Am elften Spieltag musste sich die Mannschaft von Trainer Roberto Di Matteo beim SC Freiburg mit 0:2 (0:1) geschlagen geben und im Kampf um die internationalen Plätze den nächsten Rückschlag verdauen.

Christian Günter (22.) schoss die Breisgauer mit seinem ersten Treffer im deutschen Oberhaus in Führung, Jonathan Schmid (68.) erhöhte. Für die Schalker, die am Mittwoch bei Sporting Lissabon 2:4 verloren hatten, reichte es trotz spielerischer Überlegenheit vor allem im ersten Durchgang wegen mangelnder Kreativität nicht zu etwas Zählbarem.

SC beginnt extrem defensiv

Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion, darunter Bundestrainer Joachim Löw, übernahm Königsblau zwar schnell die Initiative. Die Spielgestaltung allerdings erwies sich als äußert diffizil, weil die Gastgeber sich komplett zurückzogen und die Räume ab der Mittellinie extrem eng machten. Dennoch gelang es den Schalkern durch geschickte Rhythmuswechsel zweimal, Lücken im Freiburger Defensiv-Verbund zu finden - Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (10.) und Jungstar Max Meyer (16.) konnten diese aber nicht zur Führung nutzen.

Die hätte schon zuvor auf der anderen Seite beinahe Sebastian Freis (6.) erzielt. Nach einem Schalker Ballverlust schalteten die Hausherren blitzschnell um, Freis stand plötzlich allein vor Ralf Fährmann. Schalkes Keeper aber bewahrte sein Team mit einem glänzenden Fußreflex in dieser Szene noch vor dem Rückstand. Gegen Günters Schuss aus kurzer Distanz - Schalkes Weltmeister Benedikt Höwedes hatte den Ball zuvor unglücklich abgelenkt - war aber auch Fährmann chancenlos.

Führungstreffer wendet das Blatt

Und der Treffer änderte die Spielanteile auf dem Platz grundlegend. Schalke, ohne sieben verletzte Akteure und im Vergleich zur Pleite in Lissabon auf zwei Positionen verändert, wirkte danach noch ideenloser als zuvor. Immer wieder verzettelten sich die Gäste in Einzelaktionen und erspielten sich auch deshalb bis zur Pause keine gute Torchance mehr. Die Freiburger hingegen, mit der gleichen Startelf wie beim ersten Saisonerfolg am vergangenen Sonntag beim 1. FC Köln (1:0) angetreten, agierten nun entschlossener.

Viel Ballbesitz, aber eben keine zündenden Ideen: Das große Schalker Offensivfeuerwerk blieb auch nach dem Seitenwechsel aus. Vielmehr waren es die Freiburger, die sich ihrem zweiten Treffer näherten. Erst aber scheiterte Vladimir Darida (57.) mit einem Distanzschuss, dann lenkte Fährmann den Versuch von Schmid (60.) an die Latte.

Überhaupt war es Schmid, der in Freiburgs stärkster Phase groß auftrumpfte. Auch nach seinem Lattentreffer steckte er nicht auf, fasste nach einer guten Stunde erneut Mut und knallte den Ball in den Winkel.

SID

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Spieler des Spiels:

Christian Günter

Der Linksverteidiger erzielte nicht nur sein erstes Bundesliga-Tor: Er gab auch die meisten Torschussvorlagen bei Freiburg (drei), war beim SC am häufigsten am Ball (65 Mal) und hatte die höchste Maximalgeschwindigkeit auf dem Platz (34,3 km/h).

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