Berlin - Hertha BSC hat dank Valentin Stocker und Joker Nico Schulz einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht.

Beim 2:0 (0:0) im Kellerduell gegen den SC Paderborn gelang zunächst dem Schweizer Nationalspieler Stocker mit seinem ersten Saisontor (68.) das 1:0, ehe der erst in der 74. Minute eingewechselte Schulz in 88. Minute endgültig alles klar machte. Die Berliner rückten durch den Sieg mit 32 Punkten auf den elften Rang vor.

Michael Preetz umarmte nach dem Schlusspfiff Pal Dardai und klopfte seinem Trainer dann noch anerkennend auf die Schulter. Wann der ungarische Nationaltrainer, der am 15. Februar als Nachfolger von Jos Luhukay die Mission Klassenerhalt bei Hertha übernommen hatte, einen Vertrag als Chefcoach für die kommende Saison oder noch länger beim Hauptstadtklub erhält, ließ der Berliner Manager aber weiter offen.

"Wir müssen erst unsere Arbeit machen, und dann schauen wir weiter", sagte Preetz, der erst den Klassenerhalt in trockenen Tüchern haben will, bevor er Dardai mit einem neuen Arbeitspapier ausstattet. Durch den Erfolg gegen den Tabellenvorletzten Paderborn, kletterte die Hertha aber mit 32 Punkten auf Rang elf und hat damit bereits sieben Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16.

"Das war ein zähes Spiel, das war Abstiegskampf. Das war über weite Strecken kein schönes Spiel, aber wir sind geduldig geblieben und haben auf unsere Chancen gewartet. Am Ende haben wir verdient gewonnen", resümierte Preetz recht zufrieden.

Die Gäste blieben auch im sechsten Spiel in Folge ohne Sieg und Tor und bleiben damit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Zudem sah Patrick Ziegler seine fünfte Gelbe Karte und fehlt im nächsten Spiel.

Vor 44.031 Zuschauern begann Hertha engagiert. Nach Ballverlust machten Fabian Lustenberger und Co. sofort Jagd auf den Ball. Auch im Spielaufbau gab es zunächst hoffnungsvolle Ansätze. Entweder mit Doppelpässen über die Flügel oder mit weiten Diagonalbällen erarbeiteten sich die Hausherren Raumgewinn. In der ersten Halbzeit hatten die Berliner knapp 60 Prozent Ballbesitz.

Paderborn glaubte wohl, eine spielerisch überlegene Mannschaft vor sich zu haben und igelte sich hinten ein. Nach ein paar anfänglichen Tempovorstößen über rechts mit Jens Wemmer und Mario Vrancic war das Pulver nach vorne verschossen. Stattdessen verschanzten sich die Gäste mit zwei Viererketten in der eigenen Hälfte und warteten auf Fehler der Hausherren.

Echte Chancen sprangen lange Zeit für beide Mannschaften nicht heraus. Hertha drängte zwar, doch am Strafraum war oft Endstation. In der 35. Minute tauchte Peter Pekarik am langen Pfosten auf, brachte den Ball aber nicht im leeren Tor unter. Stocker vergab kurz vor der Halbzeit per Drehschuss - ansonsten plätscherte das Spiel so vor sich hin.

Auch nach der Pause änderte sich das Spiel zunächst nicht sonderlich. Paderborn wurde zwar etwas mutiger und näherte sich dem Gäste-Tor. Vrancics Schuss und Wemmers Kopfball verpassten aber das Ziel. Hertha zeigte keine besondere Eile, ließ den Ball in den eigenen Reigen laufen, um die Gäste aus der Abwehr zu locken und zog ich mit der destruktiven Spielweise den Ärger der Zuschauer zu.

Immer häufiger bissen sich Stocker und Kalou in Zweikämpfen fest, Genki Haraguchi hatte nach Stocker-Vorarbeit in der 65. Minute eine der wenigen Chancen. Zum 1:0 benötigten die Hausherren eine Standardsituation. Nach einem Freistoß von Marvin Plattenhardt klatschte Paderborns Keeper Lukas Kruse den Ball an die Latte, per Nachschuss war Stocker zur Stelle. Schulz machte dann kurz vor Schluss den Deckel drauf.

SID

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Spieler des Spiels:

Valentin Stocker

Valentin Stocker erzielte im 19. Bundesliga-Spiel mit dem 25. Bundesliga-Torschuss sein erstes Tor und war an fünf Berliner Torschüssen beteiligt (nur Kalou an einem mehr). Mit seinem Treffer legte er die Grundlage für den Sieg der Berliner.

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