Frankfurt - Dem kriselnden Aufsteiger SC Paderborn droht nach seiner vierten Niederlage in Serie der erstmalige Absturz auf einen direkten Abstiegsplatz. Die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter verlor am 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt mit 0:4 (0:2). Konkurrent SC Freiburg würde mit einem Punktgewinn beim VfL Wolfsburg am Sonntag an Paderborn vorbeiziehen.

Der SCP nahm die Partie vor 46.000 Zuschauern zwar mutig in Angriff, fiel nach dem Rückstand wie so oft in den vergangenen Wochen aber auseinander. Torjäger Alexander Meier (27.), zuletzt quasi die Frankfurter Lebensversicherung, köpfte sein Team mit dem 19. Saisontreffer in Führung. Marc Stendera (42.) erhöhte noch vor der Pause. Im zweiten Abschnitt trafen Stefan Aigner (55.) und Nelson Valdez (82.) gegen erschreckend schwache Gäste.

Erste halbe Stunde auf Augenhöhe

Dabei waren die schon mit einer schwachen Bilanz an den Main gereist. Nur einen Sieg feierten die Ostwestfalen in den vergangenen 14 Partien, die vorherigen drei Partien gingen insgesamt mit 0:11-Toren verloren, dazu stellten sie die schwächste Defensive und Offensive der Rückrunde. Vorsichtig oder gar ängstlich aber agierten sie zu Beginn keinesfalls, lieferten der heimstarken Eintracht hingegen in der ersten halben Stunde einen beherzten Kampf auf Augenhöhe.

Primäres Ziel war es dabei, den Spielaufbau der Frankfurter so früh wie möglich zu stören und mit Kontern selbst gefährlich zu werden - wie etwa in der 14. Minute, als Stefan Kutschke der Frankfurter Defensive entwischte und den Ball aus spitzem Winkel knapp neben den Pfosten setzte. Noch genauer zielte Meier (26.), der unmittelbar vor der zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaften Führung auf der anderen Seite mit einem Freistoß am Pfosten scheiterte.

Eintracht nach dem Tor dominant

Der Treffer änderte die Spielanteile auf dem Platz grundlegend. Während Paderborn nur noch gelegentlich offensiv in Erscheinung trat, schnürten die Gastgeber den SCP wie im Handball vor dem eigenen Tor ein. Stenderas 2:0 war die logische Konsequenz, zuvor hätte schon Aigner (33.) erfolgreich sein können.

Zur zweiten Halbzeit brachte Breitenreiter zwar zwei frische Offensivkräfte, den Takt bestimmten aber weiterhin die dominanten Frankfurter. Nach einem genialen Pass von Stendera vollendete Aigner eiskalt. Angesichts der klaren Führung schalteten die Gastgeber danach einen Gang zurück, Paderborns beste Chance durch Srdjan Lakic (77.) klärte Timothy Chandler auf der Linie.

Die Geschichte des Spiels schrieb aber Nelson Valdez. Der Angreifer kehrte nach 196 Tagen Verletzungspause zurück und traf mit einem herrlichen Lupfer zum 4:0-Endstand. Im Stile eine Klasse-Stürmers hatte er bemerkt, dass Lukas Kruse etwas zu weit vor seinem Kasten stand.

Valdez traf damit zum ersten Mal für die Eintracht - und nach über fünf Jahren auch zum ersten Mal wieder in der Bundesliga.

SID

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Spieler des Spiels:

Stefan Aigner

Stefan Aigner setzte seinen Lauf fort und erzielte sein achtes Saisontor, davon sieben in den letzten elf Einsätzen. Er gewann für einen Offensivspieler starke 63 Prozent seiner Zweikämpfe und war laufstärkster Spieler auf dem Platz (11,3 Kilometer).

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